Letzte Woche vor Weihnachten – Die reinste Katastrophe

Rückblick auf die letzte Woche vor Weihnachten

Noch ein Mal schlafen, dann ist es so weit. Heilig Abend. Seit Wochen fiebern die Kinder darauf hin, seit Wochen stehen wir alle ein wenig unter Strom. Schließlich soll alles so gut wie irgendwie möglich über die Bühne gehen. Meistens lief bei uns alles gut. Geschenke waren fast schon Anfang Dezember alle besorgt. Nur noch ein paar kleinere Kleinigkeiten fehlten noch.

Und dann begann sie. Die Katastrophe. Alles begann am vierten Adventwochenende. Die letzte Woche vor Weihachten brach an und es sollte die schlimmste werden, die ich seit Jahren hatte.

Katastrophe Waschmaschine

Am Freitag passierte etwas, das einem nicht vor Weihnachten passieren möchte. Unsere treue Waschmaschine stellte ihren Dienst nach 8,5 Jahren, ohne Vorwarnung, einfach ein. Das war schon nicht schön. Abgesehen davon, dass das ausgerechnet vor Weihnachten passierte. Das alleine wäre doch noch gar nicht so schlimm. Schlimm an der Sache ist, dass mein Mann seinen Job verloren hat. Über die suspekten Gründe werde ich dann im neuen Jahr berichten.

Schlimm ist, dass es in einem 6-Personen-Haushalt passiert. Wovon drei Kinder noch sehr klein sind und ein gewisses Maß an Schmutzwäsche produzieren. Täglich! Wir konnten mit einer Anschaffung einer neuen Maschine also nicht warten. Wir mussten handeln und Ersatz besorgen. Und zwar SOFORT. Also riss uns das ein Loch in die beschränkten Finanzen. Vor Weihnachten. Ich war mal nur am Heulen, wie ihr euch vorstellen könnt. Nach dem ich mich erholt hatte, folgten

Weitere schlechte Nachrichten

Ist ja nicht so. Noch am selben Abend erfuhren wir, dass meine geliebte Schwie-Ma am Weg zur Straßenbahn stürzte und sich ziemlich schlimm weh getan hat. Sie hat sich ihren Ellbogen zertrümmert und wurde noch in der selben Nacht operiert. Ich hab richtig gelitten und wäre am liebsten gleich zu ihr gefahren. Aber das ging nicht. Wäre auch nicht so angenehm gewesen für meine Schwie-Ma, könnte ich mir vorstellen. Also hieß es abwarten und Tee trinken.

Nachdem uns diese Nachricht ereilte und wir ziemlich erschüttert waren, folgte auch schon die nächste. Die Tante meines Chaos-Mannes stürzte auch. In der Badewanne. Auch im Spital. Ihr schmerzt der ganze Körper und sie ist ziemlich schlimm auf den Hinterkopf gefallen.

Die guten Nachrichten waren dann wenigstens, dass beide das Krankenhaus nach dem Wochenende wieder verlassen durften.

Der Wochenstart

Am Montag sah es dann so aus, als würde alles wieder in geordneten Bahnen verlaufen. Die Kinder waren wieder in Kindergarten und Schule. Sie waren glücklich und ich war es auch wieder. Waschmaschine lief und ich freute mich an ihr. Denn die alte Waschmaschine fasste 4,5 kg Wäsche, was bei einem 6-Personen-Haushalt eigentlich zu wenig ist. Als wir die Maschine, vor über acht Jahren, bekamen, waren wir aber auch nur zu dritt und weitere Kinder waren da noch gar nicht geplant. Also genügte diese.

Doch dann wurden wir mehr. Und für das, muss ich sagen, hat die Waschmaschine wirklich guten und verlässlichen Dienst geleistet. Schließlich war sie nicht für so viel Wäsche ausgelegt und sie lief am Tag ungefähr 3 bis 4 Mal. Jetzt habe ich eine Maschine, die 8 kg Fassungsvermögen hat. Also fast das doppelte. Eine moderne Maschine, mit Sparwaschgang und Kurzwaschgang und was weiß ich noch was alles. Wir müssen uns noch kennen lernen. Und ich konnte aufatmen. Denn Schwie-Pa und Schwie-Ma gaben uns das Geld für die Maschine. Ich bin so unendlich dankbar dafür, das könnt ihr mir glauben.

Die Wochenmitte

Doch dieser Frieden und die Freude verflogen am Mittwoch schlagartig. Mein Dean kam vom Kindergarten nachhause und suchte zuerst einmal die Toilette auf. Er hat sich übergeben. Kurz darauf noch einmal und mir war klar: Magen-Darm-Grippe. Vor Weihnachten. War doch so klar. Warum sollten wir einmal Ruhe haben? Warum sollten wir einfach einmal zufrieden und glücklich sein?

