Mad Max unterwegs – Ohne Mama

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Es kommt einem ja wie gestern vor, dass man so ein kleines, neues Leben in den Armen hatte. Du erinnerst dich an den Duft. Den guten … auch den schlechten. Du wusstest, du hast nun die Verantwortung für dieses kleine und hilflose Wesen. Alles würdest du geben. Vom ersten Moment an. 

Plötzlich sind 7 Jahre vorbei. Einfach so. Das kleine Wesen ist gar nicht mehr ganz so klein. Hilflos ist es auch nicht zwangsläufig. Eher rotzfrech und setzt sich schon toll in dieser Welt durch. Zieht sich schon selbst an (vielleicht nicht immer modisch korrekt, aber dafür alleine), macht sich selbst Saft (wo Karies frei Haus mitgeliefert wird) oder schmiert sich schon mal selbst das Butterbrot (mit Butter für mindestens fünf Brote). Also weißt du, dass dich dein kleines Wunder noch eine Zeit lang braucht.

Doch plötzlich fährt es fort. Ohne dich. Ohne irgendeinem Verwandten. Echt ganz alleine mit einer Kindergruppe. Und plötzlich stehst du da … denkst dir „Wahahaha … wie jetzt? Echt jetzt? Mein Kind lässt mich alleine?“

So geschehen. Im Juli. Mir. Wo ich doch der Meinung bin, ich bin da total gelassen und locker. Fehlanzeige.

Mad Max plant einen Ausflug – Ohne Mama

Mad Max hatte mich schon im Mai darum gebeten, dass ich ihn für einen Ausflug in den Ferien anmelde. Jedes Jahr veranstaltet unsere Gemeinde tolle Sachen für die Kinder der Gemeinde. Mein Mad Max wollte den Tagesausflug mitmachen. Also habe ich ihn angemeldet. Cool und locker, wie ich eben bin. Nicht.

Die Reise ging nach St. Pölten zur Business Week. Dort gab es ein Sonderprogramm für Kinder. Sie konnten Berufe der unterschiedlichsten Branchen kennen lernen. Mad Max meldete sich für die Polizei und Sport.

Immer noch cool, wie ich eben bin, habe ich ihm erklärt, wie so ein Ausflug abläuft. Ist ja kein Neuland für mich. Schon Phil Morris nutzte jedes Jahr das Angebot des Kinderausflugs der Gemeinde. Vor zwei Jahren war er plötzlich zu alt. Nicht von ihm aus. Sondern von den Veranstaltern aus. Die Kinderausflüge sind für Kinder von 6 bis 12 Jahren.

Wie dem auch sei. Ich habe Mad Max aufgeklärt. Dass wir Eltern nicht dabei sein würden und auch seine jüngeren Brüder nicht. Dass er auf jeden Fall genau zuhören soll, was die Betreuer vor der Abfahrt erzählen und welche Anweisungen sie geben.

„Mama, bleib‘ mal locker. Ich pack‘ das schon.“ Cool, wie ich eben bin, blieb ich locker und freute mich mit meinem Sohn. Bis …

Mad Max unterwegs – Ohne Mama

Der Tag war gekommen. Mad Max würde alleine, ohne seiner total lockeren Mama, einen Ausflug machen. Wir standen gemeinsam auf. Und ich stellte fest: Ich bin eben doch noch nicht bereit. Nix mit cool und locker. Gestresst und in Panik trifft es eher.

Aber ich habe mir das natürlich nicht anmerken lassen. Wollte ich doch meinem Sohn nicht die Freude verderben. Also packte ich seine Jause ein, gab ihm seine Trinkflasche mit Wasser mit. Und ein wenig Kohle. Ich wusste, dass sie wahrscheinlich dann doch im großen M Zwischenstopp machen würden.

Und dann schickte ich ihn los. Mit meinem Mann zum vereinbarten Treffpunkt. Ich musste meinen Sohn ziehen lassen. Ja, so fängt es an.

12 Stunden werden nun vergehen, bis ich meinen Mad Max wieder zuhause habe. 12 Stunden, in denen ich hoffte, dass mein Telefon nicht klingelte. Denn würde es das tun, dann wäre das ein schlechtes Zeichen. Trotzdem ging ich alle 5 Minuten sicher, dass nicht der Klingelton abgeschaltet ist. Man will es nicht verpassen, sollte doch etwas sein.

Am Abend drängte ich dann meinen Mann dazu, dass wir doch schon eher zur Bushaltestelle fahren. Nicht, dass sie früher da sind und wir sind nicht dort. „Aber Schatz, die Erfahrung zeigt doch, dass die eher später als früher wieder da sind.“

Egal, ich wollte los. Also standen wir 45 min früher da als geplant. Weil ich eben so cool und locker bin. Nicht.

Endlich wieder da

Mein Mann sollte Recht behalten. Sie kamen tatsächlich etwas später. Und ich konnte einen strahlenden Mad Max in die Arme schließen. Er hatte einen wundervollen Tag. Ganz ohne Mama 🙂

Und wieder habe ich eines meiner Kinder ein Stückchen los gelassen. Das gehört dazu. Aber ganz ehrlich: Ich bin froh, dass der nächste Ausflug ohne Mama erst nächstes Jahr ist.

Deine Babsi


 

2 Gedanken zu “Mad Max unterwegs – Ohne Mama”

  1. Hallo Babsi, genau so geht’s mir auch mit unserer Jüngsten. Nach außen ganz die coole Mama, aber innerlich zerreißt es mich fast wenn sie alleine einen Ausflug macht. Natürlich bin ich froh das sie mit ihren sieben Jahren so selbstständig ist, aber manchmal kommt mir vor die Zeit vergeht einfach viel zu schnell.
    Liebe Grüße Manuela

    1. Hallo Manuela
      Das ist schon ein Gefühls-Spagat, den man da hinlegen muss. Denn so wie du schreibst: Eigentlich kann man ja stolz sein, dass die Kinder so selbstständig sind. Ein Lob für die Mama 🙂
      Liebe Grüße
      Babsi

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