Was schief lief

schief

Ich habe euch von unserem Weihnachtsfest erzählt. Da bin ich speziell nur auf die schönen Dinge eingegangen. Das nicht so schöne habe ich aus gelassen. Bewusst. Denn unser Weihnachten stand unter einem schlechten Stern. Auf Facebook konnte man das mitverfolgen. 

Doch am 24. Dezember, wie durch ein Wunder, wurde dann doch noch alles gut und fein. Da wollte ich im Beitrag natürlich nicht im selben Atemzug über die unschönen Dinge schreiben, die danach passiert sind. Aber ich will es mir von der Seele schreiben. Ich muss es mir von der Seele schreiben. Damit solche Sachen in anderen Familien vielleicht erst gar nicht passieren.

Dumme Sprüche über die „hohe“ Anzahl meiner Kinder

Gut, das ist etwas, das nicht nur bei Familientreffen passiert. Ehrlich, kann man sich dumme Sprüche nicht einfach verkneifen? Muss das sein? Es ist nämlich verletzend. Niemanden geht es etwas an, wie viele Kinder ich habe und schon gar nicht, warum. Es ist einfach meine Sache. Sprüche, die man sich sparen kann:

  • Habt ihr auch noch andere Hobbys?
  • Habt ihr keinen Fernseher?
  • Keine bessere Einnahmequelle gefunden?
  • Sind da Zwillinge dabei oder sind das absichtlich so viele?
  • Im Aufklärungsunterricht geschlafen?

Um nur einige zu nennen, die ich immer wieder einmal höre. Schmerzhaft. Total unangebracht. Jeder einzelne Spruch. Aber zu Weihnachten kam aus den eigenen Reihen die Frage: „Sind eigentlich alle deine Kinder Hoppalas?“ Das traf mich zu tiefst. OK, die Person hat sich bei mir entschuldigt und ich kann ihr auch verzeihen. Diese Person ist selbst ein Pubertier und ich war mir fast sicher, dass sie nicht weiß, welchen Blödsinn sie da verzapft. Und doch hat es mich getroffen. Meine Jungs standen alle daneben. Und ich dachte mir, wenn das mal passiert, wenn sie älter sind, zweifeln sie vielleicht daran, dass jeder einzelne von ihnen ein Wunschkind ist. Das muss doch schrecklich sein. Ich hoffe für meine Kinder, dass sowas nie wieder passiert. Überhaupt diese ganzen Sprüche. Die braucht kein Mensch.

Zu große Unterschiede bei den Geschenken machen

Das ist meinem Schwiegermonster passiert. Nicht mit Absicht, das weiß ich. Aber hätte sie ein wenig ihren Kopf benutzt und nicht blindlings Geschenke eingekauft, dann wäre das nicht passiert. Vor Weihnachten hat sie mich angerufen und gefragt, was sie denn den Jungs zu Weihnachten schenken könnte. 

Ich habe ihr erzählt, dass sie einen Kaufladen bekommen und eine Küche und dass sie, wenn sie will, ein wenig Zubehör dazu kaufen kann. Sie war einverstanden. Doch was dann folgte, war eine Katastrophe. Eine Katastrophe für Mad Max und das Christkind.

Wie ihr vielleicht wisst, kennen unsere Kinder Weihnachtsmann und Christkind gleichermaßen. Beide sind unheimlich spannend und beliebt bei unseren Jungs. Naja, sagen wir mal: Es war so. Für Mad Max hat sich das geändert. Denn mein Schwiegermonster kaufte nicht nur ein wenig Zubehör, sondern so viel, dass wir wohl drei bis vier Kaufläden damit befüllen können. Das wäre an sich noch nicht so schlimm gewesen.

