Ich steh zu mir?

Dani von Glucke und so hat einen tollen Beitrag über das Thema “Idealbild” geschrieben und zur Blog Parade aufgerufen. Was der ausschlaggebende Punkt für ihre Gedanken war, könnt ihr in ihrem Artikel lesen.

Ich habe einen langen Weg durch Diäten hinter mir. Irgendwie fand ich mich selbst noch nie richtig schön. Kurz gefasst war das so:

rundlich, dick, noch dicker, dünn, zu dünn, normal, dick, dicker, zu dick…

So, das ist die Kurzfassung. (Ich hatte angefangen, die ganze Geschichte nieder zuschreiben, aber da kam ich irgendwie nicht zum Punkt).
Eines habe ich auf meinem Weg festgestellt. Es ist sowas von ungesund! Für den Körper, für die Seele. Ich hatte begonnen, einen Essstörung zu entwickeln. Mitten in der Schwangerschaft vom Mupfel (Der Kleinste, also noch nicht so lange her). Diese äußerte sich so, dass ich Essen als grundsätzlich böse, schlecht und ungesund empfand. Also vermied ich es zu Essen. Ich nahm in der Schwangerschaft zuerst ab und dann kam ich auf insgesamt 3 Kilo Zunahme. Mein Arzt vermutete etwas in die Richtung Essstörung und wies mich ins Krankenhaus ein. Da wurde ich dann drei Tage lang “gefüttert”.

Nach der Geburt nahm ich mir dann fest vor abzunehmen. Aber gesund. Ohne Druck. Ich gewöhnte mir an, regelmäßig zu essen. Hauptsächlich Obst und Gemüse. Und siehe da, ich nahm ab. Bis zum heutigen Tage sind es 14 Kilo.

Finde ich mich jetzt schön?

Nicht unbedingt schön. Aber ich fühle mich (meistens) richtig wohl. Es gibt Situationen, da erleide ich einen argen Rückfall. Da kann ich mich selbst nicht im Spiegel sehen. Da bin ich den Tränen nahe und ich sehe all die “Baustellen” an meinem Körper.

Erst jetzt ist so ein Moment. Deswegen finde ich diese Blogparade gerade wie gerufen. Denn Dani möchte wissen, was wir an unserem Körper mögen.

Meine Zähne. Ich finde sie sehr schön. Sie stehen kerzengerade in Reih und Glied. Da habe ich echt großes Glück, denn nicht jeder hat so schöne Zähne. Alleine in meiner Familie bin ich so ziemlich die einzige, die so schöne Zähne hat.

Ich mag meine Augenbrauen. Denn sie sind total natürlich. Nicht in Form gezupft und schon gar nicht ausgezupft und aufgemalt. Sowas finde ich persönlich gar nicht schön. Also sind meine schön und ich mag sie.

Und ich mag meine Hände. Ich finde sie schön, obwohl sie nicht besonders zart und zierlich sind. Auch habe ich keine langen Fingernägel, sondern ziemlich zurück geschnitten. Aber ich finde sie so genau richtig und passend für mich. Ab und zu lackiere ich mir meine Nägel auch in ganz ungewöhnlichen Farben. Ich mag das.
Auf meiner linken Hand habe ich eine Tätowierung. Die ist nicht besonders schön für einen Betrachter, aber für mich ist sie etwas Besonderes. Eine Jugendsünde, die ich bis heute nicht bereue, sondern auf die ich stolz bin. Es steckt eine schöne Geschichte dahinter. Deswegen mag ich sie.

Was ich an mir nicht so mag

Nun gibt es natürlich auch Dinge, die ich nicht so mag. Viele Dinge. Aber ich zähle jetzt nur die auf, die mir wirklich nie gefallen werden, egal wie positiv meine Lebenseinstellung auch sein mag.

