Weihnachten

Das beste Weihnachten seit Jahren

Es gab eine Zeit, da fürchtete ich regelmäßig Weihnachten. Je näher es rückte, umso unentspannter wurde ich. Meine Angst stieg ins Unermessliche. Denn es war die letzten Jahre immer so:

Alle Jahre wieder

Es ist kein Geheimnis mehr. Lest du schon länger mit, weißt du, dass wir es nicht immer leicht haben. Unser Leben ist manchmal ein einziger Kampf. Meistens finanziell betrachtet. Erst Anfang des Jahres war es wieder besonders schlimm. Und als es da besonders schlimm wurde, wurde uns wieder einmal mehr bewiesen: Die, die am meisten zu geben haben, sind die, die am gierigsten sind.

Weihnachten war immer die Zeit, wo es auch besonders hart wurde. Immer. Jedes Jahr. Es war wie das Amen im Gebet. Nein, ich freute mich nicht mehr auf Weihnachten. Mir war klar, dass irgendetwas passieren wird und wir werden froh sein müssen, wenn wir einen Baum und zu Essen haben.

An einem Weihnachten war es ganz besonders schlimm. Nur dank der Unterstützung meiner Mama und meiner Tante aus Wien, hatten die Jungs Geschenke unter dem Baum. Dafür werde ich ewig dankbar sein und ich werde es nie vergessen. Meine Mama und meine Tante sind übrigens die, die am wenigsten zu geben haben und am meisten helfen wollen.

Es ist immer so, dass ausgerechnet kurz vor Weihnachten etwas passiert, das unseren finanziellen Polster auf einen Schlag auffrisst. Auch vergangene Weihnachten war es so. Geht genau 2 oder 3 Wochen vor dem großen Ereignis die Waschmaschine ein. Kein Zuckerlecken in einem 6 Personen Haushalt. Dass ich da nicht lange warten konnte, bis Ersatz angeschafft wird, war klar. Zack! Ersparnisse beinahe ganz aufgebraucht.

Weihnachten ohne Geld

Mit etwas Hilfe der Familie (wieder einmal) war es dann trotzdem ein schönes Weihnachten. Für die Kinder. Für mich nicht. Denn ich war sauer. Wieso war das Universum nur dagegen, dass wir Weihnachten ganz ohne Hilfe stemmen können.

Mein Entschluss stand fest. NIE WIEDER! Nie wieder ein Weihnachten, an dem ich an Hilfe angewiesen bin.

Dieses Jahr ist alles anders?

Jetzt halte dich fest: dieses Jahr spinnt der Trockner. Ohne Scheiß! Nicht mehr lange und der ist hinüber. Gut, ein Trockner ist nicht so schlimm wie die Waschmaschine. Oder so wie vor zwei Jahren: das Auto. Ein kaputter Trockner ist zwar ungünstig, doch ich muss nicht zwingend einen Ersatz anschaffen.

Aber wie du siehst, es ist kein Zufall und ich bilde mir das nicht ein. Genau kurz vor Weihnachten passiert etwas, das gleichzeitig eine finanzielle Belastung darstellt. Alles beim Alten. Ich bin es gewohnt. Ich wusste sowieso, dass wieder etwas sein wird.

Und wie immer habe ich vor Wut geschrieen, auf Gott und die Welt geschimpft, bin in Tränen ausgebrochen. Weil’s halt schon dazu gehört. Wie immer. Und dann atmete ich tief durch.

Dieses Jahr IST alles anders!

Erstens, wenn man in Ruhe darüber nachdenkt, so ein Trockner fällt eigentlich unter Luxus. Meine Oma, meine Mama, die hatten auch keinen. Sie hatten einen Haushalt mit vielen Kindern. Stell’ dir vor, Babsi: Die haben das überlebt.

Zweitens haben wir seit Mitte des Jahres immer wieder Geld auf die Seite gelegt. Klar, es kamen Dinge dazwischen, wie Autoreparatur. Die war schon heftig. Aber im September hatte ich das Geld für Weihnachten auf der Seite.

