Mein Chaosgarten

Mein Garten ist ein weiterer Chaospunkt in meinem Leben. Da wir ständig irgendwo umbauen bzw renovieren, wird unser Garten manchmal vernachlässigt oder als Lagerplatz für unterschiedliche Baumaterialien genutzt.

 

Nun, heuer ist das zweite Jahr in Folge, wo es zwei Bereiche in meinem Chaosgarten gibt, die tatsächlich schon strukturiert und ordentlich aussehen (haha, nicht wirklich aber mehr als die Jahre zuvor).

Da wäre der Bereich für die Kinder. Sie besitzen eine kleine Sandkiste, die im Frühjahr schon bei den ersten Sonnenstrahlen entpackt wird (über die Wintermonate ist sie unter Planen versteckt). Sie haben auch ein kleines Planschbecken für die heißen Sommertage, die bei uns in der Regel zwei Wochen des gesamten Jahres ausmachen. In dem Bereich gibt’s auch eine alte Couch zum rasten. Sie steht zwischen Himbeeren, Brombeeren, Jostabeeren und Stachelbeeren. Davor steht ein weißer „Couchtisch“, den ich im Vorjahr aus einer alten Palette „gebastelt“ habe. Anziehungspunkt auch für Besucher. Wer hat denn schon eine alte Wohnzimmerbank im Garten stehen? 🙂

Der Kinderbereich – bei uns „Kinder-Garten“ genannt – liegt die meiste Zeit des Tages schön im Schatten. Denn da gibt’s eine alte Zitterpappel und eine alte Blaufichte und am Nachbargrundstück stehen große, alte Laubbäume. Im Herbst nicht so praktisch, weil viel Laub, aber im Sommer wirklich angenehmst.

Und dann hab ich noch den Garten vor unserem Haus. Der hat heuer auf Grund von Kanalarbeiten wieder etwas gelitten, aber im Großen ist er wieder fit. Mein Gemüsegarten. Meine persönliche Quelle für Nahrungsmittel. Zur Straße hin stehen schützend ein paar Sträucher. Keine Ahnung mehr, wie die heißen. Hab‘s vergessen. Aber im Sommer blühen die wunderschön in rosa gehalten. Am Gartenzaun schlängelt ein, eigentlich mehrere Stöcke, Wilder Wein. Der ist im Herbst dunkelrot. Der Gartenmauer entlang, sie trennt die Einfahrt vom Garten, stehen verschiedene Kräuter. Basilikum, Thaibasilikum, Minze, Thymian und die Tomaten haben auch dort ihren Platz. Im Gemüsebeet stehen heuer einige Chilipflänzchen (Cayenne Chili), Kohlrabi, Karfiol, Kopfsalate, Zwiebel, Spinat, Zucchini und Erbsen. Nur der Kürbis hat noch keinen Platz zugeteilt bekommen. Sollte mich ran halten, sonst wird das nichts mit dem Kürbis.

Und nun verrate ich euch, was es mit den Plastikflaschen im Gemüsebeet auf sich hat. Sie stehen über den Chilipflänzchen. Sie dienen als Mini-Mini (also Nano?) Glashäuser. Da die Pflänzchen noch sehr klein waren, als ich sie bekam, das Wetter aber sehr kühl noch ist und es Nachts sogar noch frieren kann, hab ich die Plastikflaschen-Lösung versucht. Man schneidet der Plastikflasche den Boden ab. Das kann man als Schälchen benutzen für zB Kresse, oder man bastelt damit. Was einem halt so einfällt. Der obere Teil mit dem Schraubverschluss ist dann das fertige „Gewächshaus“. Man setzt die Pflanzen ein und stülpt die Flasche darüber. Tagsüber, wenn das Wetter warm und nett ist, schraubt man den Verschluss ab, damit die Pflanze auch Luft bekommt. Abends, bevor die Sonne ganz weg ist, schraubt man die Verschlüsse wieder auf. Die Wärme bleibt drinnen. Eine wirklich einfache Geschichte.

Und was soll ich sagen? Funktioniert einwandfrei. Die Pflänzchen werden von Tag zu Tag größer und prächtiger. Bald kann ich die Flaschen wegnehmen. Denn ein schönes Bild ist es ja nicht unbedingt. Aber praktisch.

Dann haben wir noch einen Bereich, der ist noch chaotisch. Da geht’s noch drunter und drüber. Das Gras wuchert, wilde Himbeeren (sie stehen auch ganz wild in der Gegend rum) versperren uns bald den Weg zum „Kinder-Garten“. Ich werde demnächst eine Machete brauchen, um mir den Weg frei zu „kämpfen“. Ein halb fertiger Steingarten. Alte Autoreifen, die ich noch nutzen möchte, stehen rum. Eine Mischmaschine, die ihre besten Tage schon hinter sich hat, bildet einen Farbklecks im Chaos. Aber auch diesem Bereich kann man etwas Gutes abgewinnen. Dieser Bereich beheimatet echt interessante Tierchen. Da wären der Igel, unterschiedlichste Raupen und Insekten, seltene Spinnen (gut, ich gebe es zu, auf die könnte ich echt verzichten), Eidechsen, Feuersalamander (laut Aussage meines Vaters), Ringelnatter (hoff halt mal schwer, dass es eine war), Tigerschnegel (nicht verwechseln mit der Nacktschnecke. Nacktschnecke ist braun und frisst dir dein Gemüse weg. Tigerschnegel ist gestreift und frisst dir die Nacktschnecke weg) und einiges mehr, das ich noch nicht identifizieren konnte.

Durch diese Artenvielfalt an Kriechtieren und die verwilderte Hecke des Nachbarn, haben wir auch wunderschönes Vogelvieh, das wir beobachten und ihrem Gesang lauschen können. Manchmal denke ich mir, ich lass diesen Bereich einfach so, wie er ist. Aber das wird wohl nicht gehen. Es ist schließlich der Bereich genau vor der Haustür. Der Besuch muss sich ja jetzt schon fast mit Hilfe von Lianen zur Tür schwingen. Wenn jemand zum ersten Mal zu uns kommt, sprechen wir immer schon vorher eine Warnung aus und empfehlen, ein Kletterseil mitzunehmen 😉 Bald wird die Machete auch von Nöten sein.

Eure (ständig im Garten Schneisen schlagende)
Babsi

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