änderungen im häuslichen unterricht
Hausunterricht

Änderungen im häuslichen Unterricht inkl. Prüfungen

Das Schuljahr 2021/22 brachte einige Veränderungen für die Externisten. Kinder im häuslichen Unterricht müssen jedes Jahr eine Prüfung über den Jahresstoff ablegen. Was in den Jahren zuvor schon mit Vorbereitung und viel Lernzeit einherging wurde in diesem Jahr noch etwas erschwert.

Manche Änderungen finde ich persönlich gar nicht so schlimm, wie manche andere Eltern. Andere Änderungen erschließen sich mir auch nicht ganz, aber was soll oder kann ich so mir nix dir nix daran ändern?

Wer mir jetzt kommt mit zivilem Ungehorsam, Schlupflöcher nutzen oder Ähnlichem, der möge bitte ganz schnell den Ausgang suchen. Das ist einfach nicht meine Art der Konfliktlösung. Gespräche auf Augenhöhe sind mir lieber 😉 Und bitte nicht vergessen:

Mit jedem Recht, das wir besitzen, geht mindestens eine Pflicht einher.

Babsi

Das ist aber eine eigene Geschichte, die wir gerne ein anderes Mal diskutieren können. Jetzt sehen wir uns die Änderungen im häuslichen Unterricht an.

Keine freie Schulwahl mehr

In den letzten Jahren war es so, dass du mit der Nicht-Untersagung (ich weiß, dämliches Wort) des häuslichen Unterrichts eine Liste bekommen hast, die auswies, welche Schulen – getrennt nach VS und NMS – in deinem Bundesland berechtigt sind, die Prüfung abzunehmen. Du konntest selbst wählen, wo du mit deinem Kind hin möchtest.

Da es aber plötzlich so viele Kinder gab, die zum häuslichen Unterricht abgemeldet wurden, entschieden die Verantwortlichen, dass die Kinder ab nun zu bestimmten Schulen zugeteilt werden.

Das verursachte ein wenig Chaos – zumal Schulen zum Handkuss kamen, die mit Externisten noch gar keine Erfahrungen hatten. DirektorInnen hatten plötzlich einen Mehraufwand. Und glaub mir, das ist kein Zuckerlecken.

Eltern regten sich auf, DirektorInnen und LehrerInnen standen wie die Kuh vor dem geschlossenen Scheunentor bei Starkregen. Sie tun mir leid. Ganz ehrlich. Alle. Wir alle wurden im ersten Moment einfach stehen gelassen.

Persönlich finde ich diese Lösung gut, denn so wird dem Bildungstourismus entgegen gewirkt. Es gab Schulen, die sich vor Externisten kaum wehren konnten, weil sie bekannt dafür waren, dass die Schüler quasi durchgewunken wurden. Aber als Mama muss ich ganz ehrlich die Frage stellen:

Bringt das deinem Kind etwas für die Zukunft?

Allerdings muss ich schon anmerken, dass Änderungen irgendwie nicht während einem laufenden Schuljahr vorgenommen werden sollten, sondern erst ab dem nächsten Schuljahr gelten sollten. Das ist aber nur meine bescheidene Meinung. Vielleicht hätte es dann weniger Eltern gegeben, die sich maßlos aufregen und sogar die Prüfungen verweigerten (Prüfung verweigern? Was geschieht dann? Frag mich nicht, denn ich zog das nicht einmal ansatzweise in Betracht).

Keine Stoffeingrenzung oder -beschränkung

Vorne weg: Als Grundlage für die Externistenprüfung dient IMMER der aktuelle Lehrplan. Was da drinnen steht muss dein Kind zur Prüfung wissen. Das war schon immer so und hat sich nicht geändert, auch wenn das manche Eltern plötzlich bemängeln, weil die armen Zwerge so viel wissen müssen bei den Prüfungen…

Die letzten Jahre war es durchaus üblich, dass Eltern und Kinder ein paar Wochen vor den Prüfungen in die Schulen eingeladen wurden, und es wurde der Stoff besprochen, der zur Prüfung abgefragt wurde. Manche Lehrer grenzten den Stoff ein, andere merkten an, was ihnen besonders wichtig ist.

Das ist insofern gut gewesen, weil es Fächer gibt, wo Lehrpersonen einen großen Spielraum haben, was sie genau mit den Kindern im Unterricht durchnehmen. Als Externist lernst du zwar alles, was im Lehrplan steht, aber deinen Schwerpunkt wählst du selbst und der unterscheidet sich dann von dem Schwerpunkt des Lehrers/der Lehrerin.

