Gesund und Fit

Intuitive Ernährung – Weg aus meinem Übergewicht?

Seit meiner Diagnose, dass meine Schilddrüse nicht ganz so toll macht, wie sie soll, sind schon einige Jährchen vergangen. Und ich kämpfte. Wollte schon aufgeben, denn Nichts, das ich machte, wirkte dauerhaft. Manchmal nicht einmal kurzfristig. Das war 2019.

Anfang 2020 wurde ich dann auf intuitive Ernährung aufmerksam. Ich stieg in das Thema ein, und konnte nichts damit anfangen. Hier hatte ich bereits 106 kg. Auf meine Größe viel zu viel. Wie soll ich es bloß schaffen zumindest wieder unter 100 kg zu kommen? Meine Verzweiflung war so groß, dass ich wieder zur Zigarette griff. Bis heute bereue ich diese Entscheidung. (Notiz am Rande: im Haus und in der Nähe der Kinder wird nicht geraucht)

Dieser Artikel enthält lediglich Empfehlungen der Autorin aufgrund persönlicher Erfahrungen. Weder wird die Vollständigkeit der Informationen noch für einen Erfolg garantiert. Der Artikel ersetzt weder eine Ernährungsberatung noch eine medizinische Beratung. Bei starken Beschwerden bitte immer mit dem Arzt/der Ärztin Rücksprache halten.

Corona – Lockdown – ein Sommer voller Arbeit

Als Corona Europa erreichte, stürzte mich das in eine Schockstarre. Mir verging der Appetit und ich wurde tieftraurig. Und schon kam ein Lockdown nach dem nächsten.

Wie alle Menschen, machten wir dann das Beste aus der Situation. Als das Wetter besser wurde, stürzten wir uns auf unseren Garten. Der war mir schon länger ein Dorn im Auge.

Die Kombination aus weniger Essen und mehr schwere Arbeit (und wahrscheinlich, weil ich wieder geraucht habe), ließ die ersten Kilos purzeln. Nach dieser enorm anstrengenden Zeit pendelte sich mein Gewicht dann auf 102 kg ein. Nicht die Welt. Weit weg von einem gesunden Gewicht und Lichtjahre entfernt von meinem Wunschgewicht.

Doch ich stieg noch einmal in das Thema intuitive Ernährung ein. Denn es konnte doch nicht sein, dass ich mich aufs gröbste kasteien und aufs härteste arbeiten muss, um an Gewicht zu verlieren.

Intuitive Ernährung – Liebe auf den zweiten Blick

Also noch einmal stöbern, informieren, recherchieren. Dann stieß ich auf eine nette junge Frau, die über Instagram Tipps zum Thema gibt. Bis heute folge ich ihr mit Begeisterung. Denn sie kann das Drama um Diäten und kontraproduktiven Glaubenssätzen aus eigener Erfahrung heraus verstehen.

Sie zeigt anschaulich, was intuitive Ernährung ist und was nicht. Sie kennt die Stolpersteine nur zu gut und hilft dir dabei, selbige zu entlarven und dann aktiv anzugehen. Vor allem der punkt emotionales Essen spielt hier eine große Rolle.

Mein persönlicher Weg

Ich begann also, meine Ernährung zu überdenken. Kam zu dem Schluss, dass ich aller Wahrscheinlichkeit nach zwar übergewichtig und doch mangelernährt bin. Wo also anfangen?

Beim Essen. Und zwar genau dann essen, wenn der Körper Hunger meldet. Und genau das essen, wonach meinem Körper gerade ist. Was sich hier so einfach liest, ist nach einer langen, missglückten Diätkarriere schwierig. Ein Monster, das es zu bezwingen gilt. Emotionen gehen hier durch und jede Falsche Entscheidung bezüglich Lebensmittelwahl ist mit einem Gefühl des Versagens verbunden.

Es war kein leichter Kampf mit meiner aller größten Herausforderin: mir selbst. Bis heute kämpfe ich. Falle in alte Muster. Doch intuitive Ernährung wirkt. Auf mehreren Ebenen.

Die Gedanken

Nach und nach lernte ich, dass ein Kuchen einfach nur ein Kuchen ist. Der gerade lecker schmeckt und den ich gerade einfach brauche. Also nicht verbieten, essen! Am Anfang neigte ich natürlich dazu aus einem Stück schon mal drei zu machen. Mittlerweile wird aus einem Stück schon einmal ein Halbes, weil ich einfach nicht mehr „brauche“. Weil ich weiß, dass ich ja immer Kuchen essen darf.

Genauso verhält es sich mit anderen – angeblichen – No-Go-Lebensmitteln. Sie sind kein No-Go und sie gehören einfach dazu. Punkt.

Verbote sind verboten!

Wenn ich Schweinebraten mit Kartoffelknödel esse, dann esse ich eben Schweinebraten mit Kartoffelknödel. Und nein, ich muss mir das weder verdienen noch muss ich danach ewig lang aufs Laufband.

Nur manchmal geht es mir nach einem üppigen Essen seelisch wieder schlecht. Nur noch manchmal beschimpfe ich mich selbst, weil ich wieder einmal nicht standhaft bleiben konnte. Nur noch manchmal und bald schon gar nicht mehr.

