Freigesetzte Energien – Teil 1

energien

Ich habe nun schon ein paar Mal in den vergangenen Texten angedeutet, dass ich auf der Suche nach mir selbst bin. Diese Suche begann eigentlich am 1. November 2013 und fand ihren gewaltigen Abschluss vorige Woche, den 7. Februar 2017. Das war ein Abschluss mit extremen Knall.

Das Ende

Ich weiß nicht, wann es passiert ist, aber irgendwann habe ich mich verloren. Oder sagen wir so: Ich habe Teile von mir immer mehr weggesperrt. Bis nur noch das von mir über war, was als “gesellschaftstauglich” galt. Die Musik in mir (ihr wisst ja bereits, Musik spielt eine große Rolle in meinem Leben) war verstummt. Zumindest Rock-Metal-Punk und Co (nicht bloße Musikrichtungen, sondern meine Lebenseinstellung). Es wurde ziemlich still und am Anfang fiel es mir eigentlich gar nicht auf, dass da was fehlt. 

Dann lernte ich meinen Mann kennen. Und diese Babsi in mir, die ich weggesperrt habe, in ein dunkles, kleines Kammerl, meldete sich plötzlich wieder. Sie machte richtig Krach. Schrie und hämmerte gegen die verschlossene Tür. Sie wollte da wieder raus. Doch ich ließ sie nicht wieder raus. Ich öffnete die Tür einen Spalt und schlug sie rasch wieder zu mit den Worten: “So wie du bist, das schickt sich nicht!”

Also saß die kleine Babsi wieder in ihrem Verlies, einsam und allein. Ziemlich stumm und geknickt. Doch das war mir egal. Ich durfte sie da unter keinen Umständen raus lassen. Was sollte mein Mann denken? Und seine Familie, die sowieso recht wenig von mir hält? Bloß dieses “Monster” nicht raus lassen. Wer weiß, was dann passiert…

Der 1. November 2013

Das Jahr 2013 war insgesamt ein total blödes Jahr. Zuerst verstarb unser Hund. War nicht so toll. Dann wurde der zweite Hund (ein Welpe von 18 Wochen) von einem Auto überfahren. Auch tot. Dann gab’s in der Familie eine Krebsdiagnose. Und das alles innerhalb der ersten paar Monate des Jahres 2013.

Aber am 1. November geschah dann etwas, das total schlimm war und trotzdem ein Stück Gutes hatte. Ich war schon seit Wochen krank. Mir ging es jetzt nicht so schlecht, dass ich einen Arzt aufgesucht hätte. Aber ich merkte, dass mein Körper ziemlich zu kämpfen hatte. Da es ja Oktober war vermutete ich, dass ich ganz einfach erkältet wäre. Später kamen Schmerzen im Kreuz dazu und ich dachte einfach, das ist, weil ich viel gesessen bin. Ich habe zu der Zeit viel gehäkelt. 

Am 31. Oktober dann bekam ich plötzlich Fieber. Und am 1. November fühlte ich mich dann so schlimm, dass mein Mann mich ins Krankenhaus brachte. Dort war allerdings Feiertagsbetrieb. Heißt: nur eine Assistenzärztin, der man ansah, dass sie schon eine 48-Stunden-Schicht hinter sich hatte und drei Krankenschwestern. Ich wurde aufgenommen und ins Zimmer gebracht. Mein Mann wurde dezent rausgeschmissen. 

Und da lag ich dann. Ganz alleine. Draußen hörte ich die Schwestern mit dem Privatpatienten tratschen und Gaude machen. Meine Tür war zu. Keiner scherte sich um mich. Und mir ging es immer schlechter. Immer schwächer wurde ich und ich weiß noch, dass ich mir selbst zugeredet habe “Bloß nicht einschlafen. Wenn du jetzt einschläftst, wachst du nie wieder auf.” Ich zwang mich also zum Wach bleiben. Verzweifelt versuchte ich die Glocke zu betätigen. Ich kam aber nicht ran. Und in meinem Kopf “Nicht einschlafen. Schlaf ja nicht ein!”

Dann ging die Tür endlich auf und eine Schwester kam rein. Sie sah mich an, zückte ihren Fieberthermometer. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Sie rief ihre Kolleginnen herbei. “41,8 Kerntemperatur. Chefarzt! Sofort!” Alle wurden ganz schnell und hektisch. “Ich finde den Puls nicht mehr!” sagte eine. Ich war mir aber sicher, dass da noch einer ist. Ganz schwach war er noch da. Ich kam auf 31 Schläge die Minute. Wie sich das anfühlte? Naja, als wärst du komplett high…(nicht, dass ich wüsste, wie das ist, aber so stelle ich mir das vor)

Nach der Hektik

kam die Ruhe. Ich bekam ein Medikament, das innerhalb kürzester Zeit das Fieber auf Normaltemperatur herunter drückte. Und ich saß da und…aß Schokotorte. Meine Ma hat nämlich immer gesagt “Solange du noch essen kannst, geht es dir gut.”

Am nächsten Tag kam meine Ma zu mir und sie weinte. “Babsi, du wärst gestern beinahe gestorben.” Ich wollte das einfach nicht wahr haben. Und verdrängte. Ich meinte nur “Mama, so schnell stirbt man nicht.” Doch sie hatte eigentlich recht. Bei 42 Grad Kerntemperatur beginnen die Organe zu versagen, weil der Kreislauf nicht mehr funktioniert. Und ich war ja schon bei nur mehr 31 Schlägen. 

Und dann gingen mir diese Gedanken durch den Kopf. Beinahe wäre ich gestorben. Ich hätte einen Mann und drei Kinder hinterlassen. Nur, weil die Schwestern lieber mit dem Privatpatienten geplaudert haben. Nur, weil Feiertagsbetrieb war und die Station schlimm unterbesetzt war. Und dann ging mir ein Licht auf. Ich wäre gestorben und hätte nicht so gelebt, wie ich es will, sondern wie andere es von mir erwarten. Und ab da änderte sich Vieles sofort, Einiges dauerte noch eine Weile…

Wie es weiter ging? Erfahrt ihr im nächsten Teil 😉

Eure Babsi


Hier geht es zum zweiten und letzten Teil “Freigesetzte Energien – Teil 2 – Ich bin wieder ich”

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.