Lernen lernen Teil 1: Die Lerntypen

lerntypen

Aktuell befinden wir uns im 2. Monat des Schuljahres. Für viele bedeutet das, dass es nun Schlag auf Schlag geht. Prüfungen, Tests und Schularbeiten stehen schon fast an der Tagesordnung. Das ist auch ganz in Ordnung so, denn wenn die Hauptprüfungen, die bei der Notengebung stark gewichten, noch vor Weihnachten erledigt sind, dann haben die Schüler nach Weihnachten noch ein wenig Zeit, sich schlechte Noten auszubessern bzw wenn der Schüler zwischen zwei Noten drinnen steckt, kann er sich noch die bessere Note verdienen.

Die Zeit von jetzt bis Weihnachten ist allerdings sehr knapp. Mein ältester Sohn geht nun ins Gymnasium und nicht mehr in die Volkschule. Das heißt, es werden mehr Fächer abgeprüft. Unterschiedliche Stoffgebiete müssen sitzen. Also ist es wichtig, dass er richtig lernt.

Wie lernt man nun richtig

Genau darum soll es hier gehen. Wie lernt man richtig bzw wie kann ich meinem Kind dabei helfen, richtig zu lernen. Wenn ich mich zurück erinnere an meine Schulzeit, dann wird schnell klar: den Stoff immer wieder wiederholen. In Intervallen. Die Abstände zwischen den Wiederholungen sollen länger werden. Man soll nicht auswendig lernen, sondern verstehen. Alles das, das man versteht, merkt man sich auf Dauer länger.

Gut, manchmal bleibt einem nix anderes übrig, als einfach für die Prüfung oder Schularbeit Teile das Stoffes einfach auswendig zu lernen. Man kann nicht alles verstehen. Zum Beispiel in Mathematik ist es einfacher für mich gewesen die Formeln auswendig zu lernen. Ich verstand und verstehe es einfach nicht. Bei dem Fall, dass dein Kind nicht versteht, dann sage ihm, dass das nicht schlimm ist. Frustration beim Lernen ist nämlich schwer Kontraproduktiv.

Wie oft man einen Stoff wiederholen muss hängt auch stark davon ab, wie sehr der Stoff interessiert. Weckt der Stoff bei deinem Kind beispielsweise kein Interesse, wird es sich schwerer damit tun, sich den Stoff zu merken. Also wird es den Stoff öfter wiederholen müssen. Hat es hingegen einen Stoff zu lernen, für den es sich auch noch brennend interessiert, dann wird es kaum oder sogar gar nicht wiederholen müssen.

Wiederholen allein ist noch nicht alles

Wie man heute weiß, kann man das Lernen noch effizienter gestalten. Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann funktioniert es einfach besser. Jeder braucht etwas anderes, um effizient zu lernen. Und wenn man drauf kommt, was das ist, dann merkt man sich sogar uninteressanten Stoff schneller.

Heute möchte ich euch die unterschiedlichen Lerntypen vorstellen. Wenn du dich oder dein Kind in einem der Typen wieder erkennst, dann hast du schon viel gewonnen. Du kannst das Lernen dann nämlich auf den Lerntyp anpassen und du wirst sehen, es geht viel leichter. Den Lerntyp zu kennen macht zwar aus einer 5 keine 1, aber vielleicht eine 4 oder sogar eine 3. 

Seit Anfang dieses Jahres lernt mein Sohn, der sich in Englisch furchtbar schwer tut, Lerntyp gerecht und er hat die erste Schularbeit auf eine drei geschafft. Ich bin nämlich drauf gekommen, leider sehr spät, dass er sich mit der Sprache an sich gar nicht schwer tut, sondern mit der Art zu lernen. Bereits geringfügige Veränderungen brachten erste Erfolge.

Die Lerntypen

Es gibt vier Lerntypen. Jeder von uns fällt in jeden der vier Typen hinein. Also wir sind alle Mischtypen. Doch wir alle haben einen Haupttyp. Den zu kennen bringt schon einen großen Vorteil. Das Stoffgebiet, das es zu lernen gilt, spielt auch eine Rolle. Wie groß ist das Interesse dafür? Wie kann man es lernen, wenn der Haupttyp nicht umsetzbar ist?

