Projekte und Experimente

Ich pflastere ja meinen Alltag grundsätzlich mit Projekten und Experimenten zu. Kochexperimente, Küchenprojekte, Gartenprojekt, und so weiter und so fort. Wie es dazu kam, möchte ich heute erzählen.

 

Das ganze fing vor zirka zwei Jahren an. Oder vor vier? Vielleicht aber schon vor über sechs Jahren. Ich komm nicht drauf und ist jetzt auch völlig egal.

Ich bin wirklich kein fauler Mensch. Das möchte ich schon sagen. Aber es gab eine Zeit, da wurde mir alles zu viel. Ich bin ja selbst schuld. Denn ich habe mich für Kinder und Familie entschieden. Ich bereue das kein Stück, nicht falsch verstehen. Es macht großen Spaß, das Projekt Mama-sein.

Doch vor einigen Jahren kam ich an einen Tiefpunkt. Denn Mama sein ist dann eben nicht nur spaßig. Eigentlich die wenigste Zeit. Denn die meiste Zeit besteht aus Müssen, Verpflichtung, Zeitpläne, Termine etc. Ich schlitterte in einen Alltagstrott, der keinen Spaß mehr zuließ. Mir machte gar nichts mehr Spaß und ich wollte eigentlich nur mehr für mich sein (gut, ich geb’s zu, in der Zeit hab ich meine Entscheidung für Familie dann doch bereut *schäm*)

Ich war also am Boden. Mit, ich glaube, drei Kindern. Es waren auf jeden Fall schon zwei. Ich stand völlig unter Stress. Wurde mit meiner Arbeit nicht fertig und konnte nicht mehr die nötige Kraft aufwenden, um mit meinen Kindern zu spielen. Es lief nichts mehr. Depression und noch mehr Druck machten sich breit. Meine Hüften verbreiterten sich auch. Ich dachte zurück an meine Zeit in der Schule. Um genauer zu sein, an die letzten zwei Jahre meiner Schullaufbahn. Ich hatte da schon ein Kind und hab das ja auch alles geschafft. Schulische Dinge erledigt, Haushaltsdinge erledigt und noch genug Zeit und Energie für meinen Sprössling gehabt. Es lief. Es machte Spaß. Irgendwann ging mir dann ein Licht auf (so grell, ich wurde davon geblendet).

Damals hatte ich auch Verpflichtungen. Alleine wenn ich die Schule hernehme. Aber ich machte das freiwillig. Meine Schulpflicht war schon lange vorbei. Ich habe mich aus freien Stücken dafür entschieden. Das war kein Müssen, das war ein Wollen.

Jetzt ist es natürlich so, wenn du Mama bist, dann gibt’s hauptsächlich das Müssen. Du MUSST den Haushalt machen, du MUSST dich um das Essen kümmern, du MUSST! Nicht: “Du kannst, wenn du willst. Wenn du nicht willst, ist es auch ok.” Hinter jedem Muss verbirgt sich, ganz klar, auch ein gewisser Druck. Als Mama und Ehefrau hast du natürlich viele Muss und dann auch großen Druck. Also versuchte ich, diesen unheimlichen Druck zu entkräften. Ich überlegte mir, was mir denn Spaß macht. Und da kam ich dann auf “Projekte und Experimente”.

Ein kleiner, aber effizienter, Trick, der für mich nun schon seit langer Zeit funktioniert. Bei Projekten ist es schließlich so, dass die ja nicht an einem Tag fertig werden MÜSSEN, sondern sie KÖNNEN. Wenn nicht, ist es nicht schlimm. Jeden Tag wird ein bisschen mehr von dem Projekt fertig. Und Experimente MÜSSEN nicht gleich beim ersten Mal passen aber sie KÖNNEN. Kochen zum Beispiel. Wenn ich etwas Koche, wird es automatisch zum Experiment erklärt. Wenn es schief geht und nicht schmeckt, dann Schwamm drüber. Ich habe dann nichts verloren, sondern gewonnen. Beim nächsten Mal mach ich’s besser.

Das wohl beste an der Geschichte, dass ich viel Zeit gewonnen habe in meinem Alltag. Zeit für meine Kinder oder auch mal nur für mich. Denn, wie gesagt, mir wurde bewusst, dass nicht alles immer an einem Tag fertig werden muss. Die Arbeit läuft einem ja nicht davon, die Zeit aber schon. Es ändert sich nichts daran, dass es Arbeiten und Verpflichtungen sind, aber ich kann jetzt viel besser damit umgehen. Ich bin nicht faul, aber jeder braucht auch mal Pause, in der er nur die Dinge macht, die auch wirklich Spaß machen 🙂

Eure
Babsi

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