Da wären meine Oberarme. Ich mag sie nicht. Sie sind hässlich, egal wie dick oder dünn ich bin. Denn es sind Fledermausarme. Ok, nicht sehr ausgeprägt und angeblich kaum auffällig. Aber ich weiß, dass sie da sind und deswegen gefallen sie mir nicht. Egal, was Fremde da sehen oder auch nicht.

Meinen Hintern. Den kann ich auch nicht leiden. Der ist echt breit. Auch wenn mir mein Mann einredet, dass der gar nicht breit ist. Für mich ist er einfach zu breit. Ich mag ihn nicht.

Meine Brüste mag ich auch nicht. Nicht wegen der Größe oder wegen des Aussehens. Denn eigentlich passen sie zum Rest meines Körpers. Proportionen passen hier eigentlich. Aber ich mag sie nicht, denn ich war bei vier Babys nicht im Stande richtig zu stillen. Zuerst hab ich die Schuld immer mir gegeben. Jetzt geb ich die Schuld nur mehr meinen Brüsten. Die sind echt doof…ganz ernsthaft.

Und meine Waden kann ich auch nicht leiden. Die sind echt dick. Auch hier wieder egal wie dünn ich bin. Die bleiben irgendwie viel zu “dick”. Proportional betrachtet. Sie passen nicht zum Rest. Das ist Schade und macht mich traurig. Im Sommer ganz besonders. Ich versuche immer zu vermeiden kurze Hosen zu tragen. Nur wegen den Waden.

Wie möchte ich das ändern?

Ich bin an einen Punkt angelangt, wo ich gar nicht mehr so sehr meinen Körper ändern möchte. Ich möchte meine Einstellung zu meinem Körper ändern. Im Moment versuche ich mir jeden Tag vor dem Spiegel zu sagen, dass ich gut aussehe. Dass jede Falte ehrlich verdient ist. Dass jedes Speckröllchen einfach zu mir gehört. Dass mein Körper spitze ist, denn immerhin hat er vier Kinder ausgetragen. Und dass ich im Grunde schon alleine deswegen gut aussehe. Mein Körper leistet jeden Tag hervorragende Arbeit. Denn ich bin gesund und fit. Gut, fit nicht ganz so, denn ich hab grad eine anstrengende Phase mit Mupfel hinter mir. Aber gesund bin ich. Und gibt es etwas Schöneres als gesund zu sein?

Das blöde Idealbild

Ja, das gibt es leider. Und leider beeinflusst uns das mehr, als wir zugeben möchten. Gerade, wenn man noch jünger ist. Gerade diese Vorstellung von Schönheit treibt uns in den Wahnsinn. Treibt uns in Diäten, die vieles Versprechen und manches auch halten, aber selten gesund sind. Doch diese “Schönheit” ist selten natürlich. Sie ist anstrengend und macht keinen Spaß. Sie ist gekauft und mit Photoshop bearbeitet. Es wird uns eigentlich nur das Ergebnis präsentiert. Aber der Weg dorthin nicht.

Schönheit ist mehr als nur Aussehen. Es ist auch Ausstrahlung. Wenn man eine positive Ausstrahlung hat, freundlich wirkt und nett, dann ist man schöner als jemand der perfekt aussieht aber eine schlechte Ausstrahlung hat, unfreundlich und unhöflich ist.

Ich möchte nicht wissen, wie unglücklich so manch schöner Mensch ist. Aber das wird nicht gezeigt. Immer schön freundlich lächeln.

Meine Kinder und die Schönheit

Meine Kinder, alles Jungs, lernen eigentlich von klein auf, dass die “Schönheit” aus dem Fernsehen und den Zeitschriften nichts mit der natürlichen Schönheit zu tun hat. Schönheit kommt in erster Linie von innen. Man muss sich aber auch die Zeit nehmen, einen Menschen kennen zu lernen. Sie werden dazu erzogen, nicht oberflächlich zu sein. Und dass aus einem hässlichen Entchen später einmal ein schöner Schwan werden kann, oder auch nicht. Sie lernen auch, dass es von außen total schön wirken kann, aber bei näherer Betrachtung total hässlich sein kann. Es ist noch zu früh, um sagen zu können, ob sie es verstehen. Aber ich glaube schon, dass gute Ansätze da sind.

