Freigesetzte Energien – Teil 2

freigesetzte energien

In „Freigesetzte Energien – Teil 1“ habe ich euch erzählt, wie alles anfing. Heute erzähle ich euch, wie es weiter ging und wie ich heute wieder bin.

Nach dem Krankenhaus

Ich habe also realisiert, dass ich dem Tode ins Auge geblickt habe und dass ich noch eine Chance bekam. So was muss man dann natürlich ernst nehmen. Man weiß nie, wann es vorbei ist. Also begann ich mich teilweise sofort zu ändern. Das passte manchen Menschen nicht, andere dafür freuten sich, dass ich mich endlich änderte.

Das Erste, das ich wieder gelernt habe, war NEIN zu sagen. Zu sagen „Bis hier her und nicht weiter.“ Das war total schwierig für mich. Überhaupt, wenn es sich auf meine Eltern und Geschwister bezog. Manchmal fällt es mir auch heute noch schwer, aber in einem gewöhnlichen Umfang würde ich behaupten.

Ich musste auch neu lernen, dass ich auch zu meinen Kindern und zu meinem Mann „Nein!“ sage. Da gab es bis vor kurzem noch Probleme. Dieser Prozess dauerte schon eine ganze Weile an. Ist jetzt nicht so, dass ich das sofort drauf hatte. Obwohl ich das schon früher ganz gut konnte. Aber ich hatte das irgendwie verlernt. Ich war der Meinung, ich müsse mich allem fügen. TUT DAS NICHT!

War ich wieder ich?

Nein, das hat sehr lange gedauert. Es war allerdings so, dass ich mich schon viel öfter aus meinen Verlies raus ließ. Da freute sich mein Mann immer ganz besonders. Das waren die Momente, in denen ich richtig ausgelassen war. Auch mal was riskierte und sehr glücklich war. Doch wenn wir uns mit anderen Menschen trafen war es immer noch so, dass ich mein eigentliches ich zurück in die Kammer schickte. Das war schon schade und glücklich war ich da dann auch nicht. Ich wirkte oft betrübt und traurig.

Mein kleines Ich schrie und boxte, weil es doch gar nicht da zurück wollte. Aber ich blieb hart. Zu mir selbst. TUT DAS NICHT! Es vergingen noch sehr viele Monde, bis wieder eine größere Änderung stattfand. Das war kurz vor Weihnachten.

Es war eine Band

Mein Mann saß in der Küche und spielte Lieder von „Disturbed“. Und er meinte, die wären doch total cool. Da brach mein kleines Ich aus, völlig ohne Vorwarnung und stimmte ihm zu. Total cool, Alter! Die sind spitze. Es machte mich so richtig glücklich… Mein Mann hat das total schnell begriffen, was da grade geschehen war und spielte immer öfter diese Band.

Eines Abends, vor ein paar Wochen, saß ich mit ihm in der Küche und erklärte ihm, dass es nicht mehr lang dauert und die Babsi, die er kennt, wird verstummen und es wird nur mehr die Weggesperrte geben. Sie wird komplett ausbrechen, denn sie ist schon so unglaublich laut. Er meinte, er würde sich freuen und er wartet nur darauf. Denn die gefällt ihm bei weitem besser, als die Stocksteife, die ständig der Meinung ist, sie müsse jedem gefallen nur nicht sich selbst. Und die Kinder würden sich auch schon darauf freuen, denn auch sie haben bemerkt, dass die weggesperrte Mama viel lockerer und witziger und glücklicher ist.

Der Moment, als die Energien endgültig freigesetzt wurden

Es begann mit einer dämlichen Überschneidung von kein Geld mehr und Geld bekommen. Wir standen an der Supermarktkassa und wollten unseren Wocheneinkauf bezahlen. Und plötzlich waren unsere Karten gesperrt. Das war schon nicht so leiwand, weil ein Stück peinlich. Aber gut. Sowas kommt vor. Die Dame an der Kassa war aber so unglaublich nett und freundlich. Sie gab mir das Gefühl, es sei das normalste auf der Welt, dass das Konto gesperrt ist. Echt jetzt! Gut, vielleicht ist es heutzutage schon fast Normalität. Überhaupt da, wo wir wohnen.