Ich stelle euch jetzt die Lerntypen vor und wie man sie nutzen kann. Vorweg sage ich aber ganz klar, ich kann keine Garantie auf Richtigkeit und schon gar nicht auf Erfolg geben. Manchmal ist es leicht, den Lerntyp heraus zu finden, manchmal leider nicht. Was in einem Fach gut funktioniert, geht im anderen zum Beispiel gar nicht. Ihr braucht Geduld und Zeit. Man kann den Lerntyp auch austesten lassen. Hab ich noch nicht probiert und kann daher auch gar keine Erfahrungswerte weitergeben. Nun zu den vier Lerntypen:

Der auditive Lerntyp – Lernen durch hören

Dieser Lerntyp lernt am besten, wenn er den zu lernenden Stoff hört. Er tut sich demnach leicht im Frontalunterricht (die Lehrkraft trägt vor, die Schüler hören zu). Einiges merkt er sich schon im Unterricht, vor allem, wenn der Stoff und der Vortrag interessant sind. 

Wie lernt man aber zuhause? Man kann den Stoff laut (vor)lesen. Er lernt auch gut aus Erklärungen. Wenn er etwas nicht versteht, man es ihm aber erklärt, lernt er den Stoff durch das Zuhören. Du kannst ihm den Stoff nicht erklären? Versuche Erklärungen im Internet zu finden, angepasst an das alter deines Kindes. Oder finde jemanden, der sich damit auskennt und bitte diesen jemand, deinem Kind oder dir (falls du hier der Lernende bist), den Stoff zu erklären.

Für viele Schulbücher gibt es mittlerweile auch Audio-CDs zum bestellen. Manchmal sind die Schulbücher schon mit Audio-CD. Wenn sie nicht mitgeliefert wurden, stehen im Buch, meist hinten, wo man diese beziehen kann und welche Nummer sie hat. Damit man auch sicher die CD bekommt, die zu diesem Schulbuch gehört. 

Manche Schulbuch-Verlage bieten auch einen Online Zugang an und dort kann man einzelne Übungen Downloaden. Schaut euch bei den Verlagen um. Ihr werdet sicher fündig.

Der visuelle Lerntyp – Lernen durch sehen
(dieser Lerntyp bin ich)

Dieser Typ lernt viel durch Lesen des vorgegebenen Stoffes bzw durch Beobachtung. Ihm ist schon viel geholfen, wenn der Stoff mit Bildern, Grafiken und unterschiedlichen Farben unterlegt ist. Es ist ihm nicht möglich, durch reine Erklärungen zu lernen. Die Erklärung muss durch irgendeine Art visuell unterlegt sein. Er hat auch das Problem, dass er sich von beispielsweise Unordnung am Arbeitsplatz ablenken lässt. Also der Platz, an dem er lernt, muss ordentlich sein. 

Wie lernt man mit dem visuellen Typ? Durch Videos (Youtube gibt einiges her an Lernvideos), durch Grafiken, Skizzen, Plakate. Der Stoff sollte bildlich aufgeteilt sein. Du kannst zum Beispiel mit deinem Kind auf einem Plakat den Stoff visualisieren. Durch Zeichnungen und kleinen Notizen. Schon bei der Gestaltung wird viel vom Stoff gelernt. Dieses Plakat hängt ihr dann an einem Ort auf, wo es oft vorbei kommt, oder wo es länger drauf schaut, weil es sich länger an diesem Ort aufhält. Zum Beispiel über dem Schreibtisch.

Der kommunikative Typ – Lernen durch Gespräche
(Pubertier und Chaos-Mann sind dieser Lerntyp)

Dieser Lerntyp lernt den Stoff am besten, wenn er ihn mit zumindest einer zweiten Person besprechen kann. Er muss Erklärungen durch besprechen. Er fragt viel nach bis er es verstanden hat. Aber er fragt nicht nur nach und hört zu, er möchte auch selber erklären. Nur durch diese Interaktion lernt er den Stoff am effektivsten.

Wie kann man hier helfen? Am besten den Stoff durchgehen, Fragen stellen, erklären lassen und selbst erklären, wenn etwas nicht oder unzureichend verstanden wurde. Durch deine Fragestellung lernt dein Kind den Stoff. Mir ist aufgefallen (das ist jetzt ein reiner Erfahrungswert), dass man sich als Fragender nicht mit dem Stoff auskennen muss. Deinem Kind ist schon geholfen, wenn du einfach nachfragst und mit deinem Kind über den Stoff diskutierst.

Der motorische Lerntyp – Lernen durch Bewegung
(Mad Max ist dieser Typ)

Er lernt den Stoff am besten durch Handlungsabläufe, die er selbst durchführt. Dieser Typ braucht die Bewegung um sich den Stoff zu merken. Still sitzen kann er eher kaum. Auch er lässt sich gerne viel Erklären möchte es aber dann sofort selbst ausprobieren. Nur durch das Tun lernt er effizient. 

