muttertagsfeier ich bin eine gute mutter
Leben mit Kindern

Muttertagsfeier – Ich bin eine gute Mutter

Am Mittwoch war im Kindergarten von Dean eine Muttertagsfeier. Schon als er mir vor zwei Wochen erzählt hat, dass es eine geben wird, war ich total glücklich. Denn es gab schon lange keine Muttertagsfeier mehr. Dabei war sie hier in der Region immer üblich. Die Betreuerinnen geben sich immer sehr viel Mühe und bereiten echt schöne Sachen mit den Kindern vor. Auch diesmal war es wirklich schön. Hier möchte ich ein großes Lob an die Betreuerinnen aussprechen. Das habt ihr echt super gemacht. Danke dafür.

Mir persönlich hat dieser Vormittag besonders gut getan. Denn ich konnte eine Menge Eindrücke sammeln und vor allem habe ich nun die Erkenntnis erlangt: Ich bin eine gute Mutter. Zwar bin ich eine Rabenmutter, aber das macht nichts. Denn was ich an diesem Vormittag gesehen und erlebt hab‘, war teilweise schwer zu ertragen für mein Mamaherz.

Ein erkenntnisreicher Vormittag

Ich fange ganz am Anfang an. Auf der Einladung, die Dean im Kindergarten gestaltete, stand, dass man um 8:00 Uhr im Kindergarten sein soll/kann. Denn da beginnt die Feier.

 

Einladung Muttertagsfeier

 

Wir waren schon etwas früher da, weil wir Mad Max zur Schule brachten und er muss schon um 7:30 Uhr in der Schule sein. Also waren Dean und ich kurz nach 7:30 Uhr im Kindergarten. (Kindergarten und Schule sind nicht weit von einander entfernt). Wir wurden freudig und herzlich von seinen Betreuerinnen begrüßt und wir konnten schon in Deans Gruppe gehen. Meine erste Handlung, bevor wir in den Gruppenraum gingen, war, Smartphone auf lautlos, ab in die Handtasche und die Handtasche auf den Gaderobenhaken.

Eine Helferin kam auf uns zu und sagte zu Dean: „Du darfst deiner Mama alles zeigen und erklären. Ihr könnt machen, wonach dir der Sinn steht.“ Das fand ich schon super toll. Erst in dem Moment habe ich erfasst, dass dieser Tag nur für die Mamas und die Kinder ist. Dean hatte mich für sich alleine. Einen ganzen Vormittag. Du kannst dir sicher vorstellen, wie schön dieser Gedanke für uns beide war. Nur er und ich. Keine Geschwister, die uns „stören“. 

Wir betraten den Gruppenraum und er zeigte mir zuerst seine Mappe, in der gesammelt wird, was denn so gemacht wird. Kunstwerke, Fotos, kleine Geschichten. Er erzählte und zeigte. Wir lachten viel und staunten. Gemeinsam.

Kurze Zeit später kam schon die nächste Mama mit Kind. Sie setzte sich auf den erst besten Platz und packte ihr Smartphone aus. So weit noch nicht schlimm. Vielleicht muss sie es griffbereit haben. Ich muss meines nicht griffbereit haben. Weil mein Mann erreichbar ist. 

Das Drama beginnt

Das Kind von besagter Mutter, ein Mädchen, holte ein Spiel und baute es auf. Doch von der Mama kam nichts. Die starrte in ihr Smartphone. Tippte vor sich hin. Das Mädchen hat ziemlich oft versucht, die Aufmerksamkeit der Mama zu bekommen. Irgendwann gab sie auf und räumte das Spiel wieder weg. Setzte sich neben die Mama und sah zu, wie diese mit dem Handy beschäftigt ist. Ein trauriger Anblick.

 

Gemeinsam spielen Muttertagsfeier
Wir spielen GEMEINSAM.

 

Dean und ich spielten mittlerweile mit seinem Lieblingsspiel. Wir hatten unseren Spaß. Er war so glücklich. Ich war so glücklich. Doch das Mädchen tat mir leid. Nach ein paar Runden durch seine Gruppe und verschiedenen Aktivitäten wollte mir Dean das Muttertagsbuffet im Turnsaal zeigen. Das war so schön hergerichtet. Die Tischchen waren liebevoll dekoriert und ein kleines Buffet mit Kaffee, Kuchen, Säfte, Aufstriche und Brote stand am Ende des Turnsaals. 

 

Dean suchte einen Tisch aus, führte mich da hin, rückte den Sessel hervor und sagte: „Setz‘ dich, Mama.“ Ein Gentleman, wie er im Buche steht. Mit der Hilfe seiner Gruppenleiterin bereitete er mir eine Tasse Kaffee und brachte mir ein Stück Kuchen. Dann nahm er sich etwas und wir aßen gemeinsam unser 2. Frühstück.

