Wochenende in Bildern oder: Wie die Schutzengel mein Kind beschützten

Mein erstes Mal. Aufregend, kann ich euch sagen. Da hat Susanne von Geborgen wachsen etwas ganz tolles ins Leben gerufen. Schaut euch da einmal in Ruhe um. Bevor ihr mich jetzt wieder verlasst, möchte ich euch heute von unserem Wochenende erzählen, das, wie schon auf Facebook angedeutet, beinahe in einer Katastrophe für einen von uns endete.

 

Samstag

Der Samstag war eigentlich gut durchgeplant. Wir mussten noch ein paar Schulsachen für unseren Taferlklassler Mad Max besorgen. Neue Schuhe wollten wir auch gleich besorgen. Da ich eigentlich sehr traurig darüber war, dass unser Samstag wieder für Einkäufe drauf gehen würde, sagte mein Mann, ich solle doch etwas für den Anschluss planen. Vormittag Shopping, Nachmittag wandern rund um Horn. Oder, wenn das Wetter nicht passen würde, das Stadtmuseum Horn besuchen.

Das Wetter war am Samstag wirklich herrlich, also wollten wir wandern. Wir fuhren nach Maria Dreieichen und wollten dort eigentlich unseren Rundgang starten. Doch nach ein paar hundert Metern war es auch schon wieder vorbei. Ein Pfad war abgesperrt, der andere nicht Kinderwagen tauglich.

Wir machten dort aber eine Pause.

Kreuz

 

Bründlkapelle
Pause bei der Bründlkapelle in Maria Dreieichen.

 

Wasserhahn des nie versiegenden Bründlwasser
Wasserhahn des nie versiegenden Bründlwassers

 

Nach der Stärkung disponierten wir um. Wir stiegen wieder in unseren Wagen und fuhren zurück nach Horn. Da ich ja einige Varianten geplant hatte, war das nicht so schlimm. Also fuhren wir auf die andere Seite des Rundganges. Wir wollten uns den Preussenfriedhof ansehen. Wollten. Denn der Weg dorthin war auch nicht Kinderwagen freundlich. Mein Mann tröstete mich dann. Es ist nicht wirklich etwas Besonderes. Nur ein Denkmal im Wald.

Bereits beim Hinfahren fiel mir in einer Wohnstarße ein schöner Spielplatz auf. Ich sagte meinem Mann, dass wir wohl besser einfach auf den Spielplatz gehen. Ist ja auch lustig. Gesagt, getan. Wir fuhren zum Spielplatz. Unsere Jungs waren wirklich glücklich darüber, also waren wir das auch. Denn das ist ja das Wichtigste. Dass es den Kindern auch echt Freude bereitet.

Schaukeln
Mama darf antauchen

 

Klettergestell
Mupfel beim ersten Versuch auf das Gestell zu klettern

 

klettergestell

 

nachdenken
Nachdenken, was man als nächstes machen möchte
drunter und drüber
drunter und drüber

Iglu
Mad Max nimmt mal kurz eine Auszeit
rutschen
Mupfel rutscht mit Daddy

Der Spaß nimmt ein tragisches Ende

Doch der Spaß wurde auf brutale und grausame Weise (ok, ich übertreibe jetzt wahrscheinlich ein wenig) beendet.
Der Spielplatz hat eine Seilrutsche.

Seilrutsche

Seilrutsche
Auf der Seilrutsche runter sausen macht auch einem Pubertier noch Spaß

 

Unser Pubertier rutschte ein paar Mal damit runter. Dann unser Mad Max auch. Sie hatten eine Menge Spaß damit. Zum Schluss, ich wollte schon nachhause und unser Mupfel auch, wollte unser Dean auch noch diese Seilrutsche ausprobieren. Mein Mann half ihm auf das Teil, gab noch ein paar Instruktionen und ließ ihn los.

