Erntezeit

Immer öfter sehe ich jetzt, dass immer mehr Leute aus ihrem Garten ernten können. Hach, das ist ja so schön. Im Frühjahr hat man die meiste Arbeit. Beete vorbereiten, eine Einteilung treffen und dann das säen der Samen.

Während der Wachstumsphase sieht man immer wieder nach dem Rechten. Unkraut wird gejätet, Schädlinge werden (auf natürliche oder chemische Weise) verbannt, regelmäßig gedüngt und gegossen. Schon bald wird die ganze Müh’ und Arbeit belohnt, die ersten Triebe sind zu sehen.

War auch bei uns so der Fall. Trotz nass-kaltem Wetter (das übrigens nicht besser wurde) fingen die Sachen an zu wachsen. Die Freude war schon groß. Die Kinder haben mir hin und wieder auch geholfen und das ganze Projekt machte im Großen und Ganzen Spaß.

Doch dann wurde das Wetter irgendwie statt besser immer mieser. Es wird Ernteausfälle geben. Zumindest in unserem Garten. Das war der Moment, an dem es aufhörte Spaß zu machen. Denn, wenn es nicht regnete und die Sonne schien, konnte man direkt zusehen, wie das Unkraut die Oberhand gewann. Irgendwann kamen wir nicht mehr nach mit Unkraut jäten und der Gemüsegarten sah bald aus, wie ein Dschungel. Die Pflanzen haben es ganz allgemein etwas schwerer bei uns, da Nachbars Hecke über drei Meter hoch ist und so der Garten ziemlich schattig ist.

Und das Ende vom Lied. Jedes Gemüse ging in die Notreife. Der Salat wuchs in die Höhe und setzte Blüten an. So auch der Spinat. Chili und Paprika schafften nicht einmal eine Notreife.

Erntezeit im Gemüsegarten

Ich kann schon ernten. Ein wenig Gemüse ist schon was geworden. Die Zucchini zum Beispiel. Gut, sie sind nicht größer als Essiggurken und deswegen kann ich nicht ganze Hauptmahlzeiten daraus zaubern, aber ich kann sie verwenden. In Eintöpfen, als Grillbeilage usw. Traurig ist das aber trotzdem. Erbsen konnte ich auch ernten. Für eine ganze Portion Risi Bisi. Aber ich konnte ernten.

PrachtexemplareinerZucchini

Jetzt hoffe ich auf den Kürbis. Der macht so den Eindruck, als würde er ordentlich wachsen und er setzt auch wirklich schöne Früchte an. Sogar sehr viel. Also wenn der was wird kann ich meinen eigenen Kürbisstand eröffnen, weil für uns ist das zu viel.

Mecker, mecker, nix kann man ihr recht machen… Doch, schon. Ich freu mich eh, wenn ich so viel Kürbis bekomme, denn das ist mein absoluter Favorit. Von dem könnte ich mich täglich ernähren, in den unterschiedlichsten Varianten.

Und das war es schon wieder aus dem Gemüsegarten. Leider. Heuer ein totaler Reinfall.

Erntezeit im Obstgarten

Beim Obst sieht es tatsächlich ein wenig besser aus. Aber nur ein wenig.

Ich habe eine Staude von der Jostabeere (eine Kreuzung von Stachel- und Johannisbeere). Die trägt schon das dritte Jahr in Folge….NICHTS. Nicht einmal Blüten. Also die ist eigentlich abgeschrieben, aber vielleicht überrascht sie mich ja irgendwann einmal.

Dann haben wir Himbeeren und Brombeeren. Von den Himbeersträuchern konnten wir genau EINE Himbeere ernten. Die durfte unser Mad Max verspeisen. Also auch nicht wirklich ein Erfolg. Die Brombeere war da um einiges produktiver. Da gab es wenigstens ein paar Kinderhände voll zu ernten. Geschmacklich aber auch ein Reinfall. So zu sagen Wasser in Beerenform.

Die überwältigende ObstausbeuteSommer 2016Wir waren dabei!

Die Stachelbeeren allerdings waren auch heuer wieder ein voller Erfolg. Immerhin brachte ich einen Kilo zusammen, den ich dann zu Marmelade einkochte. Immerhin fünf Gläser. Damit kommen wir gut über den Winter, denn unser Marmeladekonsum ist eher gering. Wir brauchen sie ab und zu wenn es Palatschinken gibt oder als Füllung in einen Kuchen. Am Frühstückstisch brauchen wir sie zum Beispiel gar nicht.

Meine Äpfel sind leider alle abgefroren. Ja, richtig gelesen, abgefroren. Irgendwann im Mai oder Juni. Also keine Äpfel für die Chaos-Familie. Zumindest nicht aus dem eigenen Garten.

Erntezeit im Wald

Im Wald kann man jetzt nach Pilzen suchen. Haben wir auch schon ein paar Mal gemacht, aber es lohnt sich nicht wirklich. Wahrscheinlich ist es zu kalt. Zu trocken kann man hier eher nicht sagen. Der Waldboden ist gut befeuchtet. Aber bei uns ist es einfach zu kühl. Vereinzelt findet man natürlich etwas, aber auch da reicht es nicht, für eine ganze Mahlzeit. Also werden sie in Eintöpfe mit rein geschnippelt. Gibt ein gutes Aroma.

Dafür gibt es heuer wirklich sehr viele Heidelbeeren. Einen Kilo haben wir schon geerntet, der nächste folgt bestimmt, denn es sind immer noch so viele im Wald. Aus denen habe ich auch Marmelade gemacht, denn mein Mann liebt die. Man kann Heidelbeeren auch gut einfrieren und später verarbeiten. Zum Beispiel für Kuchen oder Strudel verwenden. Ich finde, die Beeren sind heuer auch besonders gut. Das verwundert mich ein wenig, denn es hat schon viel geregnet und ich dachte eher, dass sie nicht so aromatisch sein werden.

Im Großen und Ganzen ist die Erntezeit (bis jetzt) eher nichts wert und wir haben viele Eintöpfe gemacht, aber die Menge reichte nie fürs Einmachen. Hat sich einfach noch nicht gelohnt in größeren Mengen zu kochen.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ein paar Wochen sind ja noch Zeit und vielleicht ergibt sich ja doch noch etwas.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Gemüse und Obst zum Ernten bzw zum Einmachen oder ist es eher wie bei uns?

Eure Babsi


 

3 Kommentare

  1. Liebe Babsi, das Wetter hat heuer dem Unkraut wirklich gut getan. Auch bei mir im Garten hab ich einen Teil zum Urwald erklärt. Die Himbeeren waren richtige Naschbeeren, aber zum Einkochen auch zu wenig. Brombeeren sind im Urwaldbereich und wurden deshalb von mir ziemlich vernachlässigt, soll heißen, ich hab sie kaum gegossen. Enderfolg: die dunklen schauen zwar reif aus, machen mich beim Verzehr aber um Jahre jünger. Die sind so sauer, dass sie jede Falte glätten . Da aber noch viele am Strauch sind gelobe ich Besserung und gebe ihnen, wenn es nicht regnet, ihren Abendschlummertrunk.
    Du liest, du bist mit deinem Erntekummer nicht allein. Wenn es dich tröstet: geteiltes Leid ist halbes Leid. Aber – wie viel ist die Hälfte von nichts?

    1. Also wie hier. Trauerspiel heuer. Mir tun halt die Landwirte leid, denn denen gehts auch nicht viel besser. Und bei uns wurde ein Großteil der Ernte von Unwettern vernichtet.

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