Ordnung und Struktur

Zwei Wörter, die nicht gerade mein Leben beschreiben. Regelmäßig bin ich auf der Suche nach Dingen, die ich eigentlich erst vor kurzem hatte. Und die Suche selbst ist höchst selten strukturiert. Was dann zur Folge hat, dass das Chaos in meinen Dingen erst recht größer ist als zuvor.

Gestern habe ich wieder genäht. Und die Vorbereitung dauerte wahnsinnig lange, denn meine Nähutensilien eher nicht ordnungsgemäß strukturiert sind. Also sie liegen jetzt nicht wild in der Gegend verstreut. Sie haben schon ihre Plätze. In drei Köfferchen verteilt auf drei Zimmer. Soweit ist ja Ordnung und Struktur drinnen. Das war’s aber dann schon. Denn in den Köfferchen selbst schaut’s chaotisch aus. Und ich weiß eigentlich nie, welche Sachen in welchen Köfferchen sind. Also gehört alles nötige Nähwerkzeug zuerst zusammengesucht.

Nachdem ich dann alles hatte, ging der Rest sehr schnell. Ich nähte und nähte und es entstand eine Hose für meinen Mupfel.

Nachdem ich fertig war, fand ich es dann trotzdem ärgerlich, dass in meinem Nähzeug weder Ordnung noch Struktur herrschte. Es kann ja nicht sein, dass man für die Vorbereitung fast länger braucht als für die Arbeit selbst. Aber bevor ich mich dessen annehmen konnte, musste ich zuerst wieder Ordnung und Struktur in die Küche bringen. Da ich kein Nähzimmer habe, wird unsere Wohnküche immer wieder zum Nähen benutzt. Da stehen dann zwei Nähmaschinen, Bügeltisch mit Bügeleisen und so weiter. Ich bin echt froh, dass wir einen Tisch haben, an dem sechs bis acht Leute Platz finden. Auf dem lässt es sich echt gut Arbeiten. Unser Esstisch wird öfter mal zum Werktisch umgewandelt. Dem entsprechend sieht er mittlerweile auch aus. Kratzer, Farbe und Kleberreste, die nicht abgehen.

Zurück zum Thema. Ich musste also die Küche wieder in Ordnung bringen. Schließlich will man hier ja auch essen und trinken. Am Abend, als die Kinder dann schon im Bett waren, nahm ich mich meinem Nähzeugs an. Ich hab sämtliche Sachen zusammengetragen und am Esstisch (wie gesagt, auf dem lässt es sich gut arbeiten) abgelegt.

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Die Dinge, die man hier sieht, sind Dinge, die ich einfach so im Kasten verstaut hatte. Ich leerte dann auch noch die Köfferchen. Das Chaos wurde dreimal so groß. Ich brauchte dann zwei Stunden, um alles durchzusehen. Ich hab dann gleich mal ausgemistet. Denn es war einiges dabei, das man sowieso nicht mehr brauchen kann, weil zu alt, sprich, zu spröde und brüchig. Nähbegeisterte unter euch kennen das. Ist Garn zu lange gelegen, kann man es nicht mehr verwenden. Es reißt alle paar Zentimeter. Das nämliche mit Zipper, die nicht mehr zusammen halten. Verbogene Nadeln, stumpfe Scheren. Das alles fand dann Platz im Mülleimer.
Jetzt hat jeder Koffer seine eigene Bestimmung. Einer beherbergt Werkzeug, das man in der Vorbereitung braucht. Einer wacht über die Dinge, die man während der Arbeit braucht und einer hat die große Ehre, auf die Dinge zu achten, die ich so gut wie nie brauche aber auch nicht weggeben möchte. Dieser Koffer kann sich ganz entspannt in einem Kästchen ausruhen, während die anderen zwei am Stoffregal (das hat übrigens auch weder Ordnung noch Struktur) auf Abruf bereitstehen.

Ich finde ja, dass Kreativität mit Ordnung und Struktur nichts gemein hat. Wenn das stimmt, dann leben hier sechs wahnsinnig kreative Köpfe. Denn jeder von uns hat weder Ordnung noch Struktur in seinen Sachen. Ständig ist irgendwer auf der Suche nach irgendwas. Wir finden auch sehr oft Dinge. Dinge, die wir eigentlich ein paar Wochen zuvor verzweifelt gesucht haben.

Es gibt aber schon ein paar Dinge, die ordentlich verstaut sind. Geschirr und Kleidung. Natürlich getrennt voneinander. Nicht, dass jetzt wer glaubt, ich bewahre Unterwäsche bei Besteck auf. Obwohl, witzig wärs ja schon. Und es ist Ordnung darin. Sonst würde ich ganz schnell den Überblick verlieren. Bei so vielen Leuten gibt’s eine Menge Geschirr und noch eine viel größere Menge an Kleidung.

Und im Werkzeug für den Garten ist auch Ordnung und Struktur drinnen. Aber das war’s im Großen und Ganzen.

Da fällt mir ein, auch hier im Blog hab ich Unordnung bzw gefällt mir der DIY Bereich nicht. Deswegen nehme ich den jetzt mal raus und gestalte den neu. Ich hab zwar null Ahnung, wie ich den gestalten soll, aber mir wird schon was einfallen. Und wenn nicht, dann gibt’s eben keinen DIY Bereich mehr 😉

Das nächste Mal schreibe ich darüber, warum ich alles als Projekt oder Experiment bezeichne. Bis dahin wünsch ich euch nur das Beste 🙂

Eure
Babsi

(Schnittmuster der Hose: Flo von schnittchen.com, Stoff: Baumwolldruck Fuchs von buttinette.com)

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