Wie lernt man mit diesem Typ? Am besten lässt du ihn vieles machen und ausprobieren. Schließlich ist es “learning by doing”. Rechenaufgaben kann man ihn zum Beispiel mit Kärtchen legen lassen. Distanzen kann man ihn laufen lassen, damit er ein Gespür dafür bekommt. Gewicht kann man ihn abschätzen und wiegen lassen. Es gibt eine Reihe verschiedener Möglichkeiten, den motorischen Typ beim Lernen zu unterstützen.

Das sind die vier Lerntypen und wie sie am besten Lernen. Wenn man weiß, welcher Typ man ist bzw welcher Typ das eigene Kind ist, um so besser kann man das Lernen gestalten.

Mischtypen

Ich habe es weiter oben schon erwähnt, keiner von uns ist nur ein Typ. Wir sind alle Mischtypen, sind aber ein Haupttyp. Nicht jeder Stoff kann mit einem Typ gelernt werden. Wo es möglich ist, sollte man es aber unbedingt machen. Das Lernen macht dann auch mehr Spaß, die Motivation steigt, der Stoff wird gerne wiederholt. Und je lieber du oder dein Kind bei der Sache (b)ist, umso schneller sitzt der Stoff.

Ist es ein großes Stoffgebiet, das es zu lernen gilt, dann ist Abwechslung und die Vermischung der Typen auch wichtig. 

Zum Lernen gehört noch mehr

Natürlich gehört zum Lernen noch viel mehr, als nur zu wissen, welcher Lerntyp man ist. Es gibt eine Reihe von Faktoren zu beachten um richtig und effektiv zu lernen.

Die Aufmerksamkeitsspanne, die Leistungskurve, die Motivation und die richtige Einteilung des Stoffes. Auf all diese Faktoren muss man Rücksicht nehmen. Man kann mit Hilfe dieses Wissens Lernpläne für sich oder sein Kind erstellen und das Lernen flutscht dann (hoffentlich) besser. Und es gibt auch Dinge, die man weder vor, während noch nach dem Lernen tun sollte. 

Ich werde in den nächsten Tagen zu diesen Themen immer wieder Beiträge veröffentlichen. Am Ende ergibt es dann eine schöne Zusammenstellung zu dem Thema: Lernen lernen.

In welchem Lerntyp erkennst du dich oder dein Kind wieder? Lass mir doch ein Kommentar da. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Das war der erste Teil und ich würde mich sehr freuen, wenn du bei den nächsten Teilen auch wieder dabei bist. Damit du die Beiträge nicht verpasst, kannst du dich in das E-Mail Formular (in der Seitenleiste) eintragen. Dann verpasst du keine neuen Artikel mehr. Du bekommst bei jedem neuen Beitrag eine E-Mail zugeschickt (auch über Beiträge die nichts mit “Lernen lernen” zu tun haben). Gibt es keine neuen Beiträge, bekommst du auch keine E-Mail, versprochen! Solltest du dann irgendwann keine Lust mehr auf meine Beiträge haben, kannst du dich auch jederzeit wieder aus der Liste austragen.

Eure Babsi

Lernen lernen Teil 2: Die Leistungskurve

Lernen lernen Teil 3: Die Aufmerksamkeitsspanne


 

2 Kommentare

  1. Hallo,

    ja, das mit den Lerntypen. Das ist gar nicht so leicht rauszubekommen, auch wenn es dazu allerhand Test,… gibt. Bei Sophie haben wir eher gemerkt, wie es NICHT klappt und dann auf was Anderes geschlossen. 🙂 Sie muss viel aufschreiben und lesen. Nur vom Zuhören bleibt nix hängen. 🙂

    Wir schreiben ja keine so ausführlichen Posts, ein paar kleine Lerntipps gibt´s aber auch: http://bit.ly/2deWGxk 🙂

    LG,

    Stefanie (Mama von Sophie und Sebastian)

    1. Hallo Stefanie,
      ja, es wirklich oft nur über try and error raus zu finden. Und dann kann es auch zwischen den einzelnen Fächern variieren. Mein Pubertier zb lernt Englisch am besten wenn er Bilder dazu hat. Deutsch lernt er nur durch Geschichten schreiben. Und am Ende muss man mit ihm viel über den Stoff reden. Er braucht da unbedingt den Austausch. Weil sein Haupttyp ist der kommunikative. Eben weil wir ja alle Mischtypen sind 😉
      Danke, für deinen Link. Ich werde ihn gerne noch einbinden.
      Liebe Grüße Babsi

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.