Meine Reaktion war aber noch verblüffender. Denn ich habe das einfach hingenommen. Ich bin nicht ausgeflippt. Habe meinen Mann nicht zur Sau gemacht. Sondern ich habe mit den Schultern gezuckt. Ich war selbst ganz überrascht. Mein Mann meinte zwar, man hätte mir angesehen, wie sauer ich war. Ich hätte ausgesehen, als würde ich gleich alles kaputt schlagen. Aber dieses Bedürfnis hatte ich gar nicht.

Naja, zuhause entschieden wir dann, dass es wohl eine gute Idee wäre, seinen Papa um Hilfe zu bitten. Wie sich rausstellte, war das dann doch keine so gute Idee. Ok, eigentlich schon. Denn die Reaktion seines Vater führte dazu, dass mein Ich aus dem Verlies mit voller Wucht ausbrach. Und schrie „Stocksteife Babsi, verschwinde. Du hältst jetzt deine Klappe! Ich regel das jetzt. Niemand tut meinem Mann weh! Das brauchen wir hier nicht!“

Ich ging zu meinem Mann, der unheimlich runtergeputzt wurde, der total am Boden zerstört war, der weinte, und teilte ihm mit, dass wir die Hilfe, die ja nicht abgelehnt wurde, nicht annehmen. Sie sollen sich ihre Hilfestellung und ihre wahnsinnig guten Ratschläge klein zusammen falten und da hinschieben, wo keine Sonne hinkommt. Auf die Frage, ob ich mir da sicher bin, folgte ein solides, unumstößliches „Ja!“ Wir brauchten zwar Hilfe, aber nicht unter diesen Umständen. Denn wir sind niemanden vom Hintern runtergefallen.

Jetzt bin ich wieder da. Und es gefällt mir. Ich gehe über vor Ideen und Tatendrang. Die meiste Zeit bin ich total ausgeglichen bzw lass ich meinen Emotionen freien Lauf. Kann auch mal ungut werden. Für die Anderen 😉 Ich sperre mich nicht mehr weg. Und ich bin so unglaublich glücklich damit. Meine Kinder sind auch total glücklich. Und wenn ich mal den Eindruck mache, mir ginge es seelisch nicht so gut, dann kommt mein Mad Max an und sagt: „Mama, lass uns „Disturbed“ hören.“ Weil er weiß, dass es mir dann sofort besser geht. 

Wie wirke ich auf andere

Ich musste feststellen, dass ich auf andere jetzt eine positive Ausstrahlung haben muss. Plötzlich sind alle so freundlich und lächeln mich an. Wollen mit mir interagieren, sich mit mir austauschen. Ich wirke also total offen. Das ist doch schön. Nicht nur online lerne ich immer mehr Menschen kennen, die genauso gestrickt sind wie ich, sondern auch offline, oder Real Life, oder wie man das auch bezeichnen möchte.

Nie, nie wieder werde ich versuchen „gesellschaftstauglich“ zu sein. Denn ich BIN gesellschaftstauglich. So wie es für jeden Schreiberling die passende Nische gibt, gibt es auch für jeden Menschen die passende Gesellschaft. Man muss sich nur trauen, sich selbst treu zu bleiben. Der Rest flutscht dann schon von selbst.

Bleibt euch selber treu. Das ist viel schöner. Ja, manchmal bringt es dann auch Probleme. Aber Probleme sind nur Lösungen in Arbeitskleidung.

Eure Babsi


Das Geld, von dem wir dachten, es müsse schon am Konto sein, kam am nächsten Tag. Nur so nebenbei. Also es geht uns gut 😉 War wirklich nur eine dumme Überschneidung.


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