Mit dieser Änderung habe ich schon auch meine Probleme. Denn es ist ein wenig unfair. Wir Eltern sind verpflichtet den häuslichen Unterricht so zu gestalten, das er als gleichwertig mit den Schulen anzusehen ist. Vor den Prüfungen ist diese Gleichwertigkeit aber nicht mehr gegeben.

Denn Schüler, die regulär in den Unterricht gehen, bekommen vor Prüfungen immer eine gewisse Stoffeingrenzung beziehungsweise erfahren sie, wo der Schwerpunkt liegen wird.

Allerdings möchte ich hier schnell erwähnen, dass es neben dem Lehrplan auch ein Bildungsziel für jede Schulstufe gibt und an diese muss sich jeder Lehrer halten. Hier haben wir dann wieder eine gewisse Gleichwertigkeit und Gerechtigkeit.

Keine Beurteilung von zuhause angefertigten Materialien

Man konnte, wenn man wollte, für Zeichnen, Musik und Co bei den Prüfungen vorzeigen und vorführen, was man während des Jahres erarbeitete. Und viele Schulen haben das in die Beurteilung mit einfließen lassen. Das wurde in diesem Jahr plötzlich verboten.

Es durfte nichts zur Ansicht mitgebracht werden und wenn doch ein Kind was mitgenommen hätte, wäre es nicht in die Benotung eingeflossen.

Was auch ein wenig unfair ist, denn schließlich bereiten reguläre Schüler Hausaufgaben, Projekte und Präsentationen vor, die dann in die Benotung einfließen.

Das ist dann meiner Meinung nach weder gleichwertig noch gleichberechtigt.

Die Prüfungen an sich

Also das kann jetzt eine reine Empfindung meinerseits sein, aber die Prüfungen selbst haben sich nicht geändert. Obwohl sie angeblich strenger sind. Aber ich habe in den Jahren zuvor auch Schulen gewählt, wo bekannt war, dass sie Noten nicht herschenken. Auch den Externisten nicht.

Daher gehe ich davon aus, dass wir die ganze Zeit strengere Prüfungskommissionen hatten und deswegen keine spürbare Veränderung stattfand.

Unser Prüfungsmarathon

Ich mach das im Schnelldurchlauf, sonst wird der Beitrag einfach zu lang 😉

Wir hatten dieses Jahr 3 Prüflinge, die in 9 Tagen insgesamt 25 Prüfungen ablegten. Die größeren zwei hatten zufällig an der selben Schule die Prüfungen.

Beide waren sehr motiviert und hatten nur positive Erfahrungen mit den Prüfern und den Prüferinnen. Sie waren sehr nett zu den Kindern und erkannten, wenn sie nervös waren. Sie hatten viel Lob für die Burschen über und auch wir Eltern wurden gelobt für unsere liebevolle Begleitung im häuslichen Unterricht.

Mein jüngster hatte dieses Jahr seine Premiere und was soll ich sagen? Er war weder davor sehr aufgeregt noch währenddessen. Und danach hüpfte er mir freudestrahlend entgegen und rief:

„Mama, ich bin jetzt ein Zweitklässler!“

Mupfel

Es war ein wunderschöner Moment und mir wurde auf einem Schlage bewusst:

Ich habe die Kinder allesamt ein Jahr weitergebracht. Und meinem jüngsten habe ICH das Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht. Ich ganz alleine 🙂

Fazit

Alles in Allem war es dieses Jahr in der Vorbereitungszeit zwar etwas stressiger, nervenaufreibender und intensiver als in den Jahren zuvor. Nicht jede Änderung hätte – zum Wohle der Kinder ganz allgemein – sofort auf biegen und brechen umgesetzt werden müssen.

Wir, als Familie, haben diese neuen Herausforderungen aber ganz gut gestemmt und wir starten mit Zuversicht und Hoffnung in das 4. Jahr häuslicher Unterricht. Einfacher wird’s nicht, das weiß ich, aber unsere Jahresplanung für das kommende Schuljahr steht bereits.

Für uns heißt das jetzt – ganz entspannt und gechilled (so würde es Mad Max sagen) die Ferien genießen.

Wie waren deine diesjährigen Erfahrungen mit dem häuslichen Unterricht und den Abschlussprüfungen?

Ich freue mich über jeden Bericht – egal ob gute Erfahrungen oder schlechte. Alle sind willkommen.

Ich freue mich schon jetzt auf dein Kommentar,
Babsi, die Chaosbloggerin


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Babsi Hey

Name: Babsi Hey
Beruf:
Mama von 4, Chefassistentin in der Firma meines Mannes
Hobbys: zeichnen, illustrieren, nähen, einfach alles Kreative
Kontakt:
babsi@chaoshoch6.at

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