10 Gründe, warum meine Kinder streiten

Wir haben uns hier alle furchtbar lieb. Ganz ehrlich. So lieb, wir können nicht ohne dem anderen. Und im nächsten Moment können wir nicht mit dem anderen. Es reichen schon Kleinigkeiten und es brechen hier wahre Naturkatastrophen aus. Verletzungen inklusive. Ok, nicht ganz so schlimm. Aber manchmal muss ich schon dazwischen gehen. Sonst gibt es Verletzte. Überhaupt die zwei Mittleren sind so Kampfhähne.

Geschwisterstreit vorprogrammiert

Sie sind auch sehr knapp hintereinander geboren. Grade einmal 20 Monate trennen sie. Und ich glaube schon, dass das der Grund ist, warum die zwei ein einziges Pulverfass sind. Hier kommen 10 Gründe, die reichen, damit sie in die Höhe gehen:

  1. Einer hatte um einen Mikrometer mehr Schokolade. Die sehen das. Und dann geht es schon los. Da wird sich gezankt und gesteigert bis zu einem wahrhaftigen Krieg.

    geschwisterstreit um die schokolade

    Bildnachweis: pixabay.com

  2. Einer spricht ein Wort falsch aus. Der andere macht sich darüber lustig. Bumm. Es fliegen sofort die Fäuste.
  3. Einer hat einen Schluck mehr von dem heiß begehrten Getränk bekommen. Einen ganzen Schluck mehr. Sofort wird das Repertoire an Schimpfwörtern ausgeschöpft und weil man sowieso gerade dabei ist: Neue werden gelernt.

    geschwisterstreit ums getränk

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  4. Einer durfte am Vorabend um 5 min (ausgeschrieben: FÜNF MINUTEN!!!!) länger aufbleiben. Dass der am Klo war, spielt keine Rolle. Es waren immerhin 5 min. Grund genug, um den Krieg zu erklären.
  5. Einer spielt mit dem Playmobil-Maxerl, das der andere sich aber am Vortag schon ausgesucht hat (und natürlich gar nicht haben wollte). Es wird gebrüllt, gekreischt, gerauft. Weil es keine Rolle spielt, dass er grade was anderes gespielt hatte. Jetzt will er mit dem Maxerl spielen. JETZT! SOFORT!
  6. Einer hatte 2 Sekunden mehr Zeit mit Mama auf der Couch. Grund genug die Waffen scharf zu machen und die Klingen zu kreuzen. Wie kann der nur 2 Sekunden mehr Anspruch haben? Geht gar nicht. Das Individuum gehört vernichtet.

    geschwisterstreit zweikampf mit dem schwert

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  7. Einer sitzt auf der Couch (die mit ihren 2×2 Metern ja wirklich klein ist) während der andere doch genau jetzt, genau da, liegen will. Aber wirklich ganz genau da, wo der andere sitzt. Es wird auf der Stelle los getreten. Wer als erster unten liegt hat verloren.
  8. Einer malt mit einem Stift, den der andere sofort und ohne Verzögerung braucht. Sonst ist seine Zeichnung für die Tonne. Er kann nicht kurz warten. Das ist schier unmöglich. Also werden die Zähne gefletscht, Schimpfwörter hervorgekramt und wieder fliegen die Fäuste tief im Hause Chaos hoch 6.

    geschwisterstreit um buntstifte

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  9. Einer singt ein Lied, das der andere nicht kennt. Also kann er nicht mitsingen. Der Gesang des anderen wird sofort ins Lächerliche gezogen. Gesang wird zu Gebrüll. Tanz wird zu Kampf.

    geschwisterstreit wegen gesang

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  10. Einer schaut sich eine Sendung im Fernsehen an. Der andere schaut bis zur Hälfte mit. Findet die Sendung plötzlich doof und schaltet um. Eine Katastrophe. Logisch, dass da was unternommen gehört. Koste es, was es wolle. Und wieder verwandelt sich mein Wohnzimmer in ein Schlachtfeld, das seinesgleichen sucht.

