Mein innerer Schweinehund ist unschuldig – Die Schildkröte war es

schilddrüsenunterfunktion

Schon im Februar habe ich davon erzählt, dass mein innerer Schweinehund – Ralfi heißt er – und ich uns tranfromieren wollen, sollen, eigentlich müssen. Nachdem ich im Vorjahr Antidepressiva bekommen hatte, nahm ich ganz schön zu.

Im Dezember habe ich die Dinger selbstständig und ohne Arzt (tu das nicht) abgesetzt. Danach habe ich aber gar nicht abgenommen. Ganz im Gegenteil. Ich nahm weiter zu. Also folgte ein neuer Plan – eine neue Strategie, um die Kilo wieder loszuwerden. Niedergeschrieben und mit dir geteilt unter “Mein innerer Schweinehund und ich transformieren uns”. Das war im Februar.

Was ich umgesetzt habe

Ich habe begonnen, drei Mahlzeiten am Tag zu mir zu nehmen. Das Gewicht stieg weiter. Zuerst dachte ich, dass mein Körper einfach für die Umstellung Zeit braucht.

Außerdem habe ich wieder mehr Bewegung in meinen Alltag eingebaut. Ich sitze schon viel am Schreibtisch und Bewegung kommt da oft zu kurz. Jetzt bewege ich mich ganz bewusst mehr und mache auch Gymnastik. Doch … ich nahm weiter zu. “Gut.”, dachte ich “Braucht halt alles seine Zeit. So ein Stoffwechsel wird ja nicht einfach wieder auf Touren kommen. Dass es eben nicht einfach sein wird, wusste ich.” – Du siehst, ich war zuversichtlich.

Auch nach Wochen kein Erfolg

Doch als ich das Programm wochenlang durchgezogen habe und mein Gewicht weiter nach oben stieg, habe ich aufgegeben. Jede Hoffnung verloren. Es folgten Depressionen. Schlimme Depressionen. Gemixt mit absoluter Hoffnungslosigkeit, Selbstzweifel und sogar Selbsthass.

Wenn du dir vorstellst, dass du alles dir mögliche tust und umsetzt, dich bemühst und werkst – und dann stellt sich noch nicht einmal ein klitzekleiner Erfolg ein, dann verzweifelst du einfach irgendwann.

Ich war unendlich verzweifelt.

Mein Mann hat einen schmerzenden Daumen

Wie passt jetzt ein Daumen des besten Ehemannes von allen hier her?

Schon vor meiner Verzweiflung meinte zB mein Papa, ich solle doch noch einmal mit meinem Arzt reden. Da stimmt was nicht und das sollte ich einfach mal abklären lassen. Für alles gibt es eine Ursache. Und wenn ich die finden würde, dann wäre das Problem schon fast gelöst.

Doch ich habe einfach schlechte Erfahrungen mit den Ärzten in unserer Umgebung gemacht, wenn es um das Thema Übergewicht geht. Eine ganz schlimme Aussage schießt mir bis heute durch den Kopf, wenn ich Arzt und Gewichtsprobleme in einem Satz höre: “Fressen Sie einfach weniger.” Ohne Scheiß jetzt. Genauso hat das mein damaliger Arzt formuliert.

Dass dann ein Arzt nicht unbedingt mein Ansprechpartner Nummer 1 ist, ist nachvollziehbar.

Ein schmerzender Daumen zeigt uns die Ursache meiner Gewichtsprobleme

Wie dem auch sei … mein Mann hatte Probleme mit seinem Daumen und ging zu unserem aktuellen Arzt. Und da hat er mein Problem angesprochen. Worauf dieser meinte, dass da tatsächlich was nicht stimme und ich solle zu einer Blutuntersuchung kommen.

Jemand glaubt mir

Wenn du ständig hörst, dass du selbst schuld bist, weil du dir ganz sicher selber in den Sack lügst und unkontrolliert Essen in dich hineinstopfst, weil du dich zu wenig bewegst oder weil du das Rauchen aufgegeben hast, dann ist das auch nicht schön.

