mamas pause
Mamaleben

Mamas Pause könnte zum Weltuntergang führen

Seit ich Mama bin habe ich ein gespanntes Verhältnis zu den unterschiedlichsten Sitzmöglichkeiten. Irgendwie funktioniert das meistens nicht gut und nicht lange. Das Sitzen meine ich. Ihr wisst doch, was ich meine oder?

Kinder müssen so einen Detektor von Geburt an eingebaut haben, der sofort bekannt gibt, wenn Mamas Arsch den Sessel ein wenig berührt. Oft sitze ich noch gar nicht wirklich und plötzlich haben die Kinder ganz außergewöhnlich dringende Bedürfnisse, die, wenn sie nicht gleich und sofort erfüllt werden, dazu führen, dass das Kind einen grausamen Tod sterben muss.

Es wird verhungern oder verdursten (denn die letzte Mahlzeit wurde vor 5 Minuten eingenommen und das Trinken steht auf der Anrichte in der Küche), oder vor Liebeskummer dahinschwinden, weil das liebste Stofftier nicht auffindbar ist (weil es, statt in der rechten Hand, in der linken Hand gehalten wird), weil Mama jetzt gerade telefoniert (und somit die Aufmerksamkeit wo anders liegt und das führt zwangsläufig zur Vernachlässigung), weil der Mond gerade ungünstig steht… Irgendwas ist immer.

Es fällt einfach auf und das beginnt ja schon nach der Geburt. Baby schläft und Mama denkt sich: „So, jetzt kurze Pause auf der Couch/beim Küchentisch und eine Tasse Kaffee schlürfen.“ Arsch berührt Sitzgelegenheit, Baby fängt zu brüllen an. Fertig. Und das bleibt von nun an immer so. Versprochen. Und das wird auch nicht leichter, wenn sie älter werden. Ich weiß, wovon ich rede.

Mein ältester Sohn, Phil Morris, ist nun 14 Jahre und auch er merkt anscheinend genau, wann sich Mama auf einen Sessel pflanzt. Denn genau in dem Moment platzt er rein und hat ein dringendes Anliegen, das sofortiger Aufmerksamkeit bedarf, sonst bin ich daran schuld, dass seine Pubertät mies verlief und somit die Chance auf ein ordentliches Leben vollends vertan ist oder was weiß ich. Mein Pubertier ist ein typisches Pubertier. Die meiste Zeit zu erwachsen, um Mama zu brauchen. Hockt im Zimmer und macht sein Ding (zeichnen oder lesen). Sein Zimmer liegt im oberen Stock und trotzdem funktioniert sein „Achtung-Mama-setzt-sich-gerade-hin-Detektor“ immer noch einwandfrei.

Das ganze Drama ist aber damit noch gar nicht perfekt. Denn dann kommt noch der Ehemann ins Spiel. Sein Detektor funktioniert in die genau entgegen gesetzte Richtung. Der beste Ehemann von allen erschnüffelt, wenn ich grad absolut keine Zeit habe und genau dann kommt er daher mit nicht weniger wichtigen Anliegen, die sofortiger und uneingeschränkter Aufmerksamkeit bedürfen, sonst könnte ja eventuell die Welt untergehen. Die gesamte. Also sollte die Welt mal untergehen, das war dann ich, die irgendwie grade zu beschäftigt mit sich selbst war. Sorry for that!

Manchmal sitze ich neben meinem Mann und kann ihm dabei zusehen, wie er sich um seine Sachen kümmert. Bewerbungen schreiben und sich in sein laufendes Projekt hineinlesen und so weiter und so fort. Ich werde in dieser Zeit keines Blickes gewürdigt. Aber wehe ich stehe auf und begebe mich in mein Büro. Oi weh! Dann schallt es „SCHAAAAATZ! Ich brauch dich jetzt und sofort! Ohne umschweife…“ 

Und da sollste nicht meschugge werden… Eine Zeit lang dachte ich, der Sessel ist schuld an dem Drama. Ganz ehrlich. Ich dachte mir echt

„Der Arsch verpfeift mich doch…“

Aber es muss ein eingebauter Detektor in meinen Familienmitgliedern sein. Denn ich habe auch schon versucht, mich ganz einfach auf den Boden zu pflanzen. Nicht nur, dass sie auch das merken, obwohl sie sich nicht einmal im selben Stockwerk befinden. Nein! Auf dem Boden zu sitzen ist wohl auch einen Aufforderung mich Vollgas und völlig ohne Hemmungen nieder zu springen und das Extremknuddeln wird eingeläutet oder Wrestling. Je nach Tagesverfassung.

Obendrein kommt dann der 74 cm große und 40 kg schwere Hund auch noch auf die Idee, ich hätte mich zu seinem Vergnügen auf den Boden gesetzt. Ich verschwinde also unter einem Gewusel von Kindern und Hund. Von der Katze möchte ich erst gar nicht reden. Die ist aber selten im Haus, weil sie den Hund nicht leiden kann.

Sie ist dann die erste, die auf mir sitzt, sollte ich eine heimliche Pause im Garten machen wollen. Zu ihr gesellt sich dann meist auch noch Nachbars Kater. Dann hängen zwei Katzenviecher auf mir und manchmal fangen die dann auch noch zu raufen an. Und ich mitten drunter. Hab da schon einige „Schmucknarben“ abbekommen.

Ihr seht, Mamas Pausen stecken voller Probleme und können so richtig schmerzhaft werden. Das Weiterbestehen unserer schönen Welt hängt von Mamas Nicht-Pausen ab.

Aber es gibt Lösungen, die ich euch hier natürlich nicht vorenthalten möchte.

Das könnt ihr tun

Trinkt euren Kaffee im stehenden Zustand. Dann funktioniert das ganz gut. Wenn ihr Pause macht, dann versucht einen leicht gelangweilten Eindruck zu machen. Aber nicht zu gelangweilt. Das geht ja gar nicht, dass Mama gelangweilt ist. Die Kinder starten sofort das Anti-Langeweile-Programm für Mama. Aus tiefer Liebe heraus. Ist doch klar. 

Schaut leicht beschäftigt aus. Das geht auch ganz gut. Aber bloß nicht zu beschäftigt. Da habt ihr eure Chance auf eine ruhige Pause auch schon wieder vertan. Denn die Kinder werden alle Register ziehen, damit die Aufmerksamkeit wieder voll und ganz bei ihnen liegt (siehe am Anfang des Textes).

Und wenn ihr das Bedürfnis habt euch wo hinzusetzen, dann achtet darauf, dass euer Hintern die Sitzgelegenheit nicht wirklich berührt. Achtet darauf, dass ihr ein paar Millimeter über dem Sessel „schwebt“. Das trainiert dann ganz nebenbei eure untere Muskulatur bis zum Bauch 😉

Wir lesen uns =),
Babsi Hey


Bild von JL G auf Pixabay


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