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Hausunterricht

Der Ablauf der Externistenprüfungen

Nach den Prüfungen ist vor den Prüfungen. In diesem Schuljahr gibt es sehr viele Neu-Anmeldungen zum häuslichen Unterricht in Österreich. Da ich jetzt immer öfter – auch per Mail – gefragt werde, wie die Vorbereitungen für die Prüfungen bei uns zuhause laufen und wie die Prüfungen aufgebaut sind, fasse ich es hier in diesem Beitrag zusammen.

Du erfährst:

  • ob uns die Prüfungen schon am Schulanfang im Nacken sitzen
  • ab wann wir uns auf die Prüfungen vorbereiten
  • wie wir uns auf die Prüfungen vorbereiten
  • der Ablauf der Prüfung in der Volkschule
  • wie die Prüfung in der NMS abläuft
  • Vor- und Nachteile der verschiedenen Abläufe

Ich hoffe, ich vergesse nichts Wichtiges und dass ich mit diesem Beitrag doch viele Fragen beantworten kann. Bleiben dann immer noch Fragen zu den Prüfungen offen sein, kannst du mir gerne einen Kommentar hinterlassen oder eine Mail schreiben.

Das Schuljahr beginnt

Schon am Anfang ist es wichtig, die Prüfungen im Auge zu haben. Man darf hier nicht vergessen, dass die Kinder im häuslichen Unterricht den Jahresstoff bis Anfang Mai können sollten. Die Prüfungen finden meist von Ende Mai bis Ende Juni statt.

Doch das darf keinen Stress auslösen. Im Gegenteil. Es ist wichtig für die Kinder, dass du als Elternteil den Stoff gut einteilst und den Unterricht gut organisierst. Wenn du gestresst bis,t überträgt sich das auf die Kinder – das schafft keine gemütliche Lernumgebung.

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Den Stoff einteilen ist auch gar nicht schwer. Die Schulbücher bekommst du in den ersten zwei Wochen nach dem Schulstart. Davor kannst du den Stoff aus der vorherigen Schulstufe wiederholen und eventuelle Lücken schließen. Sobald du die Bücher hast, wirst du sehen, dass sie super strukturiert sind. Das hilft dir bei der Einteilung enorm.

Wenn die Einteilung steht – die übrigens nicht in Stein gemeißelt ist – steht dem entspannten und freiem Lernen auch nichts mehr im Weg.

Über die Einteilung gibt es (bald) einen ganz eigenen Beitrag, aber vorweg möchte ich dir den Tipp auf den Weg geben, dass du dir die Stundentafel für die Schulstufe, die dein Kind gerade absolviert, einfach online ansiehst. Du findest Stundentafeln und Stundenpläne oft auf den Webseiten der Schulen.

Das Ziel – die Prüfung

Du siehst, die Prüfung ist von Anfang an das Ziel. Doch die Vorbereitung beginnt nicht zu Jahresbeginn. Denn die Kinder sollten mit Freude und Motivation lernen und nicht aus einem Stress heraus. Daher wird bei uns die Prüfung erst ab April zum Thema gemacht. Immerhin ist es dann auch gar nicht mehr so lange hin bis zum Tag X.

Du kannst dich mit der Prüfungsschule schon sehr früh in Verbindung setzen und dein Kind für die Prüfung anmelden. Manche Prüfungsschulen geben dir sogar am Anfang des Schuljahres bekannt, welche Schwerpunkte zur Prüfung kommen. Tut sie das nicht, dann sei trotzdem entspannt. Spätestens vier Wochen vor der Prüfung müssen sie dir die Schwerpunkte bekannt geben.

Und ab da beginnt die eigentliche Prüfungsvorbereitung. Denn jetzt weißt du, worauf sie bei der Prüfung besonderen Wert legen. Davor behalte dir immer im Kopf, dass dein Kind – genauso wie alle anderen Kinder auch – den Jahresstoff, der im Lehrplan vorgesehen ist, beherrschen sollte.

Wie wir uns auf die Prüfung vorbereiten

Nachdem wir die Übersicht erhalten haben, worauf der Fokus liegen wird, gehen wir die Stoffgebiete gemeinsam durch. Du wirst feststellen, dass dein Kind zu diesem Zeitpunkt das meiste schon kann. Vor allem dann, wenn du dein Kind während des Schuljahres auch immer wieder erledigten Stoff abfragst. Am besten im Vorbeigehen. So handhaben wir das hier. Natürlich musst du den Stoff – zumindest wie er in den Büchern ist – beherrschen.