Was macht Mama beim Geschwisterstreit?

Kopf einziehen, nicht auffallen und hoffen, dass der Sturm schnell vorüber geht … Nein, so einfach ist das nicht. Ich gehe ab einem gewissen Punkt dazwischen. Ab dem Punkt, wo sie Gewalt als Lösung in Betracht ziehen.

Dann versuche ich, dass die zwei ihre Probleme mit Gesprächen lösen. Immer häufiger klappt das auch. Immerhin werden sie ja immer älter und reifer. Außerdem wissen sie, dass ich ein Machtwort spreche, könnten sie sich nicht einigen. Mein Machtwort fällt dann so aus, dass keiner von beiden gewinnt. Sie verlieren dann beide.

Somit haben sie schon oft festgestellt, dass Zusammenhalt besser funktioniert, als sich zu bekämpfen. Und das ist mir wichtig. Meine Kinder sollen, wenn es hart auf hart kommt, immer zusammenhalten. Irgendwann kommt der Tag, da gibt es Mama und Daddy nicht mehr. Und dann haben sie nur mehr sich.

Sie müssen sich auf einander verlassen können. Jetzt und später. Das ist mir wichtig. Ich kann nicht verhindern und auch gar nicht verlangen, dass sie nicht miteinander streiten. Aber ich kann dafür sorgen, dass sie den richtigen Umgang mit Streit lernen. Und dass Gewalt niemals eine Lösung ist. Denn Gewalt verursacht nur noch mehr Gewalt.

Ich möchte auch nicht, dass sie sich irgendwann später so streiten, dass sie den Kontakt zueinander abbrechen. Schon jetzt weise ich sie immer wieder darauf hin. Es wird der Tag kommen, da haben sie nur mehr ihre Brüder. Wenn sie dann mit ihnen zerstritten sind, sind sie vielleicht ziemlich alleine auf dieser Welt.

Wie gehst du mit Geschwisterstreit um? Ab wann greifst du ein?

Erzähl es mir in den Kommentaren. Ich freue mich auf deine Meinung.

Deine Babsi


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3 Replies to “10 Gründe, warum meine Kinder streiten”

  1. Hallo Babsi,

    das kenn ich alles leider nur zu gut. ich glaub aber nicht wirklich das es was mit dem geringen Altersabstand deiner Zwei zu tun hat. Meine Mittlere und die Kleine sind fast acht Jahre auseinander und die streiten auch manchmal wie verrückt. Ich versuch mich auch so gut es geht rauszuhalten, außer sie werden handgreiflich dann geh ich natürlich auch dazwischen. Ich glaub schon, dass es auch einfach am Wesen der Kinder liegt. Meine Große und die Mittlere haben sich viel weniger gestritten, was aber auch daran lag, dass die Große eine sehr sanfte und geduldige Art hat.
    lg. Manuela

    1. Hallo Manuela,
      das ist aber ein guter Ansatz. Ich dachte, es wäre wegen dem Abstand, weil nur die zwei wirklich so extrem streiten. Aber dass es mit dem Wesen zu tun haben könnte, dachte ich bis jetzt nicht. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das allerdings schon eine Möglichkeit.
      Danke für deinen Input. Das ermöglicht mir jetzt, dass ich vielleicht auch noch wo anders ansetzen kann, damit sie sich nicht ständig und sofort in die Haare kriegen.
      Liebe Grüße Babsi

      1. Hallo Babsi,

        viele meinen ja auch, dass es am Sternzeichen und denn angeblich damit verbunden guten bzw, weniger guten Eigenschaften liegt. Auch das kann ich nicht wirklich bestätigen. Die Große und die Mittlere (auch die sind 7 Jahre auseinander) sind beide im Sternzeichen Skorpion geboren und grundverschieden. 🙂
        Alle drei haben denn gleichen Papa (und natürlich auch Mama), und so wie ich glaube auch die gleiche Erziehung und doch sind alle drei total unterschiedlich.
        Lg. Manuela

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