Acht Schritte im Babyalter

Es gibt Dinge im Leben einer Mama, die einfach faszinierend sind. Es gibt die Ansicht, dass es nur beim ersten Kind so ist. Bedingt stimmt das auch. Zumindest, was mich persönlich betrifft. Aber auch beim vierten Kind gibt es immer noch Sachen, die mich faszinieren oder die mich aus der Ruhe bringen. Wer denkt, bei so vielen Kindern hat man bestimmt Übung, der hat nicht ganz Recht.

Ich ertappe mich oft selbst dabei, wie ich mir denke „Alter, das ist doch nichts Neues! Das kennst du doch!“ und trotzdem bin ich verzückt oder geschockt. Je nach der Situation.

Heute stelle ich euch acht Schritte im Babyalter vor, die das Baby zum Kind werden lassen und wie sie für mich sind.

  1. Das erste Lächeln. Ein Wahnsinn. Du kommst aus dem Staunen nicht raus und eine
    Freudenträne wird auch verdrückt. Das bleibt so. Auch, wenn du eigentlich weißt, dass es kein bewusstes Lächeln ist. Es ist zu schön, um es nicht zu beachten. Der
    Volksmund sagt, wenn ein Baby im Schlaf lächelt, dann hat es einen Engel gesehen. Ist doch eine schöne Annahme. Jedes Mal ist es ein magischer Moment. Ob es nun Engel sieht, oder ob es einfach nur ein Reflex ist, ist egal. Magisch bleibt es allemal.
  2. Das erste Mal hat dein Baby Fieber. Das ist schlimm. Du kommst dir total hilflos vor. Du fährst sofort zum nächsten diensthabenden Arzt und bist total fertig, wenn der nur Zäpfchen aufschreibt, weil das alles ja nicht so schlimm ist. Da bist du panisch und fragst dich, wo der sich seinen Doktortitel gekauft hat… Dann stellt sich raus, dass es wirklich nicht schlimm ist. Es hat kein Inferno stattgefunden, die Welt dreht sich weiter und deinem Baby geht es schon bald wieder gut. Bei jedem weiterem Fieberschub und bei jedem weiteren Kind nimmt diese Panik ab. Beim ersten bist du schon am Ende wenn der Fiebermesser 37,9 Grad anzeigt. Bei Kind Nummer vier bringt dich erst die Zahl 39,9 ein wenig aus der Fassung. Kinder haben Fieber. Das ist so. Und es ist auch logisch erklärt. In den ersten zwei Lebensjahren kommen die Kinder mit unzähligen Erregern in Kontakt. Das Immunsystem muss das alles erst kennen lernen. Deswegen haben sie öfter Fieber, Husten oder Schnupfen. Das heißt jetzt nicht, dass man Fieber keine Beachtung schenken muss. Bitte nicht falsch verstehen. Es gehört IMMER nachgeschaut, warum dein Kind Fieber schiebt. Der Weg zum Arzt ist PFLICHT. Nur der kann feststellen, ob und wie behandelt gehört. Doch man muss nicht gleich in Panik geraten. Je ruhiger die Mama reagiert, umso besser für den kleinen Wurm. Hat die Mama Panik, hat der Zwerg Panik. Und das ist nicht notwendig, wenn es dem Baby sowieso schon schlecht geht. Bei Kind Nummer vier dreht sich die Situation sogar um. Könnt ihr hier nachlesen.
  3. Als mein Pubertier seinen ersten Zahn hatte, war ich total begeistert. Es war ein wunderbares, unbeschreibliches Gefühl. Auch bei Kind 2, 3 und 4. Dasselbe Gefühl. Obwohl man bei den Nachfolgern von Kind 1 ja genau weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass dich dein Baby zum ersten Mal in den Finger „beißt“. Wahrscheinlich hängt es mit der Hoffnung zusammen, dass es jetzt wieder besser wird, weil die Zähne ja nicht mehr so quälen. Schließlich ist einer jetzt draußen. Ist natürlich nicht so, denn es folgen ja noch einige. Die Hoffnung stirbt aber, bekanntlich, zuletzt.
  4. Wenn dein Baby zum ersten Mal Mama sagt… ich finde keine Worte. In diesem Moment stand alles still. Als gäbe es nur mein Pubertier (damals ca 9 Monate jung), mich und diesen Moment. Da muss ich jetzt ehrlich sagen, diese Magie nimmt von Kind zu Kind ab. Ganz ehrlich, ich hab mich mehr gefreut beim Mupfel, denn der sagte zuerst Daddy. Das ist schon praktisch. Wenn er geweint hat und Daddy gerufen hat, konnte ich zum Chaos-Mann sagen „Du bist gemeint!“. Für mich war es wirklich nur beim Pubertier so schön.
  5. Die ersten, freien Schritte von dem ersten Kind sind überwältigend. Als hätte man nie zuvor etwas so schönes gesehen. Auch dieses Gefühl bleibt für jedes weitere Kind. Bei jedem einzelnen hab ich mich tierisch gefreut. Um ehrlich zu sein, beim Mupfel am meisten. Wahrscheinlich weil er am längsten gebraucht hat. Immerhin war er schon 16 Monate. Einer meiner Brüder war sogar noch später dran. Der begann erst mit 18 Monaten. Dafür war er später Kellner. Da holte er dann alles nach 😉
  6. Das erste Mal selber aus dem Teller essen. Das ist auch so toll. Du freust dich. Du siehst, wie stolz eigentlich dein Baby ist. Es kommt sich richtig groß vor. Ein echt süßer Moment. Auch der nimmt an Intensität nicht ab. Das ist bei jedem toll gewesen. Nur möchte ich euch sagen, wählt für die ersten Versuche nicht unbedingt Spaghetti aus. Nicht sehr empfehlenswert. Auch nicht Müsli.
  7. Wenn dein Kind das erste Mal aus einem Becher oder auch einem Glas trinkt, bist du mächtig stolz auf deinen Nachwuchs. Auch wenn du danach erst einmal wischen musst, weil es sich eher mit dem Getränk geduscht als getrunken hat. Dies ist ein Moment, der freut dich einfach, egal wie oft du das schon durch hast. Es ist einfach toll. Du weißt schließlich, dass das Trinken aus dem Fläschchen gar nicht so gut für die Zähne ist. Außerdem ist es auch eine Frage des Geldes. Die Fläschchensauger gehören regelmäßig gewechselt. Und billig sind die Dinger ja nun wirklich nicht. Wenn es nun aus dem Becher/Glas trinkt, sparst du da einiges. Dafür ist der Putzaufwand größer. Allerdings merkst du auch, dass es immer mehr Kind wird und nicht mehr Baby ist. Auch das ist bei jedem Kind gleich. Du wirst leicht traurig darüber und fragst dich, ob du die Babyzeit auch richtig genossen hast. Gerade beim Letzten. Schließlich ist es das Letzte und du wirst nie wieder ein (eigenes) Baby zuhause haben.
  8. Und der letzte Moment, der dir zeigt, dass dein Baby kein Baby mehr ist, ist der Moment, in dem es auf das Töpfchen gehen lernt. Diese Etappe haben wir gerade mit Mupfel erreicht. Was eigentlich verwunderlich ist, denn die anderen waren mindestens um sechs Monate älter, als sie anfingen auf das Töpfchen zu gehen. Er hat es wohl eilig dem Babystatus zu entkommen. Auch da ist es eine gewisse Erleichterung, denn auch Windeln sind nicht gerade billig. Und doch weißt du, dass dein Baby bald kein Baby mehr ist.

