Neu überdacht

Ich habe den vergangenen Sonntag Vormittag mit Recherche verbracht. Und gleich mal so nebenbei, ich bin deswegen keine schlechte Mutter, Hausfrau und/oder Ehefrau. Denn ich kümmere mich die ganze (verdammte) Woche um alles und das meistens allein. Also wenn ich dann mal einen Vormittag mit meinem (verdammten) Sch… beschäftigt bin, bin ich deswegen nicht schlecht. So viel dazu.

Zurück zum Thema. Ich habe über rechtliche Dinge in Bezug auf ein Bloggerdasein recherchiert. Ist ja wichtig. Muss man machen. Von Zeit zu Zeit, denn man muss schließlich auf dem Laufenden bleiben. Was gestern noch in Ordnung war, ist heute plötzlich unrecht. Ihr wisst, was ich meine.

Also hab ich mich durch den Paragraphendschungel gekämpft und kam zu dem Entschluss, dass ich aufhöre. Ich hab noch nicht richtig angefangen, also kann ich auch wieder damit aufhören. Denn ich habe festgestellt, dass du ja eigentlich gar nichts darfst. Beziehungsweise musst du (aufpassen, jetzt kommt Jugendslang aus den 90ern) ultra mega mäßig aufpassen, was und wie du schreibst. Welche Fotos du herzeigst, was da alles drauf ist (am besten das Nichts, obwohl, da hat wahrscheinlich aus schon wer Rechte drauf…pfff…Recht auf das Nichts), wer da aller drauf ist usw usf.
Wenn ich herzeige, was ich genäht habe, muss ich auch ultra mega mäßig aufpassen, was zu sehen ist. Stoff, Schnittmuster. Vorsichtshalber mal dazu schreiben, wo ich den Stoff und die Schnittmuster her habe. Und patsch, kannst schon wieder eine gewischt bekommen, denn schließlich kann dir Schleichwerbung unterstellt werden. Erwähnst du es nicht, bekommst eine gewischt, weil du es eben nicht gemacht hast.

Wie ihr seht, gar nicht so einfach. Und jetzt muss ich, damit ich keine gewischt bekomme, erwähnen, dass das keine Rechtsberatung ersetzt und dass das nur meine persönliche Sicht bzw mein persönliches Verständnis ist und nicht  der Wahrheit entsprechen muss.
(Hoffentlich hab ich das jetzt richtig geschrieben, nicht, dass ich eine gewischt bekomme)

Also saß ich da, an meinem Notebook (das eigentlich meinem Mann gehört, möcht’s nur erwähnen) und dachte, dann macht das hier keinen Spaß mehr und genau darum geht es mir primär. Ausgleich und so. Ihr wisst schon. Mein Mann kam in dem Moment bei der Tür herein, mit verschlafenem Blick. Es war bereits Mittag geworden (ja, manchmal schläft er bis Mittag, er ist deswegen kein schlechter Ehemann, Vater und/oder Hausvorstand) Also er steht da, völlig neben der Spur, und sieht (sofern man von sehen reden kann), dass irgendetwas nicht stimmt. Lieb, wie er ist, fragt er nach. Und ich hab losgelegt. Wie ein Wasserfall kam alles aus mir raus. Ich quatschte ihn nieder (gut, seine Schuld. Er hätte ja nicht vor dem ersten Kaffee nachfragen müssen) Zum krönenden Abschluss und siegessicher habe ich dann gesagt “Und genau deswegen mach ich nicht weiter. Punkt!” 

Wie ihr unschwer erkennen könnt war da doch kein Punkt. Die Rechnung habe ich ohne meinen Mann gemacht. Er sah mich an, seine Augen sahen aus wie nach drei Tagen Festival (was macht der nur Nachts??), und meinte, mit ernster Stimme “Also lässt du dich wieder einmal ausbremsen bei etwas, das dir eigentlich liegt und Spaß macht?” Ich fragte ihn (ich glaube ziemlich wütend)Worüber soll ich denn da noch schreiben? Bleibt ja nix über!” “Dann schreib doch einfach genau über das. Wie unfair das ist…” Hier schreibe ich nicht weiter was er noch alles sagte, denn das war sehr politisch. Nicht, dass ich eine gewischt bekomme.

Am Ende unserer politisch-gesellschaftskritischen Diskussion war ich dann so weit wieder motiviert, dass ich nicht aufhöre, aber meine Idee mit dem Blog neu überdenke. Ich bin, ganz ehrlich, immer noch am denken. Mir stehen noch viele Stunden Recherche und Erkundigungen bevor. Etliche Stunden liegen schon hinter mir. Aber mein Mann hat recht. Ich lass mich nicht schon wieder ausbremsen. Und bis ich genau weiß, was man als Blogger darf und was nicht und was man zu tun und zu lassen hat, mach ich nur die Dinge, wo ich mir sicher bin. Alles weitere folgt.

Ich bleibe noch eine Weile und schau, was daraus wird. Im Moment könnt ihr euch auf chaotische Familiengeschichten einstellen. Ich hoffe, sie machen euch einfach Spaß.

Eure Babsi

 

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