Ich lüge nicht. Das habe ich einfach nicht drauf. Weder belüge ich andere Menschen noch mich. Ich führte Tagebuch, da stand ein jedes noch so kleine Stück Schoki drinnen. Mit kcal-Angabe. Meist kam ich noch nicht einmal auf meinen Tagesbedarf. Ich unterhielt mich mit meiner Schwester – suchte Rat bei ihr.

Nun, man kann mir wirklich nicht unterstellen, ich hätte es nicht versucht.

Doch plötzlich ist da jemand, der dir glaubt. Einfach so. Ohne Wenn & Aber. Der bemüht ist, dir mit deinem Problem zu helfen. Und Arzt ist er auch noch =)

Die Schildkröte war es

Im Mai war ich dann bei der Blutabnahme. Die ist immer echt scheibenkleister und schmerzhaft. Meine Venen machen meist nicht mit. Autschn …

Zwei Wochen später dann das Ergebnis und die Bestätigung, dass ich mir tatsächlich den Finger im A…. abbrechen kann, es wird sich nix ändern. Denn meine Beschwerden haben nix mit Antidepressiva, Nascherei oder Rauchstopp zu tun. Auch nicht mit mangelnder Bewegung.

Spielt natürlich alles mit rein. Habe ich aber alles schon geändert. Die Übeltäter sind ganz andere. Nämlich sind es Hormone. Ganz gemeine kleine Viecher, nicht wahr? Es sind die Hormone, die für einen normalen Stoffwechsel zuständig sind. Die, wenn sie außer Rand und Band sind, den Grundumsatz eines Menschen auf unter 60 % senken können. Die sogenannten Schilddrüsenhormone.

Es kam passierte leise und schleichend, das Gewicht schlich leise nach oben, um dann, wenn die Ursache entdeckt ist, noch viel langsamer nach unten zu schleichen, weil einfach alles extrem verlangsamt abläuft. Deswegen auch Schildkröte. Oder:

Hallo beginnende Schilddrüsenunterfunktion

Endlich! Meine anderen Werte sind alle super schön. Ich bin durch und durch ein gesunder Mensch. Wahrscheinlich, weil ich mich so gesund ernähre und das Rauchen aufgehört habe. Meine Blutwerte haben sich zum Vorjahr alle verbessert. Bis auf einen. Der TSH-Wert – der Schuldige ist entlarvt. Eine Diagnose gibt es.

Jetzt kann Heilung stattfinden?

Wenn es so einfach wäre. Nur weil du weißt, wie das Ding heißt und was daran schuld ist, hast du noch lange nicht gewonnen. Im Gegenteil. Erst jetzt kann der Kampf beginnen. Und es wird ein harter Kampf, denn mein Gewicht geht – trotz Behandlung – weiter nach oben.

Und dabei habe ich noch Glück im Unglück. Denn meine Schilddrüse selbst ist noch in Ordnung. Das zeigen zwei Hormone an, die mit FT3 und FT4 ausgewiesen werden. Wenn diese zwei Werte auch nicht stimmen würden, hätte ich es wohl noch viel schwerer.

Wie ich damit umgehe

Es gibt jetzt natürlich einige Dinge, die ich tun kann und auch tue. Welche das sind erzähle ich dir demnächst im Beitrag “Beginnende Schilddrüsenunterfunktion – Was tun?” (oder so ähnlich; das ist jetzt nur der Arbeitstitel)

Im Grunde hat sich meine Situation noch nicht viel geändert, denn ich habe erst vor zwei Wochen mit dem Entgegenwirken begonnen. Da es sich um Hormone handelt, braucht die Umstellung ihre Zeit. Mittlerweile trennen mich 25 kg von meinem Wunschgewicht. Einfach wird das nicht. Und aktuell meine größte Angst: Dass ich noch so viel zunehme, dass ich nach einer Abnahme eine schlaffe Haut am Bauch habe 🙁

Kennst du diese Problematik? Wie gehst du damit um?
Ich würde mich über Erfahrungsberichte total freuen.

Auf bald,
Babsi Hey


Steigendes Gewicht kann auf allerlei andere Krankheiten hindeuten. Überwinde dich auf jeden Fall und suche dir Hilfe =) Solltest du bei dir eine beginnende Schilddrüsenunterfunktion vermuten, dann scheue dich nicht und suche deinen Arzt auf.


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