Doch sie hatte einen schlimmen Fehler gemacht. Denn für einen war noch etwas anderes unterm Weihnachtsbaum. Ein super cooler Spiderman Lerncomputer. Für Dean. Nur er hatte etwas anderes außer Zubehör unterm Baum. Und das schmeckte unserem Mad Max so gar nicht. Verständlich. Die Tragik? Er fühlt sich total benachteiligt. Vom Christkind. Für ihn ist das Christkind „gestorben“, weil es doch total „blöd und doof“ ist. Nie wieder möchte er mit dem Christkind zu tun haben. Und das finde ich schade. Ich war so bemüht, dass sie allem gegenüber tolerant sind. Ich finde, ich habe das auch gut hinbekommen, obwohl der Favorit von Mad Max schon der Weihnachtsmann war.

Doch er freute sich auch über das Christkind. Das wird nie wieder so sein. Er ist bald sieben. Auch in 30 Jahren wird er sich an dieses Weihnachten erinnern. Wie er sich fühlte, was das mit ihm machte. Und auch, wenn er dann weiß, dass der Fehler gar nicht beim Christkind lag, sondern bei der Oma, ändert das nichts mit dem negativen Gefühl, das er mit dem Christkind in Verbindung bringt. 

Mein Schwiegermonster versuchte die Situation zu entschärfen und versprach Mad Max, dass er zum Geburtstag auch einen Lerncomputer bekommt. Das ist schön, aber ändert nichts daran, dass er das Christkind nicht mehr ausstehen kann. Meine Bemühungen sind somit alle für die Katz gewesen.

Was ich in Zukunft anders machen werde (den Kindern zuliebe)

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es auch ziemlich ungut war, von 25. bis zum 27. Dezember ständig auf Achse zu sein. Das werden wir so nicht mehr machen. Es ist total unschön für die Kinder. Sie waren dann auch schon unzufrieden. Unzufriedenheit an Weihnachten ist das Letzte, das man braucht. Sie wären viel lieber zuhause geblieben, um mit den neuen Sachen zu spielen. Statt dessen wurden sie früh Morgens geweckt, um dann rechtzeitig fertig zu sein, wenn es wieder los geht. „So habe ich mir Weihnachten aber nicht vorgestellt.“ meinte einer der Jungs. Ja, ich auch nicht. 

Von unserem liebevoll geschmückten Baum hatten wir auch herzlich wenig und von besinnlicher, kuscheliger Stimmung auch. Also werden wir das nicht mehr machen. In Zukunft müssen die Leute, die uns bzw unsere Kinder an Weihnachten sehen wollen, schon zu uns kommen. Es ist auch für mich eine Anstrengung und Stress vier Kinder (plus dem Ehemann) zu einer bestimmten Zeit fertig zu haben. Kontrolliert mal diesen bunten Flohhaufen. Das ist ganz und gar keine einfache Übung, das könnt ihr mir glauben. In Zukunft möchte ich an Weihnachten zuhause bleiben (oder in einem Hotel, an einem ruhigen Ort, falls wir das mal gebacken bekommen).

UND: Ich werde meinem Schwiegermonster ganz genau und unmissverständlich sagen, was sie wem zu Weihnachten schenken MUSS. Ist zwar gegen meine Natur, doch das ist zum Schutz der Gefühle meiner Kinder und das wiederum ist natürlicher Mutterinstinkt 🙂 Also doch nicht ganz gegen meine Natur 😉

Welche unschöne Dinge musstet ihr schon miterleben? Egal ob bei Familientreffen oder im ganz normalen Alltagswahnsinn.

Erzählt es mir in den Kommentaren. Ich bin gespannt, ob nur bei mir alles aus dem Ruder läuft oder ob es anderen auch mal so geht.

Eure Babsi


 

4 Kommentare

  1. Das mit den Sprüchen über die Anzahl der Kinder bzw gernerell dumme Sprüche über meine kommt mir bekannt vor! Wir haben zwar „nur“ 2, aber das sind Zwillinge und das ist anscheinend ein Stigma, wir müssen uns ständig komische Sprüche und Frage anhören – meistens von Personen die wir gar nicht kennen!

    1. Find ich auch sehr doof! Fühl du dich auch gedrückt und lass dich nicht ärgern von so unüberlegten Aussagen.
      Lg

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