Beruhigender Sing-Sang kommt aus der Bluetooth-Box. Ein Räucherstäbchen wird entzündet. Ein Kissen wird auf den Boden gepfeffert und man platziert sich möglichst verschnörkelt darauf.
Augen schließen, tief einatmen und Gedanken aus. Warte, habe ich die E-Mail mit dem richtigen Anhang geschickt. Einatmen, warte, habe ich jetzt richtig in meinen Bauch geatmet. Sollte ich jetzt eigentlich bis 10 zählen oder von 10 rückwärts. Oh Mann, der Geruch vom Räucherstäbchen ist aber viel zu intensiv. Gut, dass ich mir gleich ein 100er Pack gekauft habe, nicht?
Und dann kommst du aus der Meditation raus, bis weder geerdet noch in deiner Mitte, dafür gestresster, weil das Räucherstäbchen Kacke ist und frustriert über dich selbst, weil du sie wieder einmal nicht nach Lehrbuch hinbekommen hast – diese Meditation.

Meditation
Was soll Meditation bewirken?
Das hängt davon ab, was dein Ziel ist. Im Alltag soll sie aber vor allem eins: dich runterholen. Den Stresspegel senken und im besten Fall sogar eine gewisse Stressresistenz aufbauen.
Du kannst Meditation auch zur Suche nutzen. Fragen, die dir im Kopf herum geistern können so manchmal ganz simpel beantwortet werden. Eben weil der Stress runterfährt und du mit einer gewissen Klarheit auf die Fragen schauen kannst.
Was Meditation bei mir bewirkt hat
- Gewichtsabnahme. Das war gar nicht mein Ziel und doch ist es passiert. Die Erklärung ist aber keine Whoo-Whoo-Spiri-Erklärung. Nein, sie ist eine biologische. Warum nehme ich dank Meditation ab? Weil der Stresspegel sinkt. Ich komme aus dem Überlebensmodus raus. Das hat zur Folge, dass der Cortisolspiegel (Cortisol ist ein Stresshormon) sinkt. Durch den gesunkenen Cortisolspiegel fällt das unbewusste Stressessen weg. Und dadurch lässt mein Körper den lästigen Schutzpanzer los. (Anmerkung: Dieser Punkt funktioniert allerdings nur, wenn der Auslöser von Übergewicht Stress ist)
- Erhöhte Stressresistenz. Durch Meditation ist es mir gelungen, in Situationen, die mich vor ein paar Wochen noch aus dem handlungsfähigen Raum kickten, die Ruhe zu bewahren. Ich spüre den Ärger, die Wut, die Angst – aber ich lasse sie nicht Oberhand gewinnen. Gerade wenn etwas unangenehm oder gar gefährdend ist, ist es wichtig, klar denken zu können.
- Selbstliebe. Ja, ich lerne mich selbst zu lieben. Jeden Tag ein Stückchen mehr. Und durch diese Selbstliebe erlaube ich es mir, wieder ich zu sein. Ich habe meine Haare wieder gedreadet. Ich ziehe Kleidung an, die mich zeigt und nicht, wie mich der Mainstream gerne hätte. Ich schreibe wieder meine Artikel so, wie ich eben schreibe. Mit Ecken, Kanten, roh und ganz sicher mit Fehlern darin. Denn das bin ICH. Und ich liebe MICH genauso wie ich gerade BIN.
Das sind die drei größten Veränderungen, die ich selbst an mir beobachte, seit ich Meditation für mich entdeckt habe.
Nicht mein erster Ausritt – aber ein dauerhafter
Es ist nicht so, dass ich Meditation zum ersten Mal versuche. Es ist gefühlt das 1000. Mal. Immer wieder habe ich es versucht. Immer wieder scheiterte es an der Annahme, man müsse Meditation genau so und so machen. Zum Beispiel: Lotussitz (den kann ich nicht) mit Räucherstäbchen (die mag ich nicht) und Meditationsmusik (die stört mich eher).
Im März habe ich eine geführte Meditation für mich entdeckt. Jeden Tag machte und mache ich sie. Sie hat mir schon sehr viel geholfen und wenn ich mal keine Zeit habe, dann weiß ich jetzt trotzdem, wie auch mal zwischendurch meditieren kann. Diese Meditation hat mich in die richtige Richtung gestupst.
Wie sieht Meditation bei mir aus?
Ich sitze nicht im Lotussitz. Ich sitze oft einfach auf der Couch, manchmal sogar im Bett oder auf einem stinknormalen Stuhl. Ohne Räucherstäbchen-Nebel. Ohne Sing-Sang im Ohr.
Manchmal meditiere ich im Wald, während ich an einem Baum lehne. Manchmal sind es einfach nur 5 Minuten, in denen ich ganz bewusst mein System herunterfahre und die Energie in mir verankere. Dabei mache ich eine gewisse Handbewegung. Ich strecke meinen rechten Arm vor mir über meinen Kopf hinweg. Und dann ziehe ich den Arm wieder zurück. Meine Hand stoppt dann direkt vor meinem Herzen.

So signalisiere ich meinem Körper und meinem Verstand: Leute, wir machen hier mal kurz Pause. Und das schöne daran? Oft reicht diese eine kleine Bewegung, um sofort bei mir zu sein. Ich habe mich darauf konditioniert.
Ich mache es nicht mehr nach Lehrbuch. Ich mache es nach meinem Gefühl. Und siehe da: Es funktioniert.
Was Meditation in meinen Augen ist
Es ist der Moment, in dem du so ganz natürlich bei dir bist. Du spürst dich, du bist da, du bist wichtig. Du spürst, du bist ein wichtiger Teil in diesem Universum. Du spürst, du bist.
Und diesen Moment, den kannst du ganz oft tagsüber spüren, wenn du nur hinhörst. Dazu musst du dich nicht verrenken. Du musst kein Räucherstäbchen anzünden. Du musst keine Musik aufdrehen.
Lass den Druck los, es „richtig“ machen zu wollen. Es gibt kein Richtig. Es gibt nur deinen Weg. Wenn deine Meditation daraus besteht, 10 Minuten stumpf auf eine Ameisenstraße zu starren oder im Wald die Augen zu schließen – dann ist das DEINE Meditation. Denn in dem Moment zählst nur du.
Wie sieht dein unperfekter Weg zur Ruhe aus? Hast du es auch schon 1000-mal versucht? Schreib es mir unbedingt in die Kommentare!
Ich freue mich schon jetzt auf dein Kommentar,
Babsi, die Knalltüte
Titelbild auf Pixabay
Beitragsbilder erstellt mit KI Nano Banana 2
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