Warum ich so ein Wildfang bin

flashback friday

Meine Eltern machten so einiges mit mir mit. Wenn ich zurückblicke auf meine Kindheit, dann ist die voller Spaß, Action und Verletzungen. Meine Ma hatte erst vor ein paar Tagen wieder angemerkt, wie schlimm sie es findet, dass wir kaum etwas hatten und sie uns nichts leisten konnte. Aber ich finde meine Kindheit war gar nicht so schlimm. Und sie machte mich schließlich zu einem starken Persönchen (ich bin nicht unbedingt groß). Mein Mann bezeichnet mich gerne als „Wildfang“. Angeblich liebt er mich genau deswegen. Ich glaube das einfach mal so. 

Warum ich so ein Wildfang bin

Also zuerst muss ich sagen, es liegt wahrscheinlich daran, dass ich drei ältere Brüder habe. Und die sind auch so Wildfänge. Klar, dass ich da dann nicht unbedingt anders bin. Und wir wuchsen am Land auf, zu einer Zeit, wo man schon früh Morgens draußen war und die Straßen unsicher machte (sofern man nicht in der Schule saß). Damals war draußen sein auch total wetterunabhängig.

Und ich erlebte einfach ganz viele tolle Dinge mit meinen Brüdern. Oder auch mal total schmerzhafte. Egal, was passierte, es galt immer die goldene Regel „Das sagen wir nicht der Mama!“ Gut, hin und wieder funktionierte das auch. Anders sah es aus, wenn aus Nase und Mund das Blut raus lief (meistens bei mir). Das war eher nicht zum Verheimlichen. Oder wenn die Hand eigenartig am Arm hing (auch eher bei mir). Oder wenn man vom Katapult eine mitbekommen hat, weil man nicht rechtzeitig weg sprang und man so eine über gezogen bekommen hat, dass man zusammensackte (auch ich). Oder weil man vom Heuboden fiel und sich den Kopf an einer Kante aufschlug (ha, nicht ich, einer meiner Brüder… ok, ich geb’s zu. Auch mir ist das einige Zeit später passiert.)

Ihr seht, wir haben ständig was angestellt. Und ich war immer mitten drinnen statt nur dabei. Als meine Brüder dann immer älter wurden und immer weniger Zeit mit mir verbrachten, hörte ich allerdings nicht auf. Weil: einmal Wildfang, immer Wildfang.

Und ich war auch lange Zeit, nachdem meine Brüder schon gar nicht mehr zuhause wohnten, Stammgast in der Ambulanz des Krankenhauses. Man kannte mich. Ich war so richtig legendär. „Ah, da schau her. Die Babsi ist wieder da.“ 

Heute auch noch ein Wildfang?

Mehr oder weniger. Aber eher in anderen Bereichen. (Jetzt wieder.) Körperlich teste ich mich nicht mehr so extrem aus. Meine Aufenthalte in der Ambulanz sind verschwindend gering und wenn, dann eher mit meinen Jungs, die jetzt natürlich nicht anders sind, als ich es war. Ok, sie sind geschickter, denn sie tun sich nicht ständig schlimm weh. Aber die haben Stunts drauf, da bleibt dir die Spucke weg. Auch sie haben die goldene Regel „Das sagen wir nicht der Mama.“

Wenn du selbst so ein Wildfang warst bist und dann Kinder hast, die auch nicht ohne sind, dann stehst du dem schon etwas lockerer gegenüber, denke ich. Mich kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Ich kenne sämtliche Tests, die man nach einem Unfall mit einem Kind macht, um fest zu stellen, wie schlimm das Ganze jetzt wirklich ist. Ich empfinde das schon als Vorteil. In meinen Ambulanzstunden habe ich schon einiges gelernt 🙂

Was ich noch gelernt habe, ist unheimlich schnell zu reagieren. Also Unfälle vermeiden, bevor sie überhaupt passieren. Klappt nicht immer, so wie hier (Klick führt dich zu einem anderen Beitrag). Aber in den meisten Fällen schaffe ich es. Die Kinder im Fall auffangen ist hier meine Spezialität 😉 Da könnte ich euch Geschichten erzählen.

Ein Beispiel: Wir haben im Garten eine alte Wohnlandschaft stehen. Im Sommer sitzen wir ganz gerne dort, weil sie im Schatten steht. Mupfel war noch ein kleines Baby und ich saß mit ihm dort und gab ihm grade sein Fläschchen. Neben uns sprang der Dean blöd herum, so, dass er einen Köpfler nach hinten machen hätte können. Was unpraktisch gewesen wäre, denn da lag eine Steinplatte. Ich sagte noch, er solle aufhören. Natürlich hörte er nicht auf. Und es kam, was kommen musste. Er flog kopfüber über die Lehne. Und ich habe ihn, ob ihr es glaubt oder nicht, mit meiner freien Hand aufgefangen. Ich packte ihn grade noch am Fußknöchel. Mein Mann sah mich mit großen Augen an. Während ich den Jungen in der Luft hielt, am Knöchel, mit einer Hand, damit er nicht mit dem Kopf auf die Platte plumpst. 

Diese Reflexe verdanke ich sicher meinen Abenteuern mit drei Brüdern.

Bist du auch ein Wildfang? Oder deine Kinder? Hast du auch eine actionreiche Geschichte auf Lager? 

Erzähl‘ sie mir doch, wenn du möchtest. In den Kommentaren, oder auf Facebook, oder per Mail.

Eure Babsi


 

3 Kommentare

  1. Mich würde ich jetzt nicht direkt Wildfang nennen, ein bisschen vielleicht.
    Meine Kinder sind es, nachdem was sie uns in der Schwangerschaft und den ersten 10 Monaten ihres Lebens gezeigt haben, definitiv!
    Ich bin schon gespannt wie sich das bei den Beiden weiterentwickelt.

    1. Ah ja, ich seh das ganz locker, mir ist ein Wildfang lieber als ein Kind das zu ruhig ist. Ich hoffe dann halt einfach, dass sie nicht zu tollpatschig sind und wir nicht zu oft in die Ambulanz müssen.

      Lg Manu

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