Das Ding beschleunigte von 0 auf 100 in unter 2 Sekunden (ok, ich übertreibe wahrscheinlich maßlos) mit meinem Kind da drauf. Als er bei mir vorbei flitzte, sah das geschulte Mamaauge (also meines), dass das nicht gut ausgeht. Er hielt sich nicht richtig fest. Und dann passierte es. Das Ende der Bahn war da. Da fährt das Ding dagegen und schleudert einen in die Höhe, weil es ja plötzlich stoppt. Also es schnalzte hoch und mein Kleiner konnte sich nicht mehr halten. Ok, mir wird grad wieder ganz schlecht…

Dean flog in hohen Bogen in die Höhe und klatschte mit dem Rücken am Boden auf. Machte eine Drehung und kam am Bauch zum liegen. Er schrie sofort los. Aber er bewegte sich nicht. Ein schrecklicher Moment, für mich. Für jede Mama. Mein Mann lief hin (ich konnte nicht, denn ich hatte den Mupfel im Arm) und nahm ihn hoch. Der Weg von meinem Standpunkt aus bis zu meinem Kind hin kam mir voll lang vor. Es waren aber nur ein paar Schritte. Diese paar Schritte nutzte ich, um tief durchzuatmen. Ich wollte nicht mehr Panik verbreiten, als sowieso in so einem Moment herrscht. Ruhig bleiben für den Zwerg.

Er weinte furchtbar. Dicke Tränen kullerten seine Wange runter. Nach einem ruhigen und gelassenem ersten Blick, stellte ich mit Erleichterung fest: Nix passiert! Alles gut!? Mein Dean hatte an diesem Tag, in diesem Moment, mehr als nur einen Schutzengel.

Wenig später hüpfte er schon wieder herum und hatte Spaß. Mir steckt der Schock heute noch in den Knochen.

Sonntag

Der Sonntag war dann total ruhig und entspannt. Wir waren mit meinem Bruder verabredet. Er wohnt nicht weit entfernt und doch sehen wir uns viel zu selten. Also freute ich mich sehr auf unser Wiedersehen.

Da gibt es keine Bilder. Denn die Zeit nutzte ich lieber mit quatschen und tratschen als mit Fotos machen. Immer wieder sah ich nach, ob es unseren Dean gut geht. Aber er war wieder ganz unser Dean.

Er spielte mit den anderen und hatte Spaß. Einmal mussten wir sogar alle wegen ihm so richtig herzlich lachen. Dean stand auf einem Hügel im Garten meines Bruders. Er hüpfte auf und ab, flatterte mit den Händen und sang “Der Vogel fliegt, der Vogel fliegt,…” Dann rutschte er aus und patsch! Er lag da. Und er sagte sofort und ohne Verzögerung “Der Vogel fällt, der Vogel liegt!” Tränen gelacht haben wir da.

Ein Foto habe ich noch vom Sonntag. Ich wollte eine Runde auf unserer Couch entspannen. Die Kinder spielten in ihren Zimmern. Mein Mann machte irgendwas am Laptop. Da fand ich, es sei eine gute Idee, kurz die Couch in Beschlag zu nehmen. Doch alleine blieb ich dann doch nicht.

Couchpotato
Couchpotato Balu gesellte sich mit einem Satz zu mir

Das war unser Wochenende und mein erster Beitrag zu “Wochenende in Bildern”. Ich werde da jetzt öfter mitmachen, mit hoffentlich weniger turbulenten Geschichten.

Eure Babsi


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2 Kommentare

  1. …und wieder unser Bruchpilot, der Arme.. Immer erwischt es ihn. Danke an alle Schutzgeister, -Engel und sonst noch so in diesem Bereich tätigen, dass ihr auf Dean aufgepasst habt. Stefan und du reagiert aber auch super in so Situationen und nehmt ihm damit viel Angst, die nach solchen Unfällen natürlich bei ihm Einzug hält.
    Ich kann verstehen, Dass du noch immer geschockt bist, deshalb noch viel mehr Hut ab vor deiner überlegten Reaktion.
    Bussi

    1. Danke, liebe Gitti.
      Für mich ist es immer eine große Herausforderung, so gelassen zu reagieren. Für die Kinder ist es aber einfach besser. Als Eltern müssen wir nun einmal der Fels in der Brandung sein. Ich empfand das auch immer als sehr angenehm, wenn meine Eltern ruhig blieben. Das vermittelte Sicherheit und Geborgenheit.
      Für Außenstehende wirkt es vielleicht manchmal so, als wäre es mir egal. Aber genau das ist eben nicht der Fall.

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