Drittens bin ich nicht mehr arbeitslos bzw in Karenz. Ich habe wieder ein Einkommen. Mein Mann auch. Soll der Trockner den Geist aufgeben. Meinetwegen auch der Fernseher. Das Geld ist da. Und nicht jedes Luxusprodukt muss auf der Stelle ersetzt werden, wenn seine Zeit gekommen ist.

Ich freue mich auf Weihnachten

Zum ersten Mal seit Jahren kann dazwischen kommen was möchte. Weihnachten ist gesichert. Ganz ohne Hilfe von außen. Und das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Glücklich, Freude, Stolz. Das alles empfinde ich. Endlich geschafft.

Ja, es gibt noch eine Menge, die trotzdem nicht einfach sind. Aber mit der Zeit wird es werden. Davon bin ich überzeugt. Denn ich habe vieles gelernt. Über andere, über mich und über uns als Familie. Nie wieder wird es so schlimm sein.

Kleiner Stolperstein

Tja, eine Sache ist da noch. Da bin ich seit Wochen dran. Schön langsam wird es. Dann steht unserem schönen Weihnachtsfest überhaupt nichts mehr im Weg.

Ich habe hier einen kleinen Weihnachtsgrinch zuhause. Kannst du dich an den Beitrag “Was schief lief” erinnern. Wenn nicht, lies da hinein. Denn damals habe ich schon gewusst, dass ich dieses Weihnachten ein Problem mit einem unserer Jungs haben werde.

Weihnachten mit einem Grinch

Mad Max war dermaßen enttäuscht, dass ich damals schon zu meinem Mann sagte: “Du wirst sehen, das vergisst er nicht. Der wird Weihnachten hassen.” Allerdings habe ich das im Laufe der Zeit wieder vergessen und war ganz verwundert, warum Max so rumspinnt, seit ich die Vorweihnachtszeit eingeläutet habe.

Da fielen so Dinge wie: Kack Weihnachtslieder, blöder Rudolph, scheiß Weihnachstbaum, und das sind noch die harmlosen Dinge. Ich stand vor einem wahnsinnig großen roten pulsierenden Fragezeichen. Er hat doch Weihnachten immer geliebt. Machte beim Dekorieren mit, wollte Kekse backen, den ganzen Tag Weihnachtslieder hören …

Während einer Autofahrt fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen. Ich bin froh, dass mir das wieder eingefallen ist. Seit dem weiß ich nämlich wo und wie ich ansetzen muss. Und schön langsam freut sich mein Mad Max wieder auf Weihnachten. Dekorieren darf ich allerdings nicht. Da spinnt er wieder. Wenigstens durfte ich wieder Fensterbilder anbringen. Und einen Adventkranzersatz haben wir jetzt auch 🙂

Ich hoffe so sehr, dass ich ihm die Freude an Weihnachten zurück schenken kann. Mein größter Weihnachtswunsch dieses Jahr.

Drücke Mad Max und mir die Daumen, dass wir das gemeinsam wieder hinbekommen, bevor er sowieso nicht mehr an den Weihnachtsmann und alles drumherum glaubt.

Deine
Babsi


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4 Kommentare zu “Das beste Weihnachten seit Jahren”

  1. Lieber Spatz! Das Alles, kenne ich, wie Du weißt. Und es war nicht witzig. Aber weißt Du, was noch viel trauriger ist, als wenn Du nur wenig kaufen kannst ? Wenn sich Geschwister als Erwachsene nicht vertragen und Du als Mutter bemüht bist, den Weihnachtsfrieden herzustellen. Darum bin ich so froh, dass Eure Weinachten ganz super werden und meine auch, weil wieder alle zusammen kommen. Als große Familie, die zwar nicht reich an Geld sind, aber reich an Liebe. Bussi Mam

    1. Babsi

      Oi, Mama. Schöner hätte ich das nicht ausdrücken können.
      Ich geh’ mal eine Träne verdrücken.
      Es wird ganz bestimmt ein tolles Fest für uns alle.
      Bussi :*

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