Ich erkläre ihnen nicht, was schön ist und was nicht. Nicht falsch verstehen. Sie können schon ihre eigene Meinung zum Thema “Schönheit” haben. Aber ich versuche schon sie darüber aufzuklären, dass schön nicht gleich schön ist. Und dass jeder Mensch Schönheit für sich selbst definieren sollte und sich nicht beeinflussen lassen sollte von irgendwelchen Idealen.

Mein Fazit

Schönheit liegt im Auge des Betrachters und ich denke, wir können das selbst sehr gut beeinflussen. Je positiver wir selbst sind um so positiver und somit schöner werden wir von Fremden wahrgenommen. Damit sich die Fremdwahrnehmung uns gegenüber verbessert, müssen wir eindeutig an der Selbstwahrnehmung arbeiten. Wenn wir zufrieden mit uns sind, sind es andere auch. Es bringt uns nichts, ein Ziel anzustreben, das wir nie erreichen werden. Es fehlt das nötige “Kleingeld”. Es ist allerhöchstens frustrierend und wer von uns gibt sich schon gern (auf Dauer) mit einer frustrierten Person ab? Da kann die noch so schön sein.

Wir müssen speziell unseren Kindern erklären, dass Schönheit individuell ist. Es wird immer Menschen geben, die dich trotz allem nicht schön finden und das ist ok, solange man sich selbst mag. Damit unsere Kinder nicht einem Wahn verfallen, liegt es an uns sie zu starken, aufgeklärten, selbstbewussten Menschen zu machen mit der nötigen Portion Selbstwertgefühl.

Im Großen und Ganzen stehe ich zu mir, auch wenn ich hin und wieder ins Schwanken komme. Ich habe mir eine positive Ausstrahlung zugelegt, automatisch Gewicht abgelegt und wirke vielleicht nicht schön aber positiv auf meine Mitmenschen. An manchen Tagen bin ich schöner als an anderen. Das hängt von vielen Faktoren ab. Manche kann man beeinflussen, andere eben nicht.

Bin ich schön?… Vielleicht
Stehe ich zu mir?… Ja <- und das ist wichtig 😉

Wie seht ihr das ganze “Drama” um die Schönheit?

Eure
Babsi

PS: Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich rausgefunden, wie schön ich bin und habe diesen motivierenden Gedanken auf Facebook gelassen 😉

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3 Kommentare

  1. Das ist die Quintessenz-wenn man zu sich steht ist man automatisch schön…. Ideale sind nicht die Realität und Schönheit nicht nur das Körperliche.
    Glaub an Dich..
    vielen Dank für deinen Beitrag
    Liebe Grüße
    Dani

  2. ich glaube, es ist gerade für frauen eins der schwersten dinge überhaupt, sich selbst so zu akzeptieren, wie man eben ist. ich selber mag diese “typischen” schönheitsideale garnicht. ich finde ausstrahlung viel wichtiger und auch sexier (heißt das so 🙂 ). und wenn frau zu sich selber steht, schlägt sich das auch in der ausstrahlung nieder. wir kämpfen viel zu viel mit uns anstatt uns so zu akzeptieren wie wir sind. auch ich ertappe mich immer wieder dabei und übe noch 🙂 schön, dass du zu dir stehst!!!! ich freu mich mit und für dich!

    1. Oh ja. Das denke ich auch. Ich muss auch noch üben. Was mich selbst betrifft. Sehr viel sogar. Aber jeden Tag schaff ich ein Stück mehr. Mal ein großes Stück mal ein kleineres. Und Rückschläge gibts auch. Aber sie dauern nicht mehr Wochen oder gar Monate. Nur mehr Tage 😉

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