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Flashback Friday – Oder: Wie ich meine Musikkarriere verpatzte

Dass das doch noch was wird, dachte ich ja heute Morgen noch nicht. Aber bitte, ich habe es jetzt hinbekommen 🙂 Der erste Flashback Friday Beitrag oder:

Wie ich meine Musikkarriere verpatzte

Ich habe vorige Woche schon erwähnt, dass es bei den Flashback Fridays hauptsächlich um meine Vergangenheit gehen wird und weniger um meine Kinder. Es soll dazu dienen, dass ihr mich noch ein bisschen besser kennen lernen könnt. Und heute erzähle ich euch, dass mir glücklich sein schon immer wichtiger war als Reichtümer.

Die Geschichte ist so tatsächlich passiert und ich habe sie vor nicht all zu langer Zeit meinem Mann erzählt. Das ganze hat sich vor über 20 Jahren zugetragen (Mensch, ich bin schon…“alt“) und es geht um Musik. Unter anderem.

Ich habe als Kind immer gerne gesungen. Stundenlang konnte ich singen. Lieder konnte ich sehr schnell auswendig, egal welche Sprache. Das ist heute noch so. Als ich dann eine kleine Schwester bekam, habe ich auch ihr liebend gern vorgesungen. Und mit meiner Sandkistenfreundin habe ich auch immer viel gesungen und wir haben uns ausgemalt, dass wir später einmal richtige Rock-Stars werden (und mit 20 sterben, weil man da ja schon furchtbar alt ist oder weil damals die Lebenserwartung eines Rock-Stars nicht sehr hoch war). Wahrscheinlich bin ich singend auf die Welt gekommen. Ich weiß es nicht, denn an meine Geburt habe ich keinerlei Erinnerungen. 

Meine Musikkarriere

Als ich 10 Jahre alt war haben meine Eltern beschlossen, dass ich Gitarrenunterricht bekommen soll. Gesang wird ja da schließlich gefördert und ein Instrument lerne ich noch dazu. Also lernte ich Gitarre. Leider machte mir das so gar keinen Spaß. Saxophon oder Klavier wären mir dann lieber gewesen. Doch das ging nicht. Finanziell. So, nachdem ich mich strikt weigerte ein weiteres Jahr Gitarre zu lernen, zwangen mich meine Eltern natürlich nicht und ich durfte es sein lassen.

Somit konzentrierte ich mich wieder auf meinen Gesang (und widmete mich der Schauspielerei im Schultheater). Irgendwann fragte mich meine Musikprofessorin, ob ich nicht Lust hätte im Schulchor mitzusingen. Ich sah mir das an und lehnte ab. Das, was da gesungen wurde, damit konnte ich einfach nichts anfangen. 

Als sich meine Eltern scheiden ließen, ich war 12 Jahre, da ging es meiner Mama nicht so gut. Um genau zu sein, es ging ihr zum Sterben schlecht. Doch da gab es eine Frau, die ihr beistand, die sie auffing und die sich um sie kümmerte. Eine Freundin. Diese Freundin war dann sehr oft bei uns bzw. wir bei ihr. Und wenn Langeweile aufkam, dann sang ich. Ich sang damals am liebsten die Lieder aus dem Disney-Film „Pocchontas“. Mein Favorit war hier „Das Farbenspiel des Winds“ (kann ich heute noch). Also sang ich. Und es gefiel auch dieser Freundin, wenn ich los trällerte.

Und dann verpatzte ich die Musikkarriere

Diese Freundin hatte eine Menge Kontakte zu einer Menge Musiker. Sie veranstaltete nämlich öfter Benefiz-Konzerte für einen Verein aus unserer Umgebung, in dem sie ehrenamtliche Arbeit leistete. Sie fragte meine Ma damals, ob sie sich schon einmal überlegt hatte, mich Gesangsunterricht nehmen zu lassen. Die genaue Antwort meiner Ma weiß ich nicht mehr. Ich hab da unerlaubter Weise gelauscht und sowieso nur die Hälfte verstanden (Sorry, Ma. Wir haben öfter mal gelauscht)

Auf jeden Fall kam dann diese Freundin zu mir und fragte mich, ob ich Lust hätte, wenn sie was organisieren könnte, live und vor Publikum zu singen. Natürlich war ich einverstanden. Meine Ma auch. Und diese Freundin hat wohl alle Registerkarten gezogen und tatsächlich fand sie eine Musikerin, die mich hören wollte und gegebenen Falls unter ihre Fittiche nehmen würde. 

Was war ich aufgeregt und glücklich. Ich habe mich so gefreut. Und dann fragte ich diese Freundin, in was für eine Richtung denn diese Musikerin geht. Und die Antwort war: „Schlager.“ Und meine Antwort war: „Na dann kannst du es vergessen. Schlager mach‘ ich sicher nicht.“ Auf die Frage hin, was ich mir denn erwartet hätte, meinte ich Rock oder Country. Aber Schlager? ICH? NIEMALS!

Ja, schon als 12 Jährige blieb ich meinen Prinzipien treu. Klar, ich hätte vorsingen können und vielleicht hätte die Musikerin das selbe Potential gesehen (eigentlich gehört), wie diese Freundin. Und ja, sie hätte mich vielleicht pushen können und es wäre was geworden mit der Musikkarriere. Aber nicht in dem Bereich, der mich glücklich gemacht hätte. Danke, aber nein Danke!

Diese Freundin war bestimmt angesäuert. Tut und macht und erreicht und bekommt dann von einer kleinen, frechen Göre ein klares Nein. Meine Ma war da die coolste, denn sie stand da voll hinter mir. Sie war mir nicht böse. Hoffe ich einmal. 

Wie es weiter ging

Später habe ich dann noch einmal zwei Chancen verstreichen lassen. Aber das macht nichts. Wichtig ist nur, dass ich seit einiger Zeit wieder diese Göre bin, die sich nicht mehr verbiegt. Und wieder… naja, andere Geschichte 😉 (folgt demnächst) Ich bereue nicht, dass ich abgelehnt habe. Als mein Pubertier zur Welt kam habe ich sogar ein Lied für ihn geschrieben. Denn Gitarre spiele ich immer noch. Übrigens mittlerweile auch ein wenig Klavier 🙂 

Musik spielt immer noch eine große Rolle für mich. Ich singe immer noch so gern und ich tanze auch unheimlich gern. Mupfel habe ich, als er noch ganz frisch war, wenn er nicht einschlafen konnte „The Hanging Tree“ vorgesungen. Heute singen wir das gemeinsam. Meinem Pubertier gefiel „Blowin‘ in the wind“. Pubertier spielt Keyboard. Drei Jahre ist er in den Unterricht gegangen. Dann wollte er nicht mehr. Zu wenig Rock wurde gespielt. Von wem er DAS wohl hat? (Von mir nicht, ich hab’s ja noch.)

Welche Rolle spielt Musik in eurem Leben? Spielt ihr ein Instrument oder singt sogar? Hätte ich mich coachen lassen sollen, auch wenn ich dann in einem Bereich gelandet wäre, der mich nicht glücklich gemacht hätte? Wie seht ihr das?

Eure Babsi


Rock, Punk, Metal…sind nicht nur Musikrichtungen…sie sind (m)eine Lebenseinstellung.


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