Der Körper

Intuitive Ernährung ist keine Diät. Ich bin nun seit Jänner ganz bewusst und vor allem selbstbewusst diätfrei. Die einzige Regel, an die ich mich halte: Iss was du willst, wann du willst und genauso viel du willst. Ja, am Anfang ist das schwer, man übertreibt es. In beide Richtungen. Also zu viel und zu wenig. Irgendwann, ich glaube, es war März, pendelte sich mein Essverhalten wie von selbst ein. Kein zu viel mehr und kein zu wenig. Natürlich nicht 100%ig, aber ich bin Anhängerin der 80:20 Regel. Diese Regel kannst du in jedem Lebensbereich anwenden.

Im Falle der Ernährung bedeutet das, wenn ich es 80% der Zeit „richtig“ mache, dann können 20% der Zeit ruhig daneben gehen.

Und tatsächlich: nachdem ich voll in die intuitive Ernährung einstieg, bemerkte ich erste Erfolge. Diese werden gefeiert, sind sie noch so klein. Im Februar war ich endlich unter 100kg. Endlich hatte ich mein erstes, heißersehntes Ziel erreicht 🙂

Meine Erfolgsmessung

Natürlich spielt Gewicht eine Rolle. Aber es ist nicht meine einzige Kennzahl. Denn Gewicht unterliegt groben Schwankungen. Gerade, wenn man eine Frau ist. Wir unterliegen hier ganz stark den hormonellen Schwankungen aufgrund unseres Zyklus.

Als weitere Kennzahlen schreibe ich mir Umfänge auf und ich habe eine Körperfettwaage, mit der ich noch Fettanteil, Muskelanteil und Wasseranteil im Auge behalten kann.

Die Tabelle veranschaulicht hier ganz gut, dass die Maße wichtig sind. Denn du siehst ganz deutlich, dass ich mehr Wasser eingelagert hatte. Das hatte sich auf mein Gewicht ausgewirkt. Aber aufgrund der Kennzahlen BF (Bodyfat) und Muskel siehst du, dass ich Fettanteil reduzieren und Muskelanteil erhöhen konnte. Insgesamt eine gesündere Zusammensetzung.

Und das schönste überhaupt sind meiner Meinung nach die Vorher-Nachher-Fotos. Denn Zahlen allein vermitteln kein eindeutiges Bild 😉 Siehst du ja selbst. Links mit ca. 102kg rechts dann ungefähr 96kg.

Ein Bild sagt mehr als Zahlen.

Möchtest du gerade deinen Körper in Form bringen, dann möchte ich dir Vorher-Nachher-Bilder ans Herz legen. Denn Gewicht und Körperzusammensetzung sagen nichts über das Erscheinungsbild aus 😉 Da habe ich auf der Waage lieber etwas mehr, mein Körper ist dafür schön straff und fit 😉

Thema Sport

Natürlich habe ich nicht nur meine Ernährung geändert, sondern auch meine Bewegung. Also die Menge und Intensität. Auch hier setze ich auf intuitiv und genau wie bei der Ernährung trägt es langsam aber sicher Früchte. Ich bin keine Marathonläuferin und das möchte ich auch gar nicht sein. Aber mein Fitnesslevel und meine Ausdauer sind trotzdem deutlich gestiegen.

Wie intuitiver Sport funktioniert, erkläre ich gerne in einem anderen Beitrag. Aber im Grunde treffen dieselben Prinzipien wie bei der Ernährung zu.

Die Prinzipien der intuitiven Ernährung – Kurzfassung und sicher nicht vollständig

Intuitive Ernährung ist keine Diät!

  • Verbiete dir nichts!
  • Iss, was dir gut tut – lass weg, was dir nicht gut tut.
  • Vertraue deinem Körper – er sagt dir, was er gerade benötigt.
  • Wenn du Lust auf Schoki hast, dann iss ein Stück Schoki und versuche diesen Hunger nicht mit irgendeiner Alternative zu stillen – es wird nicht funktionieren und aus Gusto wird Heißhunger.
  • Ergründe Fressattacken – steht ein emotionaler Grund dahinter oder ein körperlicher?
  • Wenn du dich mehr bewegst, hast du mehr Hunger und das ist ok. Denn: bewegst du dich weniger, dann hast du auch weniger Hunger. Vertraue dir! Du machst es bestimmt richtig.
  • Es gibt keine Ausrutscher und du bist kein Versager.
  • Mal mehr zu naschen, als man sollte hat nichts mit mangelnder Standhaftigkeit zu tun.
  • Essen – egal ob gesund oder nicht – musst du dir nicht verdienen und du musst es auch nicht abtrainieren.
  • Lebe! Genieße! – Der wichtigste Punkt 😉

Der aktuelle Stand

Ich falle noch in alte Verhaltensmuster. Etwas, dass man sich über Jahre antrainiert und angegessen hat, wird man natürlich nicht in kurzer Zeit los. Aber mit jeder Woche, in der ich selbstbewusst diätfrei lebe, wird es besser. Mein aktuelles Gewicht schwankt zwischen 93 und 94kg.

Vor zwei Wochen probierte ich eine Hose, die ich im Februar um 5cm nicht zubrachte. Endlich passt sie wieder. Um genau zu sein wird sie mir schön langsam zu groß 🙂

Ich freue mich auf die Weihnachtszeit und all die Leckereien, die darauf warten, vernascht zu werden. Denn selbst, wenn ich da wieder zunehmen sollte, weiß ich, dass ich es auch wieder abnehmen werde.

Lebe! Genieße!

Und noch eine kleine Kleinigkeit, die aber nichts direkt mit der intuitiven Ernährung zu tun haben muss:

Meine Schilddrüsenwerte normalisieren sich wieder 😉

Hast du Erfahrung mit intuitiver Ernährung? Wie sieht die aus?

Ich freue mich auf dein Kommentar,
Babsi Hey


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