Die Psychologie des Orakels
Körper & Seele

Die Psychologie des Orakels

Lesedauer: ca. 4 min

Vorneweg: Das ist kein wissenschaftlicher Text. Ich habe keinen psychologischen Hintergrund. Das, was hier folgt, sind meine Eindrücke und Erklärungsversuche, das Mysterium Orakel ein wenig zu entmystifizieren, Hoffnung zu geben und den Mut, es selbst mal zu versuchen.

Es sind keine bösen Zauberkräfte dahinter, du wirst deswegen nicht als Hexe verbrannt und wenn es dein Glaube oder deine Religion zulässt, kannst du es auch ruhigen Gewissens in deinen Alltag integrieren. Du musst niemanden beschwören, wenn du das nicht möchtest. Das Einzige, was du wirklich machen solltest, um gute Ergebnisse zu erzielen: Hör auf dein Bauchgefühl – da sitzt nämlich die Intuition.

Der psychologische Trick mit dem Zufall

Im Grunde ist Kartenlegen oder Runenziehen nämlich erst mal eins: ein simpler psychologischer Trick. Eine Karte oder ein Stück Holz mit einem Symbol darauf ist im ersten Moment völlig wertfrei. Es ist Material. Aber in dem Moment, in dem du dieses Symbol ziehst, passiert in deinem Kopf etwas Magisches. Du gibst deinem Unterbewusstsein eine Projektionsfläche.

Dein lauter Verstand, der sonst den ganzen Tag logische Ausreden sucht, wird für einen Moment stumm geschaltet. Du guckst auf das Symbol und fragst dich: „Was bedeutet das für mich ganz allein?“ Du zapfst deine ganz eigene, innere Wahrheit an, die sowieso schon die ganze Zeit da war, aber vom Alltagsrauschen übertönt wurde.

Meine Orakel-Sessions

Ich habe Runen-Karten. Da ich der nordischen Mythologie sehr zugewandt bin, ist das nur logisch. Ich habe auch selbst gemachte Runen-Steine. Zum Orakeln verwende ich aber am liebsten die Karten. Warum? Weil die alle gleich sind in der Haptik 😉 Somit kann ich mich und das Orakel nicht austricksen, weil ich jetzt unbedingt die Rune Fehu ziehen möchte.

Bevor ich loslege, versuche ich ein paar Mal tief durchzuatmen und das Alltagsrauschen auszublenden. Wie in einer Meditation. Dann mische ich und während ich mische, schließe ich meine Augen und rufe die Ahnen, die Asen und die Disen. Im Grunde aktiviere ich mein Unterbewusstsein. Jede/r hat da seine ganz eigene Art, wie er/sie das macht.

Wenn ich mich bereit fühle, dann stelle ich die Frage. Und zwar in dieser Form:

„Welche Energie hilft mir am ehesten dabei, x zu erreichen?“ manchmal fällt einfach eine Karte aus dem Stapel, manchmal muss ich eine ziehen. Ich ziehe intuitiv. Und dann fühle ich ganz genau hin und beginne zu deuten.

Es gibt natürlich verschiedene Wege und Arten zu legen. Manchmal mache ich eine Legung aus drei Karten.

„Welche Energien helfen mir dabei, x zu erreichen?“ und dann das Prozedere wie beschrieben.

Damit sagst du dir die Zukunft voraus – aber nicht wirklich. Wir können alle nicht Hellsehen, wie es in Hollywood-Streifen gezeigt wird. Wir können uns aber alle selbst lenken – wenn wir das Außen nicht ständig übernehmen lassen.

Der Filter-Shift: Warum das Universum plötzlich „liefert“

Manche nennen es Magie, manche Quantenphysik, ich nenne es den Filter-Shift. Unser Gehirn hat einen eingebauten Filter, der uns davor schützt, verrückt zu werden. Er blockiert 99 % der Reize um uns herum.

Wenn ich jetzt orakle und mich auf ein bestimmtes Symbol oder eine Vision einschwinge, stelle ich diesen Filter im Kopf scharf. Es ist, als würde ich der Suchmaschine in meinem Gehirn ein neues Schlagwort füttern.

Und schwupps: Plötzlich nimmst du Dinge wahr, die du vorher schlichtweg übersehen hättest. Die Möglichkeiten, die Chancen, die richtigen Begegnungen – die waren alle schon die ganze Zeit da! Sie schwirrten um dich herum. Aber erst durch den neuen Fokus siehst du sie wie helle Leuchttürme in der Dunkelheit.

Manifestieren ist kein Couch-Hokuspokus

Es gibt ja diesen wunderbaren Spruch: Manifestieren, ohne selbst aktiv zu werden, ist reine Tagträumerei. (gehört bei Vishen Lakhiani) Wer nur auf der Couch sitzt, meditiert und darauf wartet, dass das Universum die Million durch den Postschlitz wirft, betreibt spirituelle Realitätsflucht. Du musst selbst aktiv werden.

Aber das Orakel nimmt dir den zähen, erzwungenen Aktionismus. Weil du die Möglichkeiten plötzlich glasklar siehst, wird das Aktivwerden total leicht. Es ist ein inspiriertes Zugreifen. Du handelst nicht mehr aus Druck, sondern weil es die logische Konsequenz aus dem ist, was du jetzt wahrnimmst.

Das Orakel sagt dir nicht die Zukunft voraus. Es zeigt dir das Werkzeug, das du bereits in der Hand hältst, damit du deine Zukunft selbst zimmern kannst.

Hast du Erfahrungen mit Legungen? Glaubst du selbst daran, dass alles schon da ist, du es dir nur zu nehmen brauchst?

Ich freue mich auf deinen Kommentar,

Babsi, die Knalltüte


Titelbild von Seidenperle auf Pixabay


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Babsi

Name: Babsi Heindl
Beruf:
Mama von 4 und Knalltüte
Hobbys: zeichnen, illustrieren, schreiben, lesen, lernen
Kontakt:
babsi@chaoshoch6.at

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