Der blaue Basketball

Heute erzähle ich euch eine Geschichte, die mich sehr stolz macht. Es geht um einen blauen Basketball, einem meiner Söhne und eine gute Einstellung zu Dingen.

Als Mutter und auch als Vater (denke ich einfach einmal) stellt man sich öfter die Frage, ob man nun alles richtig macht. Natürlich nicht. Wir sind ja alle nicht perfekt. Jeder hat und macht Fehler. Aber man wünscht sich, dass man zumindest soweit alles richtig macht, dass aus den Sprösslingen später gute und starke Erwachsene werden. Dass man ihnen die richtigen Werte vermitteln konnte. Kurz gesagt, dass aus ihnen „gerade Menschen“ werden. Auch wir stellen uns diese Frage regelmäßig. Und manchmal bekommen wir eindrucksvoll die Antwort auf dem Silbertablett serviert.

Es ist jetzt schon einige Wochen her, als sich das zugetragen hat. Wir waren zu meinem Schwiegervater zum Grillen eingeladen. Unsere Jungs freuten sich sehr, denn es war schon wieder länger her, dass sie ihren geliebten Stefan-Opa (warum der so heißt und nicht „Papa-Opa“ oder einfach nur „Opa“ ist nicht so wichtig) gesehen hatten. Es war herrliches Wetter und es war ein gemütlicher Tag. Die Gespräche waren toll und es gab auch mal was zum Lachen. Grund waren stets meine Jungs. Wie sollte es auch anders sein.

Später am Nachmittag ging dann der Opa mit den großen Kindern auf den Dorfspielplatz. Bepackt war er mit seiner Kamera und einem blauen Basketball. Mein Mann, der Mupfel, die Frau meines Schwiepas und ich blieben im Garten und quatschten weiter.

Die Jungs waren eine ganze Weile mit dem Opa am Spielplatz. Als sie wieder kamen war es dann auch schon bald Zeit sich auf den Weg nachhause zu machen. Alle möglichen Dinge haben sie uns wieder mitgegeben. Naschereien, Taschenlampen für die Kinder, übrig gebliebenes von der Grillerei und den blauen Basketball. Dean freute sich sehr über diesen Ball und die Tatsache, dass sie ihn mitnehmen durften. Dem Pubertier und Mad Max war das aber sichtlich egal. Ich dachte mir, dass es ihnen egal ist, weil wir zuhause sowieso einen Basketball haben.

Zuhause stellte sich aber dann heraus, warum, zumindest für Mad Max, kein Interesse an dem Ball da ist. Er erzählte mir:

„Weißt du, Mama, der Ball ist so schön. Aber es ist nicht richtig, ihn zu haben. Denn der Opa hat ihn gefunden. Das bedeutet ein anderes Kind hat ihn verloren oder vergessen und sucht den Ball jetzt wahrscheinlich. Es ist bestimmt traurig und hat vielleicht sogar Schimpfe bekommen, weil es den Ball verloren hat. Hab ich Recht? Ich spiele nicht damit.“

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Und in diesem Moment war ich mehr als nur stolz auf meinen Mad Max. Denn er hat Recht. Irgendwo sitzt jetzt vielleicht ein Kind und ist traurig, dass es den Ball verloren hat. Hat vielleicht wirklich Schimpfe bekommen, denn diese Bälle sind ja nicht gerade billig. Bis zum heutigen Tag spielte mein Mad Max nicht mit dem Ball. Der Opa verrät uns nicht, wo er den Ball gefunden hat, also zurück bringen kann er ihn leider nicht. Obwohl das ein Wunsch von Mad Max ist. Jedesmal, wenn er den Ball sieht, erzählt er mir das.

Ich weiß jetzt, dass ich zwar Fehler mache, aber meine Kinder trotzdem die richtigen Werte vermittelt bekommen. Wieder einmal wurde mir gezeigt, dass mein Mann und ich auch vieles richtig machen. Und im Fall von dem Basketball weiß ich jetzt auch, dass die Kinder gelernt haben, dass Dinge nicht nur einen materiellen sondern auch einen emotionalen Wert haben können.

Ich werde mir in Zukunft selbst mehr vertrauen, denn ich mache meine Sache ganz gut. Und ganz gut reicht mir völlig. Perfekt ist zu viel verlangt.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag

Eure
Babsi

UPDATE 27. 07. 2016:

Mit diesem Beitrag habe ich mich für den Scoyo Eltern! Blog Award beworben. Bis 14. 08. 2016 läuft noch die Bewerbungsfrist. Vielleicht willst du noch mitmachen.

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