Es gibt dann einzelne Themengebiete, wo die Kinder noch nicht sattelfest sind. Genau diese Themen werden bei uns in den vier Wochen vor der Prüfung noch einmal genauer durchgenommen. Eventuell zusätzliches Material besorgt. Online findest du ein breites Angebot an kostenlosen Zusatzmaterialien. Die kannst du natürlich auch schon während des Jahres in Anspruch nehmen. Ich persönlich hole mir gerne Material von der Website LL-Web.

Keine Sorge, dein Kind bekommt das auf jeden Fall in den letzten vier Wochen hin. Vor allem, wenn du darauf bedacht warst, dass dein Kind alle Themen gut lernt. Dass einem nicht alles so super hängen bleibt, ist nur natürlich. Bei manchen Themen spielen sich die Kinder bei andern brauchen sie etwas mehr Zeit und Hilfe. Doch das erzähle ich dir in einem anderen Beitrag.

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Bestätige dein Kind bei allem und zeige ihm, dass die Prüfung wichtig aber kein Todesurteil darstellt. Meiner Erfahrung nach sind die prüfenden LeherInnen gut auf die Prüflinge vorbereitet. Sie merken, ob ein Kind etwas tatsächlich nicht weiß, oder ob es einfach aus der Situation heraus gerade nicht weiter weiß. Bis jetzt waren immer alle sehr nett und zuvorkommend. Und das bringt uns nun zu dem Thema

Der Prüfungsablauf in der Volkschule

In der Volkschule werden die Fächer Deutsch mit lesen, Mathematik und Sachunterricht abgeprüft. Wenn dein Kind gerne zeichnet, bastelt, werkelt, dann kann es gerne Werke zur Prüfung mitbringen. Dann bekommt es auch eine Note zum Beispiel in bildnerischer Erziehung, obwohl es hier eigentlich keine Prüfung gibt.

Die Prüfungen für die Volkschule machen wir immer in Zwettl und sind begeistert von den Lehrerinnen und vom Ablauf. Die Kinder werden in die Schulstufen eingeteilt. Ist in einer Schulstufe nur ein Prüfling, dann wird auch nur der eine Prüfling abgeprüft. Dabei wird er von LeherInnen geprüft, die selbst diese Schulstufe aktuell unterrichten.

Sind in einer Schulstufe mehrere Prüflinge, dann werden alle Prüflinge zur selben Zeit geprüft und die Prüfungen finden alle am selben Tag statt. Heißt für dich, hast du mehrere Schulstufen, dann musst du trotzdem nur einmal zum Prüfungstermin.

Die Prüfung selbst findet ohne Eltern und an einem Nachmittag statt. Die Kinder gehen mit den PrüferInnen in die verschiedenen Klassenräumen. Die Prüfungszeit beträgt 2-3 Stunden mit Pausen, wenn die Kinder eine brauchen. Zu Anfang bekommen die Kinder alle Prüfungszettel und können sofort mit der Bearbeitung beginnen. Dabei können sie frei wählen, womit sie anfangen möchten.

Wenn sie wo festhängen können sie auch weiterspringen und einfach mal ein anderes Thema bearbeiten. Neben dem schriftlichen Teil gibt es auch den mündlichen Teil. Hier können entscheidende Punkte gemacht werden, denn das ist der Moment, in dem die Prüferin das Wissen noch herauskitzeln kann.

Constantin ist immer sehr glücklich während der Prüfung, denn er wird schon währenddessen gelobt und bestärkt. Gerade bei etwas nervöseren Kindern ist das von Vorteil. Es wird ihnen die Angst vor Fehlern genommen. Am Ende bekommt man sofort die Ergebnisse mitgeteilt. Das Zeugnis wird einem dann ein paar Tage nachher per Post zugestellt.

Hier möchte ich noch einmal erwähnen, dass dies Erfahrungen mit unserer Prüfungsschule in Zwettl sind und somit nicht für alle Prüfungsschulen gelten müssen. Nur die Grundbestimmungen sind gleich.

Der Prüfungsablauf in der NMS

Wir haben uns für die Schule in Gmünd entschieden. Nicht nur wegen der geografischen Nähe, sondern weil ich den Direktor als Schülerin selbst erleben durfte und weiß, dass er sehr weltoffen und tolerant ist. Auch hier gilt, dass sich die folgenden Schilderungen auf eben diese Schule beziehen.