Und dann beginnt eine Reise durch Kindergarten, Vorschule, Schule und Pubertät. Auch da gibt es Dinge, die fühlen sich bei jedem Kind neu an. Andere Dinge sind einfach schon erlebt und du hast gewisse Übung darin. Doch über diese Dinge schreibe ich in einzelnen Beiträgen, sonst würde dieser hier eindeutig zu lang.

Ich bin vierfache Mama. Ich bleibe vierfache Mama. Denn außer den magischen und schönen Momenten bzw leicht zu handhabenden Dingen gibt es auch Dinge, die einfach müde machen. Ich gestehe das jetzt ganz ehrlich.

Zum Beispiel keine Nacht richtig schlafen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal tatsächlich eine ganze Nacht durch geschlafen habe. Nachdem mein Pubertier 14 Jahre wird, ist es wohl vierzehn Jahre her. Denn nicht nur Babys werden nachts wach. Auch Kinder werden häufiger wach. Sogar mein Pubertier. Gut, der ist nicht wach. Aber er wandelt im Schlaf. Folglich habe ich ständig echt die hübschesten Augenringe in der gesamten Familie.

Oder eine richtig schöne Frisur haben. Ist auch ähnlich lange her. Die meiste Zeit habe ich meine lange Mähne schlicht zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden. Oder ich flechte sie zu zwei Zöpfen. Würde ich das nicht tun, sähe es ständig so aus, als wäre ich in den Stromkreis geraten. So viel zum Thema Frisur.

Richtig schöne und saubere Kleidung hab ich auch. Im Schrank liegt sie. Da liegt sie schon gut. Und schon lange. Aus der bin ich schon mehrmals raus- und wieder reingewachsen. Zurzeit wachse ich wieder raus. Sie wird mir wohl im Endeffekt zu groß sein. Ist jetzt nicht so der Nachteil. Aber ich hab sie so gut wie nie angezogen. Zu groß ist die Angst, dass die Kinder Flecken rein machen, die beim Waschen nicht mehr rausgehen. Wäre schade um die schöne Kleidung.

Kurz und bündig zusammengefasst kann ich sagen „Irgendwas ist immer!“

Eure Babsi


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