Im Turnsaal Muttertagsfeier
Dean ist glücklich, weil er mir die Jause brachte.

 

2. Frühstück Muttertagsfeier
GEMEINSAM genießen wir unser 2. Frühstück.

Nach einer Weile kam noch eine Mama mit ihrem Sohn. Wie sich rausstellte Deans bester Freund. Sie setzten sich zu uns und mir war klar, diese Frau ist nicht nach meinem Geschmack. Ständig mäkelte sie an ihrem Sohn herum. Wegen jeder Kleinigkeit fuhr sie ihn an. Uns war die Situation zu blöd und wir gingen wieder in die Gruppe zurück.

 

Gemeinsam Zeichnen Muttertagsfeier
GEMEINSAM malen und zeichnen.

 

Kurze Zeit später gesellte sich Deans Freund zu uns. Wir gingen in die Leseecke und ich las den beiden ein Buch vor. Beide kuschelten sich an mich. Die Mama war nicht in Sichtweite. Also kuschelten wir zu dritt und lasen das Buch. Unterhielten uns und analysierten das Gelesene. Plötzlich stand die Mama da und fuhr ihren Sohn wieder an, weil er ihr anscheinend davon gelaufen war. Tja, ehrlich, wundert mich wenig. Sie nahm ihn mit und ich bemerkte, dass sie ihm trotzdem wieder keine Aufmerksamkeit schenkte, es sei denn, sie hatte was zum Aussetzen an ihm. Wieder schwer zu ertragen für mein Mutterherz.

Doch das absolut Schlimmste war dann, als die Kinder sich aufstellen sollten, um das Muttertagslied zu singen. Da war ein kleines Mädchen. Gerade mal so alt wie Mupfel (2,5 Jahre) vielleicht schon 3. Und die wollte aber nicht singen gehen. Die wollte lieber bei Mama bleiben. Sie weinte und flehte die Mama an, sie möge sie doch hoch nehmen. Die Mama schubste sie aber weg „Du sollst jetzt singen gehen.“ Mit Händen und Füßen hielt sie die kleine von sich fern. Doch die weinte bitterlich. Geht’s noch? Nimm sie doch endlich hoch. Die will nicht singen. Du hast das Lied doch gar nicht verdient! Dir gehört doch eine gescheuert. Verdammt! Erst als die Gruppenleiterin was sagte, nahm sie ihr kleines, verängstigtes Mädchen hoch. Ich hatte Tränen in den Augen. Wie kann man nur so gemein sein?

 

Im Garten Muttertagsfeier
Nach dem Lied noch eine Runde in den Garten…

 

und GEMEINSAM die Natur entdecken.

 

Ich bin eine gute Mutter!

Ja, manchmal bin ich streng. Vielleicht zu streng. Manchmal werde ich auch laut. Hin und wieder bin ich ungeduldig mit meinen Kindern. Doch jedes Mal tut es mir dann auch wieder leid. Ich kann nicht immer sofort auf jedes Bedürfnis reagieren, doch ich schenke ihnen meine Aufmerksamkeit. Ich reagiere, wenn sie mit mir interagieren wollen. Immer. Und wenn es ein „Warte bitte kurz.“ ist. Denn dann wissen sie, ich habe sie bemerkt, doch sie müssen kurz warten.

Oh nein, ich mache nicht alles richtig. Ich bin weit weg von Perfektion. Doch ich erwarte auch von meinen Kindern nicht, dass sie alles richtig machen und perfekt sind. Ich tröste sie, ich bin für sie da. Sie machen etwas und sie bekommen Schimpfer und im nächsten Moment sind wir aber auch schon wieder versöhnt. Kuscheln, spielen, was auch immer. 

Doch ich werde immer wieder schief angesehen. Werde von oben herab behandelt. Ich muss eine schlechte Mama sein, denn hin und wieder haben die Kinder schmutzige Fingernägel oder schmutzige Füße. Ich bin schlecht, weil sie nicht tip top da stehen. Weil sie auch mal alte Kleidung tragen. Weil sie sich schmutzig machen. 

Wisst ihr was, ihr Übermamas? Das ist alles richtig. Was ich aber unter keinen Umständen „verkümmern“ lasse, ist ihre zarte, kleine Seele. Denn alles, was ich hier kaputt machen würde, könnte ich nie wieder gut machen. Überleg einmal, was du deinem Kind angetan hast? Und dann urteile über mich…

Insgesamt waren wir nur 3 oder 4 Mütter (von 12?), die diesen Vormittag intensiv mit dem Kind verbracht haben. 3 oder 4! Das ist ein schlechter Schnitt. Das ist traurig. Das ist schlimm.

Sag mir, wo ist die Liebe hin?

Deine Babsi (die gute Rabenmutter)


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