Hier war der Prüfungsablauf anders als in der Volkschule. Immerhin werden mehr Fächer abgeprüft. Neben Deutsch, Englisch und Mathematik wurde Mad Max in den Fächern Biologie, Geografie und – freiwillig – in Geschichte abgeprüft. Da hier doch mehr Fächer geprüft werden, werden die Prüfungen an verschiedenen Tagen durchgeführt.

In Gmünd wird das so gehandhabt, dass jeweils ein Hauptgegenstand und ein bis zwei Nebengegenstände an einem Tag geprüft werden. Die Kinder werden nicht überfordert und können sich gut konzentrieren. Auch in der NMS werden die Kinder nach Schulstufen getrennt. Neu war hier für uns, dass selbst wenn mehrere Prüflinge der selben Schulstufe geprüft werden müssen, diese getrennt geprüft werden.

Die Prüfungen fanden nicht am Nachmittag statt, sondern bereits in der Früh bzw. am Vormittag. Die Fächer sind voneinander getrennt. Prüfung nach Stundenplan. Daher bekam Mad Max nicht die gesamten Prüfungsunterlagen sondern immer für das entsprechende Fach. Hinzu kommt, dass die Fächer in der NMS schließlich von unterschiedlichen Lehrern/Innen unterrichtet werden.

Gleich ist, dass die prüfenden Lehrkräfte aktuell die zu prüfenden Fächer in derselben Schulstufe unterrichten. Mad Max Prüfungen fanden an drei Tagen statt. Das Prüfungsergebnis der Fächer erfuhren wir immer sofort. Das Zeugnis erhielt er dann, wie alle anderen Schüler, am letzten Schultag bzw. war der Direktor so nett und hat es uns per Post zukommen lassen.

Vor- und Nachteile der Prüfungen im Vergleich

In der Volkschule finden die Prüfungen an einem Tag statt. Das ist hier einfach umzusetzen, da lediglich drei Fächer abgeprüft werden. Somit ist das Kind an nur einem Tag nervös – leicht gestresst. Für Eltern, Kinder und Lehrer ist dies ein Vorteil.

In der NMS finden die Prüfungen an mehreren Tagen statt. Ist zwar ein Aufwand für Eltern und Lehrer und für das Kind nicht ganz einfach, denn es ist an mehreren Tagen gefordert. Trotzdem überwiegt der Vorteil, dass zwischen den Prüfungstagen Pausen sind. Denn viele Fächer an einem Tag abgeprüft bekommen ist sicher sehr anstrengend. Es gibt Schulen, die das so handhaben. Wir sind froh, dass wir eine Schule haben, die das aufsplittet.

In der Volkschule werden Kinder der selben Schulstufe gemeinsam geprüft. Das ist zwar bei uns nicht so, weil Dean bis jetzt der einzige in der entsprechenden Schulstufe ist, doch ich denke, dass es für die Kinder nicht sehr einfach ist. Immerhin sind sie schon nervös genug und dann stehen sie unter noch höherem Druck. Sie stehen in dem Moment im direkten Wettbewerb.

Da finde ich Einzelprüfungen besser. Das Kind steht nicht unter zusätzlichem Druck und der Lehrer/die Lehrerin kann besser auf den Prüfling eingehen.

Zusammenfassung

Die Prüfungen sollten von Anfang an im Fokus stehen. Doch bis dahin könnt ihr stressfrei lernen. Erst zum Ende hin solltest du dich mit deinem Kind auf die Prüfungen vorbereiten. Vier Wochen Vorbereitungszeit reichen vollkommen aus.

Verpatzt dein Kind das ein oder andere Thema, geht davon die Welt nicht unter. Unserer Erfahrung nach sind die Prüfer/Innen sehr bemüht herauszufinden, ob das Kind den Stoff beherrscht oder eben nicht.

Wir sind nun im 3. Jahr häuslicher Unterricht und die vergangenen zwei Jahre hatten die Kinder immer mit einem Notendurchschnitt von 2,0 abgeschlossen. Selbst bin ich weder Pädagogin noch war ich jemals in einem Beruf tätig, in dem ich Wissen vermitteln hätte müssen. Damit möchte ich dir sagen, dass es machbar ist, mit den Kindern vernünftig zu lernen und ihnen das nötige Wissen mitzugeben.

Wie ich das mache, erfährst du in einem eigenen Beitrag.

Hast du noch spezielle Fragen zu den Externistenprüfungen? Lass sie mir gerne zukommen.

Ich freue mich auf dein Kommentar,
Babsi Hey


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