Es war sehr schlimm, es ging ihm sehr schlecht. Bis um 22:00 Uhr ging es ihm schlecht. Wir waren kurz davor ins nächstgelegene Spital mit Kinderbettenstation zu fahren. Doch dann besserte sich sein Zustand schlagartig. Es machte den Anschein, dass es, so schnell wie es kam, auch wieder verschwand. Nachdem sein kleiner Körper vollkommen leer gewesen sein muss, kehrte schon beim Schlafen die Farbe zurück und er atmete ganz ruhig. Also ging ich auch schlafen.

Um 3:00 Uhr Morgens stand mein Dean neben meinem Bett und wollte etwas zum Trinken. Ich stand also auf, ging in die Küche und machte ihm einen Tee. Den trank er dann und behielt ihn auch drinnen. In der Früh war Dean dann auch gar nicht mehr so blass und behielt auch den Frühstückstee drinnen. Zu Mittag bekam er dann eine Suppe und ich war mir nun sicher, dass es vorbei ist.

Meine Vermutung: ein Keim, der eigentlich “nur” Durchfall auslöst. Dean war aber mehr geschwächt, weil er die Woche zuvor Antibiotika brauchte. Antibiotika haben die blöde Angewohnheit die Magen-Darm-Flora zu zerstören. Normaler Weise baut sich diese dann wieder auf (Erwachsene bekommen oft Magenschutz bzw danach ein Medikament, damit sich die Flora wieder aufbaut. Kinder bekommen aber schwächere Antibiotika und demnach keine weitere Therapie, um den Organismus nicht zu überlasten). Doch in Deans Fall hatte der Körper kaum Zeit sich von den Antibiotika zu erholen. Am Wochenende bekam er die letzte Gabe und nach dem Wochenende kam er wohl mit dem Keim im Kindergarten in Berührung. Die Auswirkungen waren schlimm.

Der letzte Tag vor Weihnachten

Die Woche war einfach katastrophal. Zwischen dem ganzen Chaos habe ich es aber geschafft, mit Pubertier und Mad Max noch Kekse zu backen. Noch ein wenig Weihnachten zu zaubern. Auch heute werden wir noch Kekse machen. Wir haben zwar alle diesen Keim abbekommen, aber glücklicher Weise verarbeiten wir anderen diesen Keim einfach besser, als unser Dean. Dean ist noch leicht geschwächt aber es wird.

Meine Stimmung ist ehrlich gesagt an einem Tiefpunkt angelangt. Meine Lust auf Weihnachten ist so gut wie nicht vorhanden. Ich habe viel mehr Lust, davon zu laufen und alles einfach hinter mir lassen. Also nicht meine Familie, sondern die Situation, die sich auch im nächsten Jahr nicht ändern wird.

Ein paar Monate ging es uns gut, doch jetzt sind wir wieder da, wo wir eigentlich nie hin wollten. Wir kommen da auch nicht heraus. Wenn kein großes Wunder geschieht. Doch die Welt sieht nicht so aus, als würden große Wunder auf uns zu kommen.

Ich würde euch gerne positivere Gedanken da lassen, aber leider ist es mir ganz einfach nicht möglich. Zuviel Scheibenkleister ist in den letzten Tagen passiert. Scheibenkleister, der dir eindrucksvoll zeigt, du bist machtlos. Selbstbestimmung, Entscheidungen selbst treffen, das Leben selbst gestalten, das sind für mich einfach nur Illusionen. Du kannst gar nix machen, außer das Beste daraus.

Wenig positive Dinge gab es auch aber die überwiegen diesmal leider nicht. Die negativen Ereignisse werfen einen viel zu großen Schatten.

Weihnachten

Morgen ist es soweit. Wir feiern Weihnachten. Und ich hoffe, dass es für meine Kinder schön sein wird. Dass sie das unter dem Baum finden, was sie sich wünschen. Ich hoffe, dass ihre Augen heller strahlen als die Lichter am Baum. Hoffentlich werden wenigsten sie wieder ein unvergessliches Weihnachten haben. Im positiven Sinne. Denn meines ist leider überschattet.

Ich wünsche euch ein wundervolles, friedvolles, herrliches Weihnachtsfest. Dass sich eure Wünsche erfüllen mögen und dass ihr glückliche Stunden mit lieben Menschen verbringen könnt. Genießt die magische Zeit und saugt die positive Energie in euch auf.

Ich werde das auch machen.

Eure Babsi


Titelbild von pixabay.com

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