Das letzte Baby im Haus

Bald ist es soweit. Mein Mupfel feiert demnächst Geburtstag. Er wird nun schon wieder zwei Jahre alt. Für mich ist das schon alleine deswegen besonders, weil das für mich bedeutet, dass er nun kein Baby mehr ist. Für andere Mamas ist dieser Zeitpunkt schon beim 1. Geburtstag gekommen. Bei mir eben beim 2. 

Aber diesmal ist es doppelt besonders. Denn er ist der Letzte im Bunde. Der Letzte, der vom Baby zum Kind wird. 

Warum er der Letzte ist

Eigentlich wollte ich viel mehr Kinder haben. Aber irgendwie wird das nicht eintreten. Persönlich habe ich nicht das Gefühl, dass ich fertig bin. Doch zum derzeitigen Zeitpunkt sprechen sehr viele Dinge gegen ein weiteres Kind. Schon als ich mit Mupfel schwanger war, habe ich das gefühlt. Es wird das letzte Baby für mich sein. 

Die Schwangerschaft war komplikationslos. Bei drei von vier gab es keine Probleme. Zumindest keine schwerwiegenden. Doch ich hatte schon zwei Kaiserschnittgeburten und auf Anraten sämtlicher Ärzte wurde beschlossen, dass auch Mupfel per Kaiserschnitt geholt wird. 

Als Mupfel dann da war, wurde mir geraten, nicht mehr schwanger zu werden. Das Risiko einer Komplikation wäre zu hoch. Für mich, für das Ungeborene (das es nie geben wird). Das machte mich unheimlich traurig. Ich hatte das Gefühl, dass ich diese Entscheidung nicht selbst treffen darf. Sie wurde mir weggenommen. Ein schlimmes Gefühl. 

Vor einiger Zeit habe ich überlegt, ob nicht doch die Möglichkeit bestünde, noch ein Baby zu bekommen. Ich war drauf und dran mit meinem Gynäkologen darüber zu sprechen. Doch dann fielen mir X andere Gründe ein, warum ein fünftes Kind nicht möglich ist. Hier die zwei, für mich, wichtigsten:

Der Platz im Haus

Immerhin wir Mupfel jetzt zwei und demnächst zieht er ins Zimmer zu seinen Brüdern. Dann haben sie zu dritt ein Zimmer, das sie sich teilen müssen. Pubertier hat schon länger sein eigenes Reich. Also würde jetzt noch ein Kind kommen, dann müssten sich vier Kinder ein Zimmer teilen. Das geht nicht. Und wenn es ein Mädchen wäre, das fünfte Kind? Ein Mädchen mit drei Jungs in einem Zimmer? Spätestens in der Pubertät wäre das nicht machbar.

Der Platz im Auto

Wir haben einen Wagen, der 7 Sitzplätze bereit hält. Jetzt sind 6 Sitze drinnen und da wird der Platz schon eng. Man darf ja nicht vergessen, dass wir auch noch unseren Balu haben. Wären 7 Sitze drinnen, müsste der Hund am Dach sitzen. Geht ja nicht. Und wenn wir unsere Wocheneinkäufe erledigen, dann wird mit “nur” 6 Sitzen der Platz schon eng. Mit 7 unmachbar. 

Mupfel bleibt der Letzte

Also bleibt unser Mupfel, zum derzeitigen Stand der Dinge, der Letzte. Denn wenn man sich die Gründe genau ansieht, dann sind es eben nur Gründe, aber keine Hindernisse. Also gehe ich einmal davon aus, dass ich ganz einfach kein Baby mehr haben will. Obwohl ich die Babyzeit bei jedem einzelnen genossen habe. 

Jetzt warten einfach neue Dinge auf mich

So schön die Babyzeit auch ist, so anstrengend ist sie eigentlich auch. Angefangen bei durchwachten Nächten, über Fieberschübe, volle Windeln, die zu übervollen Mülltonnen führen, bis hin zu Schreckmomenten, weil es mal auf die Nase fällt. Und das habe ich jetzt vier Mal durch. Seit 7 Jahren komme ich von einem Babyjahr fast nahtlos zum nächsten Babyjahr. (Zwischen Pubertier und Mad Max lagen 7 Jahre. Da fiel mir das gar nicht so arg auf.) 

Jetzt warten einfach neue, auch schöne, Dinge auf mich. Ich kann mich jetzt schon viel freier entfalten, weil Mupfel ganz einfach schon größer ist und nicht meine ständige Aufmerksamkeit verlangt. Er kann sich ganz einfach schon eine Weile selbst beschäftigen. Oder er beschäftigt sich schon so toll mit seinen älteren Brüdern. 

In einem Jahr ist er dann schon groß genug, um auch einmal bei Omas und Opas zu übernachten. Das bedeutet mein Mann und ich haben dann endlich wieder einmal die Möglichkeit… na ich weiß nicht. Gemeinsam ins Kino zu gehen oder in ein Restaurant. Oder einfach gar nix zu tun. Einfach ein Paar sein. Natürlich gehen wir jetzt auch ins Kino oder ins Restaurant. Ja, sogar ins Theater. Nur nicht gemeinsam. Und auf diese Möglichkeit freue ich mich ganz einfach. Ob wir es dann so machen oder nicht, spielt keine Rolle. Aber wir könnten, wenn wir wollten. Das macht den Unterschied zu jetzt aus. Jetzt, wenn wir wollen, können wir nicht.

Es bleibt spannend

Auch wenn die Kinder immer größer und selbstständiger werden, werden sie immer wieder einmal uns als Eltern brauchen. Doch es wird auch so sein, dass wir ganz andere Dinge mit ihnen erleben dürfen. Und auch diese Sachen sind alle spannend und ich freue mich darauf. 

Es wird schöne Phasen geben und es wird weniger schöne Phasen geben (hoffentlich nicht so oft). Also bleibt doch alles, wie es im Grunde ist. Nur sind sie dann eben keine kleinen Kinder mehr, sondern einfach große Kinder. Und unsere Kinder bleiben sie auf ewig.

Man verliert nicht

Sondern gewinnt nur. Man sammelt noch mehr schöne Erinnerungen. Erhält mehr freie Zeit. Später hat man auch mehr Familienmitglieder. Denn irgendwann kommen Schwiegertöchter (oder -söhne) dazu. Später Enkelkinder und vielleicht sogar Urenkelkinder.

Also werde ich meinen Mupfel zu seinem Geburtstag mit Freude vom Babyalter ins Kinderalter begleiten. Und ich werde nicht darüber traurig sein, sondern gespannt sein, was das nächste Jahr für uns bereit hält. Denn, auch wenn er kein Baby mehr ist, ist unser Haus noch Jahre mit Kinderlachen gefüllt. Und durchwachten Nächten 😉

Eure Babsi


 

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